Wohnungseinbrüche in Pulheim
Die Polizei Rhein-Erft-Kreis fahndet derzeit nach Unbekannten, die am Wochenende in Häuser in Pulheim eingebrochen sind. Die Ermittlerinnen und Ermittler des Kriminalkommissariats 13 nehmen Hinweise unter der Rufnummer 02271 81-0 oder per E-Mail an poststelle.rhein-erft-kreis@polizei.nrw.de entgegen.
Am Freitag (31. Juli) zwischen 8.20 Uhr und 10.45 Uhr sollen Unbekannte die Wohnungstür eines Gebäudes an der Straße „Am Kleekamp“ aufgehebelt haben. Die Einbrecher sollen Bargeld entwendet haben.
Am Samstag (1. August) sollen sich Täter zwischen 9.50 Uhr und 18.40 Uhr unbefugt Zutritt in ein Haus im Bereich der Widdersdorfer Straße und des Mohnblumenwegs verschafft haben. Ersten Erkenntnissen zufolge sollen sie ein Fenster aufgehebelt und sämtliche Räume durchwühlt haben. Ob sie etwas entwendeten, ist Bestandteil der Ermittlungen.
Alarmierte Polizeikräfte sicherten Spuren an den Tatorten, dokumentierten Spuren und fertigten Strafanzeigen.
Die Polizei rät: Notieren Sie sich bei Kauf neuer Gegenstände, falls vorhanden, die Individualnummern, sodass Sie sie im Falle eines Diebstahls griffbereit haben. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Dann können die Polizistinnen und Polizisten den entwendeten Gegenstand zur Fahndung ausschreiben. (sc)
Geschichte als persönliche Auseinandersetzung – Die Künstlerin Paloma Varga Weisz setzt das Synagogen-Projekt fort
Die Künstlerin Paloma Varga Weisz wird mit ihrer Arbeit das renommierte Synagogenprojekt der Stadt Pulheim fortführen. Dabei greift sie unter dem Titel „Paloma Varga WEISZ“ auf eine eigene und für sie wesentliche Lebenserfahrung zurück: Im engen Raum der Synagoge in Stommeln baut sie das Atelier ihres Vaters nach, ein winziger Raum im Gründerzeithaus in Neustadt an der Weinstraße, oben im 2. Stock, dem Alltag entrückt. Hier schuf Feri Varga seine Bildwerke. Die Zuschauerin und der Zuschauer können den nun geschaffenen Raum jedoch nicht betreten, in dem Feri Varga anwesend zu sein scheint. Man bleibt draußen: Geschichte kann man wohl erfahren, aber nie mehr erleben oder sich den Nachwirkungen entziehen.
In der Synagoge als Symbol für jüdisches Leben, für Verdrängung und Überleben wird die Auseinandersetzung der Künstlerin in einem Raum mit vielen Geheimnissen greifbar: Das Atelier befand sich Tür an Tür mit dem Kinderzimmer seiner Tochter Paloma, der er ausführlich über sein Leben erzählte: Feri Varga lebte in Ungarn, später in Paris, von wo aus er 1940 nach Cagnes-sur-Mer flüchtete. Bereits damals hatte er seine jüdische Herkunft ausgeklammert und nannte sich nur noch Varga. 1961 folgt er seiner Frau Leonore nach Neustadt an der Weinstraße. Der Schritt in diese deutsche Provinzstadt bedeutet für ihn einen tiefen Bruch – und als gebürtiger Jude die Rückkehr in ein Land, mit dem er auf traumatische Weise verbunden war. Das Verschweigen seiner Herkunft hat große Auswirkungen auf das Leben und Wirken von Paloma Varga Weisz.
Die 1966 in Mannheim geborene Künstlerin studierte von 1987 bis 1990 Holzbildhauerei in Garmisch-Partenkirchen. Von 1990 bis 1998 schloss sich ein Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg und Gerhard Merz an. Ihre Arbeiten wurden in bedeutenden Einzelausstellungen präsentiert, beispielsweise in der Kestner Gesellschaft in Hannover, im Salzburger Kunstverein oder im Henry Moore Institute in Leeds. Auch an wichtigen Gruppenausstellungen, unter anderem in der Kunstsammlung Düsseldorf, im Museum of Modern Art London oder auf der Biennale in Venedig, war sie beteiligt.
Besondere Erinnerungskultur seit 1991
Die Arbeit der bedeutenden Künstlerin Paloma Varga Weisz reiht sich ein in die künstlerische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und eine besondere Erinnerungskultur, die das Synagogenprojekt seit 1991 auszeichnet. Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zählen unter anderem Jannis Kounellis, Richard Serra, Mischa Kuball, Carl Andre, Rebecca Horn, Lawrence Weiner, Tony Cragg, Rosemarie Trockel, Max Neuhaus, Daniel Buren, Gregor Schneider und Franz Erhard Walther.
In diesem Jahr hat der Rat der Stadt Pulheim beschlossen, die Organisation des Synagogenprojekts auf eine breitere Basis zu stellen: Ein Kunstbeirat setzt seine Kontakte in die kulturelle Szene für das Projekt ein und berät. Dem Beirat gehören unter anderem der Konzeptkünstler und Professor für public art Mischa Kuball ebenso an wie Ursula Frohne, Professorin für Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt „Moderne“ an der Universität Münster, Christina Wimmer, Vorstandsmitglied der Stiftung „Der bewohnte Garten“, Karin Lingl, Geschäftsführerin der Stiftung Kunstfonds, sowie Luzia Kilias, Vorsitzende der „Initiative für zeitgenössische Kunst und Musik in Pulheim“ (IZKUMP).
Die Intendanz und die künstlerische Leitung des Projektes liegen weiterhin bei der Kulturabteilung der Stadt Pulheim. Für das Leuchtturmprojekt sind im Haushalt 2026/2027 jährlich 50.000 Euro vorgesehen. Neben der Hauptarbeit wurde das Projekt um zwei weitere Formate ergänzt – einen Vortrag und eine Performance. Am 7. Mai 2026 ordnete Professorin Dr. Ursula Frohne das Projekt Synagoge Stommeln in den Kontext einer künstlerischen Praxis ein, die historische Orte nicht als statische Erinnerungsorte begreift, sondern als offene Räume, die immer wieder neu aktiviert werden müssen. Am Pfingstsonntag fand die Performance „Traces“ unter der Leitung der Düsseldorfer Choreografin und Performance-Künstlerin Daniela Georgieva statt. Sie betrachtet den Körper als offenen Raum, in dem individuelle und kollektive Erinnerungen aufeinandertreffen – als Träger von Erinnerungen, Erfahrungen und Geschichten.
Die Ausstellung von Paloma Varga Weisz wird am Dienstag, 8. September 2026, um 19 Uhr im Martinus-Haus in Stommeln, Venloer Straße 546, eröffnet. Um Anmeldung wird unter der E-Mail-Adresse kulturabteilung@pulheim.de gebeten.
Anschließend kann die Ausstellung bis Sonntag, 6. Dezember 2026, immer freitags von 15 Uhr bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 Uhr bis 17 Uhr besichtigt werden. Vom 7. Dezember 2026 bis zum 12. März 2027 kann die Ausstellung auf Anfrage besucht werden. Eine Anmeldung ist möglich unter der E-Mail-Adresse kulturabteilung@pulheim.de.
Neuer Bürgerservice: Elektronische Meldebescheinigung
Ab sofort können Pulheimer Bürgerinnen und Bürger eine Meldebescheinigung des Wohnsitzes auch online beantragen – ohne Behördengang und Wartezeit. Der gesamte Antragsprozess kann digital abgewickelt werden. Sicherheit und Transparenz haben dabei höchste Priorität.
Für die Nutzung der Elektronischen Meldebescheinigung ist die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises oder der eID-Karte sowie ein behördliches Nutzerkonto erforderlich. Besonders einfach funktioniert die Anmeldung über das Smartphone.
Nach erfolgreicher Authentifizierung mit der AusweisApp können Nutzerinnen und Nutzer zwischen verschiedenen Varianten wählen. Im ersten Schritt entscheidet man sich entweder für eine einfache Meldebescheinigung, die lediglich den aktuellen Wohnsitz bestätigt, oder für eine erweiterte Meldebescheinigung mit zusätzlichen Daten. Im zweiten Schritt besteht die Auswahl zwischen einer kostenlosen oder einer kostenpflichtigen Meldebescheinigung. Die kostenfreie Meldebescheinigung steht unmittelbar nach der Beantragung zum Download bereit, kann jedoch nicht für offizielle Zwecke genutzt werden. Für offizielle Anliegen kann eine kostenpflichtige Meldebescheinigung beantragt werden, die nach Online-Bezahlung der Gebühr innerhalb weniger Tage per Post zugestellt wird. Diese ist mit dem offiziellen Siegel der Stadt Pulheim versehen und uneingeschränkt nutzbar.
Gezahlt werden kann online per PayPal.
Die 14. Brauweiler Open Sommer 2026 starten am Montag, den 20.07.2026 mit vielen guten Nachwuchsspielern
Von Montag, den 20.07.2026 bis zum Donnerstag, den 23.07.2026 erwartet der Tennisclub Brauweiler wieder Spitzentennis im Damen und Herren Bereich, wenn es wieder heißt „Brauweiler Open“!
Eingeläutet wird die Turnierwoche am Sonntag, den 19.07.2026 mit dem „1002 Jahre Abtei Brauweiler Cup“, einem Tages – Leistungsklassen – Turnier, wo alle Altersklassen und Spielstärken sich unter Beweis stellen können.
Die Leistungsklassen im Tennis sind vergleichbar mit dem Handicap im Golf.
Ab Montag starten dann die Profis und Nachwuchstalente in die Brauweiler Open Sommer 2026 um 4000€ Preisgeld.
Turnierdirektor Max Randerath freut sich besonders, dass auch in diesem Jahr viele erfolgsversprechende Nachwuchstalente in Brauweiler aufschlagen werden. Hier kann man besonders hervorheben, dass der TTC Brauweiler mit zahlreichen Eigengewächsen, wie z. B. Lara Wasserfuhr, Marc Stephan und Julian Andras vertreten ist. Des Weiteren steht auf der Meldeliste Tennis Influencer Felix Mischker, der unter seinem Künstlernamen „Tennis Brothers“ mit über 280.000 Followern auf YouTube bekannt geworden ist. Er dokumentiert seinen Weg zum Tennisprofi und kooperiert unter anderem mit den größten Tennisturnieren der Welt. Außerdem hat sich der Brauweiler Tennisprofi John Sperle angekündigt, der seinen Titel verteidigen möchte.
Vielversprechend ist auch die Teilnehmerin Viviane Nowottny, die Turnierdirektor Max Randerath eine Woche später bei den Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften U14 im Kreis Düren wieder als Turnierdirektor begrüßen darf. Hierbei handelt es sich um ein Tennis Europe Super Category Turnier in der Altersklasse U14, welches weltweit zur höchsten Kategorie in dieser Altersklasse gehört. Bei diesem Turnier triumphierte unter anderem Alexander Zverev vor genau 15 Jahren!
Ein besonderer Anreiz für die Teilnehmer in Brauweiler ist außerdem, dass der Sieger / die Siegerin neben dem Preisgeld auch eine Wild Card für ein 25.000$ UTR Pro Tennis Tour Event bekommt.
Der TTC Brauweiler hofft auf gutes Wetter und faire und spannende Matches. Es lohnt sich also vorbeizuschauen, und das ohne Eintritt.
Die Finalspiele werden am Donnerstag, den 23. Juli ab 18 Uhr ausgetragen. Es folgt die Siegerehrung und eine After Tournament Party mit dem Duo Soulgeflüster aus Köln.
Am Finaltag verwöhnt die Clubgastronomie „Lieblingsplatz“ die Teilnehmer und Zuschauer mit einem leckeren Grillbuffet zu fairen Preisen.
Kindergartenjahr 2027/2028 – Jetzt im Kita-Navigator vormerken
Schnell über Betreuungsangebote informieren und online einen Kita-Platz vormerken: Noch bis Sonntag, 1. November 2026, können Eltern ihre Kinder im Kita-Navigator unter https://pulheim.kita-navigator.org für die jeweilige Wunscheinrichtung eintragen. Am Freitag, 27. November 2026, versenden die Kindertagesstätten dann die Platzzusagen für das Kindergartenjahr 2027/2028 – eine Absage wird nicht verschickt. Im Anschluss sind die Eltern aufgefordert, den entsprechenden Platz bis spätestens Freitag, 11. Dezember 2026, zuzusagen. Ab Freitag, 8. Januar 2027, beginnt das Nachrückverfahren für die Vergabe noch offener Plätze.
Die Anschriften und Kontaktdaten aller Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet stehen sowohl im Kita-Navigator als auch auf der städtischen Internetseite unter www.pulheim.de zur Verfügung. Aktuelle Informationen über die Termine für die „Tage der Offenen Tür“ in den Kindertagesstätten sind auf der Startseite des Kita-Navigators unter dem Button „Wichtige Eltern-Informationen“ hinterlegt.
Eine Vormerkung im Kita-Navigator kann grundsätzlich sofort nach der Geburt eines Kindes erfolgen. Eine ausführliche Erläuterung zum Anmeldeverfahren für die Aufnahme von Kindern in Pulheimer Kindertagesstätten zum Kita-Jahr 2027/2028 mit dem Kita-Navigator gibt es auf der Internetseite der Stadt Pulheim.
3,15 Millionen Euro: Rat vertagt Entscheidung zur Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft
Der Rat der Stadt Pulheim hat die Entscheidung über die Freigabe von 3,15 Millionen Euro für die geplante Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft an der Bernhardstraße vertagt. Statt einer unmittelbaren Beschlussfassung sollen nun zunächst in einer Sondersitzung die offenen Fragen geklärt werden.
„Eine Investition von 3,15 Millionen Euro verdient eine vollständige Entscheidungsgrundlage und den bewährten Beratungsweg über die zuständigen Fachausschüsse. Genau dafür haben wir uns eingesetzt“, erklärt die Fraktionsvorsitzende des Bürgervereins Pulheim (BVP), Birgit Liste-Partsch.
Bereits im Vorfeld der Ratssitzung hatte der BVP beantragt, die Vorlage zunächst in den zuständigen Fachausschüssen zu beraten. Hintergrund war die Beschlusslage des Rates aus dem Jahr 2024. Danach sollte der ursprünglich geplante vierte Gebäuderiegel nur dann errichtet werden, wenn die Zahl der geflüchteten Menschen weiter steigt und keine anderen Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Zu Beginn der Sitzung erläuterte die Verwaltung den aus ihrer Sicht bestehenden Handlungsbedarf und verwies dabei unter anderem auf den baulichen Zustand einzelner Unterkünfte sowie auf Auflagen des Gesundheitsamtes. Im Verlauf der Debatte zeigte sich jedoch fraktionsübergreifend weiterer Klärungsbedarf. Kritisch hinterfragt wurden unter anderem die bislang fehlende Beratung in den zuständigen Fachausschüssen, der Umgang mit Erkenntnissen aus Ortsterminen und Fachbehörden sowie die Frage, weshalb bereits im Jahr 2025 ein Bauantrag gestellt und genehmigt wurde, obwohl nach der Beschlusslage des Rates zunächst eine erneute politische Entscheidung vorgesehen war. Der Rat entschied deshalb, die Beschlussfassung zu vertagen und zunächst eine Sondersitzung anzusetzen.
„Soll von der Beschlusslage des Rates aus dem Jahr 2024 abgewichen werden, erwarten wir eine nachvollziehbare Begründung und eine vollständige Entscheidungsgrundlage. Genau dafür bietet die Sondersitzung jetzt die Gelegenheit.“
„Eine menschenwürdige Unterbringung geflüchteter Menschen und eine transparente Entscheidungsfindung gehören für uns zusammen. Bürgerinnen und Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass Ratsbeschlüsse gelten – oder dass Änderungen transparent begründet und nachvollziehbar entschieden werden.“
Flüchtlingsunterkunft Bernhardstr in Brauweiler: 3,15 Millionen Euro ohne Vorberatung? BVP fordert Behandlung in den Fachausschüssen
Über die Freigabe von 3,15 Millionen Euro für die Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft an der Bernhardstraße soll nach dem Willen der Verwaltung unmittelbar im Rat entschieden werden. Der Bürgerverein Pulheim (BVP) fordert stattdessen, die Entscheidung zunächst in den zuständigen Fachausschüssen zu beraten und hat hierzu einen entsprechenden Antrag eingebracht.
„Eine Entscheidung dieser Tragweite verdient eine sorgfältige Vorbereitung, eine vollständige Entscheidungsgrundlage und die Beratung in den zuständigen Fachausschüssen. Genau dafür setzen wir uns mit unserem Antrag ein“, erklärt die Fraktionsvorsitzende des BVP, Birgit Liste-Partsch.
Der Rat hatte im Mai 2024 nach intensiven Beratungen und Bürgerinformationsveranstaltungen beschlossen, die ursprünglich geplante vierte Wohnanlage zunächst nicht zu errichten. Eine spätere Erweiterung sollte nur nach einer erneuten politischen Entscheidung erfolgen, wenn die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge weiter steigt und keine geeigneten Alternativen zur Verfügung stehen.
„Die damalige Beschlusslage und die öffentliche Kommunikation haben bei vielen Bürgerinnen und Bürgern die Erwartung geweckt, dass eine Erweiterung nur unter den damals genannten Voraussetzungen erneut zur Entscheidung gestellt wird. Wenn heute von dieser Beschlusslage abgewichen werden soll, erwarten wir, dass die Gründe hierfür offen dargelegt und zunächst in den zuständigen Fachausschüssen beraten werden.“
Der Antrag des BVP sieht vor, dass der Rat seine Entscheidung erst nach einer Beratung in den zuständigen Fachausschüssen trifft. Damit bleibt der bewährte Beratungsablauf erhalten und die fachliche Abwägung erfolgt dort, wo sie hingehört. Für den BVP stehen dabei insbesondere zwei Fragen im Mittelpunkt:
Warum wird eine Entscheidung über 3,15 Millionen Euro und die Erweiterung einer der größten Flüchtlingsunterkünfte Pulheims weder in den zuständigen Fachausschüssen noch im Haupt- und Finanzausschuss beraten, obwohl dieser bereits eine Woche vor der Ratssitzung tagt?
Und warum wurde bereits im Mai 2025 ein Bauantrag für die vierte Wohnanlage gestellt und im Juli 2025 genehmigt, obwohl der Rat die Entscheidung über deren Errichtung ausdrücklich einer erneuten Beschlussfassung vorbehalten hatte?
Auch der Zeitplan spricht aus Sicht des BVP für eine Beratung in den zuständigen Fachausschüssen. Diese tagen unmittelbar nach der Sommerpause. Eine abschließende Entscheidung des Rates wäre bereits am 6. Oktober möglich und würde damit weiterhin innerhalb der von der Verwaltung genannten Frist liegen. Mit seinem Antrag bittet der BVP die Verwaltung außerdem, die wesentlichen offenen Fragen – insbesondere zur aktuellen Kapazitätsplanung, zum bereits im Mai 2025 gestellten Bauantrag sowie zur langfristigen Unterbringungsstrategie – vor einer Entscheidung zu beantworten.
„Eine menschenwürdige Unterbringung geflüchteter Menschen ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich sollte es sein, Entscheidungen dieser Größenordnung transparent vorzubereiten und sorgfältig abzuwägen. Vertrauen entsteht dort, wo Entscheidungen nachvollziehbar sind und auf einer umfassenden fachlichen Beratung beruhen.“
Trinkwasseranlage für das Schulzentrum Brauweiler: BVP beantragt Annahme der Schenkung
Änderungsantrag sieht zugleich ein Konzept für einen zeitgemäßen Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser an allen Pulheimer Schulen vor.
Der Bürgerverein Pulheim (BVP) wird zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 7. Juli 2026 einen Änderungsantrag zur Verwaltungsvorlage zur Tafelwasseranlage im Schulzentrum Brauweiler einbringen. Während die Verwaltung empfiehlt, die vollständig von Fördervereinen finanzierte Schenkung abzulehnen, setzt sich der BVP für die Annahme der Schenkung ein. Gleichzeitig soll die Verwaltung beauftragt werden, ein Konzept zu erarbeiten, wie perspektivisch allen Pulheimer Schulen ein zeitgemäßer und unkomplizierter Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser ermöglicht werden kann.
„Für uns geht es um weit mehr als eine einzelne Tafelwasseranlage“, erklärt die BVP-Fraktionsvorsitzende Birgit Liste-Partsch. „Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Ein unkomplizierter Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser fördert Gesundheit, Konzentration und eine gesunde Ernährung. Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern – jederzeit Zugang zu Trinkwasser haben.“
Besonders beeindruckt zeigt sich der BVP vom Engagement der gesamten Schulgemeinschaft. „Dass Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen, Schulpflegschaften und Fördervereine gemeinsam eine solche Initiative auf den Weg gebracht haben, verdient Anerkennung und Unterstützung. Dieses Engagement sollte nicht ausgebremst, sondern als Chance verstanden werden.“
Nach Auffassung des BVP sollte die Initiative aus Brauweiler der Auftakt sein, das Thema stadtweit weiterzudenken. „In vielen Kommunen gehören Trinkwasserspender an Schulen längst zum Alltag. Dies sollte auch für Pulheim das Ziel sein.“
Über den Änderungsantrag wird im öffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 7. Juli 2026, beraten.
Abtei-Sportpark: Parkplatz teilweise gesperrt
Die RheinNetz GmbH hat mitgeteilt, dass ab Montag, 13. Juli 2026, in Brauweiler im Bereich Bonnstraße auf Höhe der Einmündung Donatusstraße mit Arbeiten an den Wasserleitungen begonnen wird. Aus diesem Grund wird ein Teilbereich des Parkplatzes des Abtei-Sportparks von heute, 6. Juli 2026, an gesperrt. Die Fläche wird zur Baustelleneinrichtung benötigt.
Die Erneuerung der Wasserleitungen an der Bonnstraße und Donatusstraße dauert voraussichtlich bis Sommer 2027 und dient nach Angaben der RheinNetz dazu, die Versorgungssicherheit und -qualität mit Trinkwasser für Brauweiler zu erhöhen und zu verbessern.
Flüchtlingsunterkünfte – Weitere Plätze notwendig
Obwohl die Zahlen leicht rückläufig sind, leben derzeit noch immer mehr als 1.500 Geflüchtete in Pulheim. Davon sind 925 Menschen in städtischen Unterkünften untergebracht (Stand: 26. Juni 2026). Die Höchstzahl lag im Dezember 2024 bei 1.050 Personen in städtischen Unterkünften. Als Notunterkunft ist weiterhin das alte Hallenbad im Zentralort mit 61 geflüchteten Menschen belegt. Angesichts der globalen politischen Lage rechnet die Stadtverwaltung nicht mit einer deutlichen Entspannung.
Zudem sind einige Interimsgebäude im Zentralort am Ende der maximal möglichen Nutzbarkeit. Sie sollen durch feste und dauerhafte Unterkünfte ersetzt werden. Solche Bauprojekte zur Errichtung fester Unterkünfte nehmen eine Planungs- und Bauzeit von bis zu fünf Jahren in Anspruch.
Deshalb soll nun die vierte Wohnanlage auf der Fläche an der Bernhardstraße in Brauweiler beauftragt werden. Eine entsprechende Vorlage hat die Verwaltung für die Ratssitzung am 14. Juli 2026 vorgelegt. Der neue Container umfasst bis zu 100 Plätze, die nach Bedarf belegt werden. Die gesamte Unterkunft wird weiterhin nur als temporärer Standort dienen: Auf der Fläche soll während des Neubaus der Richezaschule die Schule untergebracht werden. Schon im Jahr 2017 hatte der Rat der Stadt Pulheim beschlossen, dass das Grundstück „Sportplatz Bernhardstraße“ mit dem Ziel vermarktet werden soll, dass dort öffentlich geförderter Wohnungsbau entsteht. Dies soll im Anschluss an die Nutzung als Interimsstandort der Richezaschule erfolgen.
In der damaligen Sondersitzung zur Schaffung weiterer Unterkünfte am 7. Mai 2024 hatte der Rat zum Standort Brauweiler beschlossen, dass der zunächst vorgesehene vierte Containerbau vorerst nicht gebaut werden soll. Der vierte Containerbau sollte nur dann auf dem Tennenplatz errichtet werden, wenn es keine geeignete Alternative gebe. Dazu ist ein Gremienbeschluss notwendig.