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Au revoir, Haus Brauweiler – Pulheimer Kinder- und Jugendchor verabschiedet sich von einem besonderen Ort
Pulheim/Guidel. Für den Pulheimer Kinder- und Jugendchor endet eine jahrzehntelange Tradition: Das Haus Brauweiler in Pulheims französischer Partnerstadt Guidel, auch bekannt als Centre Franco-Allemand (CFA), steht vor dem Verkauf. Nachdem die Betreibergesellschaft DEFRABE den Pachtvertrag vorzeitig gekündigt hat, hat der Rhein-Erft-Kreis als Eigentümer die Vorbereitung des Verkaufs von Haus und Grundstück beschlossen. Die Sommerfahrt des Chores im vergangenen Jahr war damit voraussichtlich die letzte an die bretonische Atlantikküste.
Dabei hatte diese Fahrt nach langer Pause gerade erst wieder stattgefunden: Nach sieben Jahren konnte der Chor 2025 zum ersten Mal wieder für zwei Wochen nach Guidel reisen. Zuvor gehörte die Sommerfahrt, die alle zwei Jahre stattfand, fest zum Chorleben – für die Kinder und Jugendlichen ebenso wie für die Erwachsenen, die die Fahrten begleiteten und leiteten.
Jedes Chormitglied, das einmal dabei war, hat seine ganz eigenen Erinnerungen an Guidel. Dank der zahlreichen Wassersportmöglichkeiten direkt am Haus hatte jede Fahrt ihren eigenen Rhythmus, vorgegeben von den Gezeiten. Und zu dritt im Kanu wurden Freundschaften auf ihre ganz eigene Probe gestellt und mit Salzwasser besiegelt.
In diesen zwei Wochen konnten nicht nur die ersten Französischkenntnisse ausgepackt und endlich richtig angewendet werden. Hier ließ sich der Gedanke der deutsch-französischen Freundschaft anfassen und erleben, was Städtepartnerschaft bedeutet: beim herzlichen Empfang im Hôtel de Ville, dem Rathaus von Guidel, bei gut besuchten Konzerten am Strand und auf dem Marktplatz oder bei Ausflügen in die umliegenden Städte. Das CFA hat diesen kulturellen Austausch für die Kinder und Jugendlichen erst möglich gemacht.
Aus der aktuellen Generation der Sängerinnen und Sänger war vor der Fahrt im vergangenen Jahr noch niemand im Haus Brauweiler gewesen – sie kannten nur die Geschichten der Älteren. Als die Reise dann wieder möglich war, fühlte es sich für alle, die das Haus kannten, sofort an wie früher. Und alle anderen fühlten sich vom ersten Tag an zu Hause. Erinnerungen wurden gesammelt wie Muscheln am Meer. Ein Jahr später sprechen alle, die dabei waren, noch immer davon und wären sofort ein zweites Jahr in Folge gefahren.
In der vergangenen Woche ist ein Teil der Leitungsrunde noch einmal nach Guidel gefahren, um Abschied zu nehmen. Und um Boote nach Pulheim zu holen, die früher zum Haus gehörten und seit dem vergangenen Jahr im Besitz des Chores sind. Aus Sicht des Chores geht mit dem CFA ein Stück gelebte Gemeinschaft und deutsch-französischer Begegnung verloren.
Der Pulheimer Kinder- und Jugendchor wird auch künftig sein Bestes geben, den Kindern und Jugendlichen neben der musikalischen Arbeit in Pulheim und den jährlichen Probenfahrten eine besondere Sommerfahrt zu ermöglichen. Doch es wird immer nur der Versuch bleiben, an das heranzukommen, was das CFA und die Stadt Guidel bieten konnten.
Fußgängerbereich in Brauweiler: Verwaltung schlägt Lösung vor
Der seit Frühjahr erweiterte Fußgängerbereich zwischen der Kaiser-Otto-Straße und dem Guidelplatz in Brauweiler soll geringfügig verkleinert werden. Auf dem direkt an den ehemaligen Schotterparkplatz angrenzenden Teilstück sollen vier Stellplätze entstehen, die ausschließlich über den ehemaligen Schotterparkplatz erreichbar sind. Dies schlägt die Verwaltung in einer Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Tiefbau und Verkehr am Mittwoch, 25. September 2024, vor. Die übrige Fläche soll weiterhin als Fußgängerbereich ausgewiesen sein. Motorisierter Verkehr ist hier nur noch zur Anlieferung innerhalb festgelegter Tageszeiten und für Rettungsfahrzeuge zulässig.
Wie die Verwaltung ausführt, bleibt somit der ursprüngliche planerische Gedanke einer Fußgängerzone neben der Tiefgaragenrampe erhalten, und es ist weiterhin Platz für die vorgesehene Fahrradabstellanlage. Gleichzeitig hat sich die Verwaltung aufgrund der Verkehrssicherheit dagegen ausgesprochen, die Parkflächen wieder wie zuvor auszuweisen.
Seit Frühjahr ist der Verbindungsweg zwischen der Kaiser-Otto-Straße und dem Guidelplatz – entlang der Tiefgaragenzufahrt – Fußgängerbereich. Diese Zweckbestimmung hatte der Rat einstimmig im Jahr 2011 beschlossen. In den vergangenen Monaten hat sich jedoch gezeigt, dass diese Regelung – trotz entsprechender Öffentlichkeitsarbeit und Ansprache der Menschen vor Ort – zu Irritationen geführt hat. Der Vorschlag der Verwaltung soll nun für mehr Klarheit sorgen.
Besuch aus der französischen Partnerstadt Guidel

Die Delegation aus Guidel zeigte sich von den Renaturierungsmaßnahmen am Pulheimer Bach sehr angetan. Für die Übersetzung der Fachbegriffe sorgte Übersetzerin Marie-Laure Schwind (2.v.re.).
In zwei Jahren, im Jahr 2019, wird das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Pulheim und der französischen Gemeinde Guidel gefeiert. Bei einem Besuch einer kleinen Delegation aus der Bretagne in Pulheim einigte man sich im Rahmen eines Arbeitsgespräches darauf, mit den Festvorbereitungen bald anzufangen.
Vier Tage lang haben sich der stellvertretende Bürgermeister und Delegationsleiter Jean Jacques Marteil, die Ratsmitglieder Marie France Guillemot und Maurice Le Teuff sowie die Beigeordnete Marylise Foidart im Rheinland aufgehalten. Beeindruckt zeigten sich die Franzosen von der Aquarena in Stommeln. Bei einer Führung hatten sie Gelegenheit, neben dem Schwimm- und Saunabereich auch einen Blick in den „Bauch“ des Bades (Technikräume) werfen zu können. Weiterer Höhepunkt war die Begehung der renaturierten Bereiche am Pulheimer Bach. Bachverbandvorsteher Horst Engel erläuterte den Gästen die bereits durchgeführten Maßnahmen und stellte dar, welche Projekte weiterhin anstehen. Bei dem Arbeitsgespräch über die bevorstehende 50-Jahr-Feier einigte man sich zusätzlich darauf, im Sportbereich den Austausch neu zu beleben. Fußballmannschaften und Tischtennisteams in Pulheim und Guidel sollen zum Beispiel gefragt werden, ob sie Interesse an einem Treffen mit Vereinen aus der jeweils anderen Kommune haben.