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Neubau Flüchtlingsunterkunft in Brauweiler

Am Standort der bestehenden Unterkunft in der Donatusstraße in Brauweiler wird zurzeit neben dem bereits stehenden Gebäude ein Neubau für Flüchtlinge errichtet.
Das Gebäude wird zweigeschossig in Fertigbauweise mit einer Nutzfläche von ca. 490 Quadratmeter ausgeführt. In ihm können 32 Personen untergebracht werden. Die Wohnräume sind als Doppelzimmer ausgelegt. In Jeder Etage wird es eine Gemeinschaftsküche und getrennte Sanitärräume für Damen und Herren geben.
Die Baumaßnahme liegt im Zeitplan. Die Fundamentplatte ist bereits fertiggestellt. Die Errichtung des Rohbaus wird bald begonnen. Nach Ausführung aller Ausbaugewerke und der Installation der Haustechnik wird voraussichtlich im Dezember der Erstbezug möglich sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 500.000 Euro.

51 Kommentare to “Neubau Flüchtlingsunterkunft in Brauweiler”

  • Ingo Bube:

    Dabei bleibt es nicht; es gibt eine Beschlussvorlage, die eine Situationsbeschreibung widergibt, welche Probleme die Stadt Pulheim kurz- und mittelfristig wegen des ungebremsten Zuzugs von Flüchtlingen zu bewältigen hat. Es sind Wohnheime geplant, die 250 Personen und mehr aufnehmen sollen undzwar, nach Stand heute, in Sinthern und in Brauweiler am Schützenhaus (Bernhardstraße-Ortsausgang). Der Stadtanzeiger berichtete darüber. Ich bin der Meinung, dass man bei derart weitreichenden Entscheidungen, die Bürger mehr einbeziehen muss. Zum einen sollen hier Gelder im Bereich von bis zu drei Millionen bewegt werden, zum anderen werden diese Standorte für die nächsten Jahrzenhte bestehen bleiben. Dass das nur Übergangslösungen sein sollen, glaubt wohl niemand. Wir gehören nicht zu den Bürgern, die Probleme, die auf uns zukommen werden, kategorisch ausblenden, wie viele Politiker dies tun. Unsere Kinder berichten uns täglich von unschönen Geschehnissen an der Schule, von angezeigten und beobachteten Diebstählen, bis zu Berichten, dass die Mädchen sich belästigt fühlen. Wir kennen alle Antworten auf diese Berichte, ´man schaffe das´, das seien ´Einzelfälle´, man sei ´Rechtsradikal´ usw. – Wir haben berechtigte Bedenken gegen die Einrichtung derart großer Wohnheime und gehen davon aus, dass es weitere Probleme geben wird. U.E. wären kleinere Einheiten sinnvoller, weil sie leichter zu kontrollieren sind. Ich möchten nicht, dass wir als Bürger wieder vor vollendete Tatsachen gestellt werden und keine Möglichkeit haben, Entscheidungsprozesse zu beeinflussen. Es wäre zu begrüßen, wenn sich hier in nächster Zeit mehr Meinungen von Brauweiler Bürgern fänden, die sich nicht hinterm Ofen verkriechen und Angst haben, etwas zu sagen.

    Es grüßt, Ingo Bube

  • Hartmut Buntrock:

    Da kann ich mich Herrn Bube nur anschließen !
    Es kann nicht sein das Politik ohne Einbeziehung der Bürger solche Entscheidungen trifft !
    CDU , SPD & Co. reden immer von Integration , warum muß dann so eine Unterkunft ans Dorfende , auf dem Abteigelände mitten im Dorf ist reichlich Platz.

    Wer Menschen die diese Art von Politik nicht gut heissen , weil Politik Kopf und Planlos ist als Rechtsradikal bezeichnet sollte in eine Diktatur auswandern.
    MfG. Hartmut Buntrock

  • Ingo Bube:

    Es ist schon erstaunlich, dass diese Thematik fast alle bewegt, in die oder andere Richtung, die Diskussion über Möglichkeiten und Auswirkungen findet jedoch hinter verschlossenen Türen statt. Nicht so bei einer Veranstaltung am vergangenen Donnerstag im Geschwister-Scholl-Gymnasium Pulheim. Vertreter der Stadt Pulheim (Keppeler und Hertel), sowie des Flüchtlingsnetzwerk Pulheim, berichteten über ihre Arbeit. – Die Stadt kämpft mit dem Problem, alle zugewiesenen Personen unterbringen zu müssen, das Flüchtlingsnetzwerk ist, sehr ehrenwert, bemüht um Integration und Betreuung derer, die da ankommen. Kritische Anmerkungen gab es genau zwei. Sie bezogen sich auf die Überlegung zu Standortwahl einer Einrichtung zur Dauerunterbringung von Flüchtlingen in Geyen und auf die zunehmende Inbeschlagnahmung der Turnhallen im Stadtgebiet. Darauf weiter eingegangen wurde nicht.
    Es sei an dieser Stelle darüber informiert, dass es einen konkreten Ratsbeschluss zu möglichen Standorten (so z.B. auch Brauweiler, Bernhardstraße) noch nicht gibt. Es erging lediglich ein Planungsauftrag. Vor einem etwaigen konkreten Ratsbeschluss zu Baustandorten, sind verschiedene Stationen vorgeschaltet, die z.T. öffentlich sind. Hier gibt es Möglichkeiten, sich einzubringen. Da die Entscheidungen, die fallen müssen, nicht ohne Einfluss auf unser Leben sein werden, sollte man von diesen Möglichkeiten auch rege Gebrauch machen! – Auch wenn an dieser Stelle, im Blog, (leider!) nicht mehr Menschen bereit sind, sich mitzuteilen, werden wir doch versuchen, ein wenig zu informieren.
    Es grüßt, Ingo Bube

  • Ingo Bube:

    Es gibt neue Informationen zum Thema: Es regt sich Widerstand zum überlegten Standort einer Flüchtlings-Dauereinrichtung in der Bernhardstraße. 250 Personen sollen dauerhaft dort untergebracht werden. Die ersten Beschlüsse zu einem Pulheimer Standort sind gefasst, nun soll es weiter gehen. Wir können keinen guten Grund finden, warum es gut ist, derart große Einrichtungen zu schaffen. Sie werden auf Jahre unser Leben beeinflussen und es gibt viele Gründe, warum das nicht immer positiv für ALLE Beteiligten ausfallen wird. Wir jedenfalls wollen diese Einrichtung an diesem Standort nicht und werden unserem Willen der Stadt gegenüber Ausdruck verleihen. Wer möchte, kann das mit uns tun. In den nächsten Tagen werden wir eine Unterschriftenliste anbieten. Wer möchte, kann seinen Willen, so er dies auch nicht befürwortet, damit kund tun. Parallel dazu, prüfen wir rechtliche Schritte gegen die Stadt und leiten sie ein, sobald hier Beschlüsse für ein Engagement in der Bernhardstraße fallen sollten. Ende Januar wird ein Beschluss zu weiteren Standorten fallen, der unser aller Leben, mit solch´ großen Einrichtungen, auf viele Jahre hinweg beeinflussen wird. Das muss gut überlegt sein, wie und wo man das macht. U.E. ist vieles nicht gut überlegt!

  • Der Herr Bardenheuer:

    Hallo Herr Bube,
    mag sein, dass ich nicht in Gänze über jeden Brauweiler oder Pulheimer informiert bin. Ebenso nicht im Detail über alle politischen Aktivitäten in Pulheim.
    Von daher seien mir zwei Fragen erlaubt:
    Wer außer Ihnen, Herr Bube, ist oder sind „Wir“?
    Welche Alternativen in Form von kleineren Einheiten in Pulheim/Brauweiler gibt es aktuell für die genannte Zahl von Flüchtlingen?
    Es grüßt
    Der Herr Bardenheuer

  • Ingo Bube:

    Verehrter Herr Bardenheuer,

    die Fragen sind natürlich erlaubt und werden beantwortet, so ich sie beantworten kann. „Wir“ sind zunächst einige Anwohner, u.a. der Bernhardstraße, in unserer unmittelbaren Umgebung. Es gibt zahlreiche (nicht-öffentliche) Äußerungen zu diesem Thema, ausdrückliche Zustimmung zu dieser Planung habe ich bis heute noch keine gehört. – Was wir erfahren haben ist, so wie auch in der ´großen´ Politik üblich, dass das, was in 4-Augen-Gesprächen geäußert wird, oftmals nicht mit dem deckungsgleich ist, was öffentlich geäußert wird. Wir sind deshalb gespannt darauf, wer via Unterschrift seine Meinung dazu niederlegt. Nach Abschluss werde ich hier gerne kund tun, wieviel Brauweiler dies getan haben. Dies zu ihrer ersten Frage.

    Zur Zweiten: Den genauen Diskussionsstand bei der Stadt, da zunächst intern, kennen wir nicht. Es sind verschiedene Grundstücke im Gespräch und man wird natürlich versuchen, Entscheidungen so zu treffen, dass es zu möglichst wenig ´Gegenwind´ kommt. Es ist Aufgabe unserer politischen Vertreter und nicht der Bevölkerung Konzepte zu erarbeiten und vorzustellen, die Nutzen für diese Bevölkerung – egal um was es geht – maximiert und Schaden minimiert. Dafür wählt man politische Richtungen und zahlt Steuern, damit diese Aufgaben erledigt werden können.
    Eine GRUNDSÄTZLICHE Entscheidung war es, so viel wissen wir, die Unterbringungen in wenige große Einheiten vorzunehmen und es nicht kleinzelliger zu gestalten, so wie das wohl von der Fraktion Bürgerverein Pulheim vorgeschlagen wurde. Wir halten die Errichtung von Einrichtungen mit (zunächst?!) 250 Menschen als Dauereinrichtung (!) in einem Dorf wie Brauweiler, an dieser Stelle, für falsch.

  • Der Herr Bardenheuer:

    Hallo Herr Bube,
    besten Dank für die prompten Antworten. Damit kann ich die Situation deutlich besser für mich beurteilen.
    Schönen Gruß
    Der Herr Bardenheuer

  • Hartmut Buntrock:

    Frage an unsere Brauweiler Volksvertreter :
    Wie viele Flüchtlinge und wie sind diese in Pulheim selbst untergebracht?
    Warum bekommt Politik es nicht auf die Reihe kleinere Unterkünfte über ganz Pulheim verteilt zu bauen?
    Warum will Politik solche Unterkünfte immer ausserhalb von Dörfern bauen , wie hier in Brauweiler ?
    Hat der „Bürgermeister“ auch mal an den Brauweiler Schützenverein gedacht , wo sollen dann die Besucher des Schützenvereins in Zukunft Parken?
    Warum ist es dann nicht möglich diese geplante Unterkunft auf dem Abteigelände zu bauen ??? Gefällt dem Landschaftsverband wohl nicht würde ja auch das schöne Bild der schönen Abtei zerstören.

    Sehr geehrter Her Bardenheuer ,
    Das mit dem „Wir“ frage ich mich auch immer wenn ich unsere Politiker reden höre z.B. Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrem Spruch „Wir schaffen das“ ja was schafft dann Frau Merkel und der Rest der Bundesregierung , die bekommen nicht mal eine vernünftige Registrierung hin und ohne die ganzen Ehrenamtlichen Helfer würde „Wir schaffen das Kanzlerin“ Angela Merkel sang und klanglos untergehen !

    MfG. Hartmut Buntrock

  • Lindenhöfer:

    Auch ich bin gegen eine geplante Unterkunft solchen Ausmaßes an besagtem Standort. Damit ist ein sozialer Brennpunkt vorprogrammiert, der wahrscheinlich über viele Jahre hinweg bestehen bleiben wird. Aus meiner täglichen Erfahrung weiß ich, dass es in derartigen Massenunterkünften oft auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Volksgruppen kommt. Diese sind nicht nur den beengten Lebensbedingungen in den Unterkünften geschuldet, sondern dürften in grundsätzlichen Gegensätzen zwischen unterschiedlichen Kulturen liegen. Es ist – aufgrund der großen Zahl – in solchen Fällen schwierig, befriedend und integrierend einzuwirken, um Konflikte dauerhaft zu entschärfen. Kommt es zu derartigen Vorfällen, wird dies auf die Wohnbevölkerung in Brauweiler und deren Einstellung zu Migranten und Flüchtlingen direkte negative Rückwirkungen haben. Kleinere, dezentrale Einrichtungen ließen sich besser handhaben, rivalisierende Volksgruppen könnten getrennt und verteilt und durch die Bevölkerung Patenschaften für die Wohneinheiten übernommen werden. So könnten die Migranten und Flüchtlinge mit unserer Kultur vertraut gemacht werden, Anschluss an die heimische Bevölkerung und so den Weg in die deutsche Gesellschaft mit ihren Werten finden. Eine anonyme Massenunterkunft ist hierfür ungeeignet und setzt das falsche Zeichen.

    Ein potentieller sozialer Brennpunkt hat zudem zur Folge, dass die Immobilienpreise im Umfeld der Großunterkunft in großem Stile fallen werden, da die Nachfrage nach Immobilien dort zurückgehen wird. Auch das dürfte den Widerstand der Anwohner mobilisieren. Wer viel zu verlieren hat, weil er sein Eigenheim teuer erworben und sich dauerhaft finanziell verpflichtet hat, wird Widerstand gegen entsprechende politische Überlegungen leisten. Da ist es dann mit der Solidarität ganz schnell vorbei. Der Unmut wird sich dann gegen „die Politik“ richten, auf kommunaler wie auf Bundesebene, noch Unverdrossene verdrießen und bereits Verdrossene in ihrem Verdruss bestärken. Niemand, der als Eigentümer betroffen ist, wird verstehen, warum gerade er mit seinem Vermögen durch einen Ratsbeschluss derart in Haftung genommen wird. Wohlgemerkt, wir reden hier nicht von einem Spendenbeitrag, sondern ggf. von bis zu sechsstelligen Summen, wenn man der Einschätzung namhafter Immobilien-Agenturen Glauben schenken darf. Das ist nicht sozial, weil die Bürgerschaft bei dieser Gemeinschaftsaufgabe nicht in ihrer Gesamtheit in die Verantwortung genommen und damit die Last auf viele Schultern verteilt, sondern punktuell eine kleinere Zahl von Durchschnittsbürgern mit unverhältnismäßiger Härte getroffen wird.

    Dass der Rat versuchen wird, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, ist natürlich. Von dieser Maxime ausgehend, werden wir als Anwohner versuchen, das uns Mögliche zu tun, indem wir Unterschriften gegen den Standort sammeln und uns auch rechtlich gut aufstellen werden, um einen entsprechenden Ratsbeschluss zu Fall zu bringen. „Wir schaffen das“ geht nur mit den Bürgern und nicht gegen die Bürger.

  • Ach, watt wör dat schön, wenn de Lück nit immer jejen jet wören, sondern uch ens doför…

    • Ingo Bube:

      Verehrter Herr Schepers,

      ich bin dafür, die Unterbringung kleinzelliger vorzunehmen,
      ich bin dafür, die berechtigten Einwände von Bürgern, die es betrifft, ernst zunehmen,
      ich bin dafür, Bedenken sachlich zu diskutieren,
      ich bin dafür, Probleme benennen zu dürfen, ohne in irgendwelche politischen Ecken gestellt zu werden,
      ich bin dafür, dass vollständig berichtet wird,
      ich bin dafür, dass überhaupt berichtet wird,
      ich bin dafür, dass Konsequenzen der Politik, die tragen, die sie verursachen,
      ich bin dafür, gefragt zu werden, wenn weit tragende Entscheidungen gefällt werden,
      ich bin dafür, dass das zahlenmäßige Verhältnis zwischen denen die kommen und denen die sind, zueinander passen,
      ich bin dafür, solche Vorhaben nicht als DAUEReinrichtung zu planen, sondern für einen fest definierten Zeitraum,
      ich bin dafür, dass Sie sich konstruktiv einbringen…

      Es grüßt!

      IB

  • Lindenhöfer:

    Lieber Herr Schepers,

    es geht ja nicht um ein Dagegen, um dagegen zu sein, sondern darum, WIE WIR diese Aufgabe lösen. Ich bin gegen DIESE Lösung – und habe eine Alternative vorgeschlagen. Das ist doch konstruktiv. Was meinen Sie?

  • M. Kollenberg:

    Gerne möchte auch ich mich zum Thema äußern, es kann und darf nicht sein, dass wir als Bürger nicht in die Planung eingeschlossen werden. Den Standort halte ich für äußerst bedenklich und fragwürdig! Das Schützenhaus als unmittelbare Nachbarschaft. Ein Parkplatz der gerade bei Veranschaltungen und auch bei Beerdigungen genutzt wird, soll weg fallen! Integration muss anders erfolgen! Bitte in kleineren Einheiten und nicht mit 250 Personen, zu dem am Ortseingang bzw. Ortsausgang. Ich bin enttäuscht und entsetzt das ich als Bürgrein von Brauweiler dieses erst durch die Presse erfahre. Gerne spreche im ‚wir‘, wenn ich sage, dass einige meiner Freunden und Bekannten das genauso sehen wie ich.

  • bürger und anwohner:

    lieber herr bube ,

    mit großer Interesse verfolge ich Ihre einträge . ich kann sie in ihrer haltung und der damit verbundenen argumentation nur zu gut verstehen !

    eine unterkunft an dieser geplanten stelle des parkplatzes des schützenhauses in form von 250 personen ist völlig induskutabel und absurd .

    die aufgabe der politik lautet an dieser stelle zu helfen und probleme zu lösen und nicht neue probleme zu produzieren . eine intigration kann nicht darin bestehen 250 personen am RANDE einer kleinen gemeinde auf einem parkplatz ‚ abzustellen ‚ . diese fläche sowie die angrenzende nachbarschaft wäre masslos räumlich sowie sozial überfordert !!

    es sollten bzw. müssen lösungen gesucht werden , die menschen in kleineren mengen und an mehreren orten INNERHALB der Gemeinde zu integrieren .

    gewiss ist dies nicht leicht und stellt die politik vor einer großen aufgabe . diese aufgabe gilt es mit vernünftigen und differenzierten augenmaß zu lösen !!

    ich bin leider der festen überzeugung wenn wir an diesem standort die unterbringung von 250 Personen zu lassen , dass hier noch nicht überschaubare neue und bestimmt massive probleme entstehen werden .

    die ortspolitik stände vor einem neuen krisenmanagement , leider nur in diesem fall mit und selbst verschuldet !

    geschätzter herr bube , auch wir lassen zur zeit über eine anwaltskanzlei die situation prüfen um final einen brief an die stadt pulheim zu adressieren !!

  • Markus Feldhoff:

    Auch ich bin gegen das Entstehen dieser „grossen Lösung“.
    Als direkter Anwohner bin ich besorgt das dieser Bau in dieser Größe und an dieser Stelle unsere Immobile drastisch abwertet.

    Ich mache mir auch sorgen, das eine große Lösung Menschen anzieht die leider Übergriffe auf Wohnheime als neuen Volkssport sehen. Je mehr „Opfer“ desto grösser das Medieninteresse.

    Möchte Brauweiler solche Negativschlagzeilen ?

    Wer schützt meine Kinder die an dieser Stelle täglich dran vorbeigehen?

    Was passiert eigentlich dann mit dem geplanten Umbau der Bernhardstrasse?

    Macht sich eigentlich irgendeiner aus dem Rathaus Gedanken darüber?

    Sicherlich schon – aber Vermutlich nicht so wie ich- oder andere Anwohner –

    Ich bin der Meinung das sich hier eine viel größere Baustelle auftun wird als das Desaster um den Guidelplatz.

    Schade das dies erst nach der Bürgermeisterwahl thematisiert wurde – hier wären die Parteien vermutlich nicht öffentlich einer Meinung gewesen…….

  • Lindenhöfer:

    Verehrte Bürger und Anwohner, liebe Frau Kollenberg und lieber Herr Feldhoff,
    gut, dass auch noch weitere Betroffene hier ihre Meinung kundtun. Wir teilen ja alle dieselben Sorgen und Bedenken, daher sollten wir versuchen, uns einmal kurz zu schließen, damit wir das weitere Vorgehen beraten und koordinieren können. Zusammen können wir mehr erreichen als jeder für sich allein. In den Unterschriftenlisten gegen den Standort Schützenheim haben schon zahlreiche Bürger unterzeichnet. Wer noch möchte, möge sich bitte bei Herrn Bube oder mir melden.

  • V. Henke:

    Den hier geschilderten Bedenken meiner Vorredner kann ich mich nur anschließen. Als Mutter von drei Kindern möchte ich nicht, dass ein möglicher sozialer Brennpunkt in unserem Wohnumfeld entsteht. Unsere Kinder spielen im Sommer in den Feldern, fahren mit ihren Fahrrädern in den Kottenforst und müssten dann jedesmal an dieser Massenunterkunft vorbeifahren. Hinzu kommt, dass die Bernhardstraße der einzige Weg in den Ort zu Einkaufsmöglichkeiten etc. ist, über den dann 250 Menschen täglich, vielleicht mehrfach, laufen müssten. Die Bernhardstraße ist ohnehin schon eine Katastrophe und der Rat hat es in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft, hier Abhilfe zu schaffen. Menschen aus anderen Kulturkreisen, die mit dem Straßenverkehr bei uns nicht vertraut sind, sollen über Bürgersteige, die wie selbstverständlich von Bussen, LKW und ausweichenden PKW genutzt werden, in den Ort gehen? Es ist für unsere Kinder schon gefährlich genug! Als Mutter mit einem Kinderwagen auf dem Gehsteig hat man ständig Angst, von vorbeirasenden Fahrzeugen gestreift zu werden. Die Stadt schafft es ja nicht einmal, einen Streckenabschnitt Tempo 30 auszuweisen. Das ist nur ein zusätzlicher Aspekt, der mir in Ergänzung zu den bereits genannten noch einfällt.
    Daher mein klares NEIN zu diesen Plänen einer Massenunterkunft!

    • Sehr geehrte Frau Henke,

      die Menschen, über die Sie hier reden, haben Tausende von Kilometern unfallfrei hinter sich gebracht. Davon auch einen großen Teil zu Fuß auf Straßen. Sie machen sich Sorgen, die keiner braucht.
      Mit freundlichen Grüßen
      Der Brauweiler Blogger

  • Ich habe mir erlaubt, mich an anderer Stelle etwas ausführlicher zu dem Thema zu äußern:

    https://chschep.wordpress.com/2015/12/22/fluechtlingsheim-am-schuetzenhaus/

    Kommentierungen sind auch dort möglich.

  • Ingo Bube:

    Verehrter Blogger,

    ´Sorgen, die keiner braucht? – Das ist genau das Credo derer, die diese Politik machen. Sorgen der Bürger, welcher Art auch immer, werden übergebügelt, ignoriert und für falsch erachtet. Ob alle Sorgen, die Bürger sich machen, letztlich eintreffen (ich hoffe nicht!!!!), ist eine Frage, ob man sie deshalb einfach wegwischen kann, eine andere. – Die Einträge zum Thema waren bisher sehr sachlich und dieser Blog mahnt Sachlichkeit zurecht an. Der Ball aber geht volley zurück! Sorgen hat man, oder eben nicht. Aber Sorgen, die keiner braucht, ist in Anbetracht dessen, worum es hier gehen könnte, kein guter Vortrag.

    >Es grüßt, IB

    • Verehrter Herr Bube, bevor wir den Laden schließen, denn bis 3. Januar wird es weder Blogposts noch die Möglichkeit von Kommentaren geben, schalte ich noch schnell Ihren Einwand frei. Frau Henke hat versucht auf Kosten anderer ein Tor zu schießen: »Menschen aus anderen Kulturkreisen, die mit dem Straßenverkehr bei uns nicht vertraut sind, sollen über Bürgersteige, die wie selbstverständlich von Bussen, LKW und ausweichenden PKW genutzt werden, in den Ort gehen?« Das mochte ich nicht so stehen lassen. Ich denke, dass das auch so aus meiner Antwort herauszulesen ist. Ich hätte das vielleicht deutlicher ausdrücken sollen. Denn, da haben Sie vollkommen recht, Ironie ist bei dem Thema nicht angebracht. Der Brauweiler Blogger wünscht Frohe Weihnachten.

  • Stefan Dunker:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    sehr geehrte Leser des brauweilerblog.
    Als Bewohner der Adamistraße in Brauweiler und somit mittelbar und unmittelbar Betroffener einer potentiellen Wohnanlagen mit jeweils 250 Plätzen (Schützenplatz, Brauweiler und Am Fronhof, Geyen) verfolge ich die aktuelle Diskussion aufmerksam und durchaus kritisch.

    In diesem Zusammenhang finde ich eine offizielle Stellungnahme der ökumenischen Arbeitskreise „Flüchtlingshilfe“ und „Pro Asyl“ bemerkenswert – denen man ja nun wirklich keine Stimmungsmache gegen Flüchtlinge nachsagen kann – zum geplanten Ausbau einer Unterkunft für Asylbewerber in Erftstadt-Lechenich, die sich in einer ähnlichen Größenordnung bewegen würde, wie die beiden o.a. neuen, potentiellen Wohnanlagen.

    Ich zitiere aus der Onlineausgabe der Kölnischen Rundschau vom 30.12.2015:

    „Die ökumenischen Arbeitskreise Flüchtlingshilfe und Pro Asyl sehen mit Besorgnis, dass die Stadt Erftstadt die Asylbewerber-Unterkunft am Brabanter Weg in Lechenich weiter ausbauen will. Dort entstehe ein „Großlager“ für mehr als 300 Menschen. Das habe die „Entnormalisierung der Lebenslage, den Verlust an Privatsphäre, die Isolation innerhalb der Kommune und steigende Aggressivität innerhalb der Unterkunft“ zur Folge, so die Arbeitskreise in einem offenen Brief. In den Übergangsheimen sollten nicht mehr als 150 Menschen leben, heißt es in dem Schreiben weiter.

    Die beiden Vereinigungen, die sich schon seit vielen Jahren intensiv um die Flüchtlingshilfe kümmern, bitten darum, im gesamten Stadtgebiet nach Freiflächen Ausschau zu halten, die sich für eine Unterbringung in kleineren Einheiten anbieten. Die Arbeitskreise betonen, dass Asylsuchende nicht länger als drei Jahre in Gemeinschaftsunterkünften leben und dann in private Wohnungen umziehen sollten. Es müsse verhindert werden, dass Menschen über Jahre hinweg in Flüchtlingslagern isoliert werden. Das verhindere auf Dauer die Integration und sei oft auch sehr teuer.“ …

    Diese Sicht der Dinge – die ich teile – ähnelt inhaltlich übrigens die der „Fraktion des Bürgervereins Pulheim“, die sich der interessierte Leser im Ratsinformationssystem der Stadt Pulheim anschauen kann:

    https://sdnetrim.kdvz-frechen.de/rim4350/sdnetrim/Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayEYv8Tq8Sj1Kg1HauCWqBZo5Ok4KfyIfuCWsDSm4Ql0Oe-Ie1CXuCWn4Oi0Lg-IbvDauHTp8To1Ok0HbwHau8Vt6Pi4Nj2GJ/Schreiben_der_Fraktion_des_Buergervereins_vom_10.11.2015.pdf

    Einen guten Rutsch und ein glückliches & gesundes Jahr 2016 wünscht
    Stefan Dunker

  • Wolfgang Kromer:

    Nach dem sich hier schon einige Brauweiler zu dem Thema in unterschiedlichster Form geäußert haben, möchte ich als Kommunalpolitiker meine Gedanken zu diesem Thema äußern.

    Beim Lesen der Beiträge fällt mir auf, dass hier viele pauschale Vorbehalte kund getan werden, was in der Sache leider nicht wirklich weiter hilft, da so eine konkrete Lösung oder Widerlegung nahezu nicht möglich ist. Auch finde ich es schade, dass hier einige ihre Meinung nur unter einem Pseudonym veröffentlichen und nicht unter ihrem richtigen Namen. Wir leben in einer freien demokratischen Gesellschaft, in der niemand Sorge und Angst haben muss, seine Meinung frei kundzutun. Auf der anderen Seite scheinen diese Bürger ja eine Unterschriftenliste zu pflegen und Unterschriften zu sammeln, spätestens dann müssen ja die Namen genannt werden, wenn eine solche Unterschriftenliste etwas bringen soll. Ich fände es gut, wenn die Initiatoren dieser Unterschriftensammlung sich doch einmal Samstags Vormittags vor den REWE in Brauweiler stellen würden, um so zum einen all den Bürgern die Chance zur Unterschrift zu geben, die den Brauweiler Blog nicht lesen. Auch würden so die Initiatoren dieser Unterschriftenaktion ein (oder mehrere) Gesicht/er geben und die Chance zum Bürgerdialog eröffnen.

    Man liest nicht nur im Brauweiler Blog, auch in anderen Foren zum Thema Flüchtlinge, “dass es täglich zu unerfreulichen Ereignissen an den Schulen komme, Mädchen würden sich belästigt fühlen, es würden Drogen an Minderjährige verkauft, Diebstähle nähmen zu. Ich will nicht leugnen, dass es diese Vorkommnisse und Taten gibt, aber fragen wir uns doch einmal ehrlich, sind diese Geschehnisse nicht auch schon früher vorgekommen, bevor die Flüchtlinge zu uns kamen? Und nehmen wir jetzt nicht die Flüchtlinge nur als vermeintliche Ursache, um ein Argument gegen ihren Aufenthalt bei uns zu haben?

    Ich möchte all die geäußerten Ängste nicht klein reden oder den Menschen absprechen, das steht mir nicht zu, da ich nicht weiß, welche Ursache diese Ängste haben. Aber wenn es zu den genannten Taten gekommen ist, frage ich mich, warum hier dann nicht die Behörden, sprich die Polizei, informiert und eingeschaltet wurde. Wenn doch seit der Anwesenheit der Flüchtlinge diese Taten zugenommen haben sollen, warum findet dies dann keinen erkennbaren Niederschlag in den Zahlen der Anzeigen bei der Polizei?

    Ich persönlich kann diese Ängste nicht teilen, da ich keine solchen Erfahrungen mit den Flüchtlingen gemacht habe bisher. Im Gegenteil, vielfach habe ich einfach nur Dankbarkeit verspürt und ich war oftmals fassungslos, wenn ich hörte, was diese Menschen in ihrer Heimat alles durchgemacht haben.

    Wenn man dies bedenkt, dann kommen einem geäußerte Argumente wie“ die Menschen kommen ja aus einem anderen Kulturkreis und seien mit dem Straßenverkehr bei uns nicht vertraut“ sehr merkwürdig vor. Da kann ich dem Brauweiler Blogger nur zustimmen, wenn er schreibt, dass diese Menschen tausende von Kilometern aus ihrer Heimat zu Fuss und unfallfrei zurück gelegt hätten. Und wer diese Bombardierungen überlebt hat, für den wird der Straßenverkehr in der Bernhardstraße auch beherrschbar werden.

    Nichts desto trotz teile ich aber die geäußerte Kritik hinsichtlich der Größe der geplanten Unterkunft. Wenn wir wollen, dass die Integration der Menschen in unsere Gesellschaft gelingt, dann dürfen wir sie nicht an den Ortsrand in einer Art großem Getto für 250 Menschen unterbringen, sondern sollten sie in sehr viel kleineren Einheiten (maximal 50 Personen) innerhalb des Stadtgebietes unterbringen. Denn nur so können sie dann auch am Alltagsleben unmittelbar teilnehmen und sind nicht am Rande des Ortes und der Gesellschaft untergebracht.

    Es gilt aber auch die Bevölkerung frühzeitig, offen und transparent in die Planungen der Verwaltung und Politik einzubeziehen, denn nur so kann dann auch Akzeptanz für die Entscheidungen gefunden werden bei den Bürgern. Und diese Akzeptanz ist enorm wichtig, denn nur dann wird auch bei den Bürgern die Bereitschaft und der Wille zur Integration der Flüchtlinge so groß sein, dass diese dann auch gelingen kann und wird. Natürlich ist Integration keine einseitige Angelegenheit. Dieser Wille zur Integration muss natürlich auch bei den Flüchtlingen vorhanden sein. Wer sich aber nicht integrieren will, muss sich darüber im Klaren sein, dass dies dann für Ihn auch Folgen hat.

    Allerdings habe ich das Gefühl, die Flüchtlinge sind zur Integration viel bereiter als wir es sind. Die Integration beginnt in den Köpfen und es liegt daher auch und gerade an uns, ob die Integration gelingt.

    Es wird sich durch diese Menschen manches ändern und darauf müssen wir uns einstellen. Aber Veränderung ist etwas mit dem wir tagtäglich leben müssen. Schauen wir uns nur an, wie der technische Fortschritt unser Zusammenleben heute schon verändert hat (Handy, E-Mail, Whatsapp, twitter, facebook, Internet, Amazon etc.) und alles hat das Zusammenleben technischer, aber nicht unbedingt menschlicher gemacht. Da ist doch eine Veränderung aufgrund von zu uns kommenden Menschen, eine gute Gelegenheit, eine Veränderung einmal menschlicher sich vollziehen zu lassen. Natürlich müssen sich auch die Flüchtlinge auf die Veränderungen einlassen und für sie bedeuten die Veränderungen vermutlich mehr, als für uns.

    Den Respekt, der von uns für die Kultur, Religion etc. der Flüchtlinge zu Recht erwartet wird, den dürfen wir aber in gleichem Umfange auch von den zu uns kommenden Menschen erwarten. Nur dann kann und wird die Integration gelingen.

    Ein gutes Zeichen wäre es daher, wenn die Verwaltung gemeinsam mit dem Rat und den Bürgern ein Konzept für die gesellschaftliche Integration erarbeiten würde, dass natürlich auch das Thema Unterbringung beinhaltet. Ein Unterbringen in so großen Unterkünften am Rande von Stadt und Gesellschaft ist meiner Meinung nach nicht zielführend. Ich wünsche mir kleinere Unterkünfte, an vielen verschiedenen Standorten innerhalb des Stadtgebietes.

  • Liebe Brauweiler,

    „Wir schaffen das“ sind die Worte Merkels. Dass die Willkommenskultur gegenüber Flüchtlinge komplizierter ist als diese kurze Äußerung, muss jedem klar sein. In dem Satz „Wir schaffen das“ stecken mehrere verantwortungsvolle Komponenten: Wir nehmen eine uns gestellte Aufgabe an. Weil wir stark sind. Weil wir uns nicht wegducken. Der Satz sortiert sich ein in die Parteigeschichte der CDU. „Wir wählen die Freiheit“ (Adenauer), „Wohlstand für alle“ (Erhard), „Wir schaffen blühende Landschaften“ (Kohl). Und es ist jedes Mal gelungen.
    Die zu uns kommenden Flüchtlinge treffen und betreffen uns alle – direkt vor Ort. Anderes als eine Finanzkrise, anders als ein Krieg in der Ukraine, anders als das Gerangel um den Euro und um Griechenland, anders als die Terroranschläge im entfernten Paris. Hier müssen wir vor unseren Haustüren anpacken. Wir müssen den Hilfesuchenden ein Dach über dem Kopf bieten. Dass soviel Wohnraum wie nötig nicht auf die schnelle zu beschaffen ist, liegt auch an unseren selbst gemachten Gesetzen. Auch ich bin gegen Massenunterkünfte, weil sie Konflikte bringen und die Integration erschweren (Was Integration bedeutet, ist gesondert zu klären). Die Alternative zu Großunterkünften sind Einzelunterkünfte und Lückenschluss (da wo Lücken in der Bebauung sind). Doch das sind private Immobilien. Die Stadtverwaltung suchte und sucht in zahlreichen Aufrufen Haus- oder Wohnungsbesitzer, die Wohnraum zur Verfügung stellen können und wollen. Leider ist die Resonanz sehr bescheiden oder wird von den Anbietern dazu missbraucht, sich die Immobilie auf Kosten der Allgemeinheit sanieren zu lassen. Welche anderen Möglichkeiten haben wir noch? Flüchtlingsstrom begrenzen – da sind wir dran (Schengen, Türkei). Abgelehnte Asylbewerber nach Hause schicken – wird in der NRW-Regierung nur widerwillig und unzureichend getan. Untervermietung – kommt so gut wie nicht vor. Theoretische Vorschläge gibt es. Aber sind diese auch durchführbar? Sind Massenunterkünfte alternativlos? Ich bin mir sicher, dass jeder machbare Vorschlag genutzt werden wird. Das Thema betrifft ja nicht nur Brauweiler. In kleineren Gemeinden fällt es allerdings mehr ins Gewicht als in Großstädten.

    Viele Grüße,
    Hermann Schmitz
    (der aus Brauweiler)

  • Ingo Bube:

    Lieber Herr Schmitz,
    sehr geehrter Herr Kromer,

    zwei Ihrer Aussagen (Herr Schmitz) sind von großer Bedeutung: Zum einen, Ihre Festellung, dass wir alle betroffen seien, vor Ort. Dem ist nicht so! Wer ist unmittelbar betroffen, wenn man am Schützenhaus 250 Menschen unterbrächte? Unmittelbar betroffen sind alle Bürger im direkten Umfeld. Denn unsere Häuser werden die sein, die weniger nachgerfragt werden, unsere Kinder laufen täglich an der Einrichtung vorbei (oder eben nicht, weil sie sich fürchten – Ereignisse, wie die jüngst in Köln tragen natürlich dazu bei, dass man sich als verantwortungsvolle Eltern Gedanken machen MUSS). Es sind nicht die, die am anderen Ende Brauweilers wohnen, die dort ihre Häuser finanziert haben, die nicht auf eine dort gebaute Containerlandschaft blicken usw. – Es wird immer so dargestellt, dass ALLE betroffen seien; dem ist nicht so, wie wir auch bei der Sammlung der Unterschriften erfahren haben. Ist die Entfernung groß genug, heißt es überwiegend wegducken…

    Der zweite Punkt, ist Ihre Aussage, sie seien auch gegen Massenunterkünfte. Eine klare Ansage. Sie sind nicht irgendwer. Ratsmitglied und Angehöriger einer Fraktion, die die Mehrheit im Rat hat. Ich muss gestehen, dass ich nicht verstehe, warum man dann überhaupt darüber redet?! Wenn ich den Bürgermeister höre, Ihrer Partei angehörig, dann scheint die Sache klar: Die Umstände sind so, die Politik der Bundes-CDU wird mitgetragen, kleine Einheiten sind nicht möglich, also müssen größere her. Sie selbst benennen oben die Probleme, die es geben wird. Denen, die nun sagen, dass es ja auch sein kann, dass es keine gibt, sei gesagt, dass mir die MÖGLICHKEIT schon reicht, dass es Probleme gegen wird. Niemand konfrontiert sich ohne Not mit Schwierigkeiten, zumal unmittelbar vor der Haustür.

    Ich persönlich mache auch einen Unterschied, ob es sich um Kriegsflüchtlinge handelt, oder nicht. Woher würden die 250 Menschen kommen, die man hier diskutiert, unterzubringen? – Wer weiß das?

    Es gibt Alternativvorschläge. Das Probem ist, dass der Normalbürger sie nicht prüfen kann, weil er die Umstände nicht kennt. Politiker spielen den Ball gerne an die Bürger, nach dem Motto ´wir könenn ja nicht anders.´ Sie und Ihre Kollegen sind die Profis, die wir gewählt haben. Sie kennen die Umstände, Sie sind gehalten, Lösungen zu finden, die möglichst wenige belasten, oder eben möglichst viele, aber nicht eine Handvoll, die hier mit zweifelhaften Standorten in die Haftung genommen werden.

    Was ist mit den Gebäuden der LVR, was ist mit der Schule, mit angrenzender Turnhalle in Brauweiler? (Jahnstraße?) Meiner Kenntnis nach steht die im Sommer leer… Das wären z.B. Lösungen, bei denen man zum einen nicht teuer bauen müsste und zum anderen die Anzahl der Bewohner geringer wären.

    Auch Herr Kromer wünscht sich kleinere Einheiten, so dass wir ja in diesem Punkt keinen Dissens haben.

    Mir fällt auf, dass diejenigen, die weniger kritisch argumentieren, oft anführen, sie hätten ja selber noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. – Ich auch nicht! Daraus lässt sich aber doch nicht ableiten, dass dann auch andere keine schlechten Erfahrungen gemacht haben, oder machen werden. Man kann doch nicht die Augen vor dem verschließen, was täglich und immer wüster auf uns an Nachrichtenlage niederkommt, nur weil man selber zu allen freundlichen und ehrenwerten Aktivitäten bereit ist. Ich fürchte, dieses Paradies haben wir nicht in Deutschland.

    Ich persönlich und Sie mahnen ja Klartext und Namensnennung an, habe Respekt vor JEDEM Menschen, der sich benimmt, der fleißig ist, der nicht kriminell ist, der Andere in gleichem Maße achtet, der mich leben lässt, wie ich ihn leben lasse, der meine Frau und meine Töchter respektiert und als gleichwertig erachtet. Wird das jederzeit eingehalten, habe ich persönlich kein Problem mit niemanden; da ist mir die Religion, die Herkunft, die Hautfarbe und das Geschlecht egal. – Bei allen anderen, sei mir der Wunsch erlaubt, dass ich deren Umfeld nicht suche.

    Viele Grüße, Ingo Bube

    PS: Ich finde es ausgesprochen positiv, dass sich inzwischen auch Kommunalpolitiker hier äußern und sich die Mühe machen, sich sehr dezidiert zu erklären.

    Ich finde es übrigens nicht tragisch, wenn jemand seinen Namen nicht nennen will! Vielleicht haben diejenigen übergeordnete Gründe, denn jeder weiß ja inzwischen, dass Meinungsäußerungen mitnichten immer respektiert werden. Viele Menschen haben schon viel Prügel bezogen und wurden in irgendwelche Ecken gestellt, nur weil sie es wagten, sich kritisch zu äußern.

    • Stefan Dunker:

      Sehr geehrter Herr Bube,
      in Ihrem Kommentar vom 07. Januar 2016 zum Thema „Neue Flüchtlingsunterkunft in Brauweiler“ stellen Sie die Frage, woher die 250 Menschen kommen würden, die potentiell in Brauweiler untergebracht werden sollen.

      Diese Frage lässt sich aus meiner Sicht – zumindest grob – mit Hilfe der offiziellen Statistiken beantworten:
      Der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erstellte Migrationsbericht 2014 wurde am 06. Januar 2016 durch Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière vorgestellt.
      Endgültige Zahlen für 2015 liegen zwar noch nicht vor, dennoch wurde berichtet, dass 2015 wurden fast 1,1 Millionen Asylsuchende in Deutschland aufgenommen wurden
      Die meisten Flüchtlinge kämen demnach derzeit aus Syrien (40 Prozent), Afghanistan (14 Prozent) und Irak (11 Prozent), während der Anteil der „Balkan-Flüchtlinge“ von 40 auf zwei Prozent zurückgegangen sei.
      „Ein besonderer Anlass zur Sorge“ sei zudem, dass die Zahl der Flüchtlinge aus Algerien und Marokko stark wachse…

      Ähnlich sieht das Bild bei den Flüchtlingen aus, die Mitte Dezember 2015 in den Regelunterkünften der Stadt Pulheim untergebracht waren:
      Es sind Menschen aus 34 Nationen, sowie Staatenlose.
      Der Großteil dieser Menschen stammt aus Syrien (28%), Irak (14%), Albanien (8%), Afghanistan (7%), Kosovo (5%) und Pakistan (4%).

      Dabei sind ca. 70% der in der Stadt Pulheim untergebrachten Flüchtlinge männlich;
      und ca. 63% aller in der Stadt Pulheim untergebrachten Flüchtlinge in einer Altersgruppe von 10-35J.

      Quelle: http://www.pulheim.de/file_453-212068-32320/fl%C3%BCchtlingszahlen-stand-17-dezember-2015.pdf

      Somit könnte man folgern, das in der geplanten Unterkunft in Brauweiler für ca. 250 Personen, mindestens 110 „junge Männer“ aus den o.a. Ländern untergebracht würden.
      Diese Aussage könnte jetzt als „politisch heikel“ bezeichnet werden – lässt m.E. aber erahnen, was für Probleme innerhalb und rund um ein solches „Großlager“ entstehen könnten.

      Mit freundlichen Grüßen
      Stefan Dunker

  • Lindenhöfer:

    Verehrte Leser,

    auch ich finde es gut, dass sich Kommunalpolitiker an der Diskussion hier beteiligen. Beigefügt habe ich einen Link, wo ein SPD-Ratsherr aus Recklinghausen ein Interview zur prekären Lage in Bezug auf „Flüchtlinge“ und Migranten in seinem Bereich gibt:

    http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/essen/der-essener-norden-schafft-das-nicht-id11442282.html?service=mobile#plx1120397917

    Spätestens nach den Vorfällen in Köln und Paris (Täter war laut Tagesschau Asylbewerber aus NRW und dort bereits polizeilich auffällig geworden) darf man doch ernsthaft Bedenken haben? Und zwar nicht nur gegenüber der Politik vor Ort, sondern mehr noch gegenüber Frau Merkels Politik, die diese Zustände maßgeblich verursacht (hat). Derzeit reisen immer noch ca. 3.600 Personen täglich illegal ins Bundesgebiet (als Flüchtlinge und Asylbewerber) ein. Wenn der Winter vorüber ist, werden diese Zahlen wahrscheinlich wieder Werte von 10.000 und mehr wie im Sommer 2015 erreichen. Was ist dann Ihre Lösung: Unterkunft Brauweiler II, III, IV usw.? Daher müssen Sie, meine Herren und Damen Kommunalpolitiker, endlich handeln. Melden Sie nach oben: „Auftrag nicht durchführbar.“ Wenn Sie diesbezüglich einfach immer nur blindlings umsetzen, was „von oben“ gefordert wird, dann wird es dort nicht zum Nachdenken oder Umdenken führen. Dann werden sehr bald die nächsten Forderungen an Sie herangetragen. Haben Sie diesen Mut!

    Mit besten Grüßen
    Lindenhöfer

    Damit ich nicht missverstanden werde: Deutschland soll sich mit der Aufnahme von wirklichen Flüchtlingen engagieren. Schutz und Hilfe für wirklich von Verfolgung und Tod bedrohten Personen ist ein politischer Imperativ und vor allem ein Gebot christlicher Nächstenliebe. Alles jedoch in Maßen. Keinesfalls darf sich der Helfer selbst gefährden, das ist ein eherner Grundsatz. Ich bin gerne bereit zu helfen, ich möchte allerdings nicht, dass unser Gemeinwesen daran Schaden nimmt, wie es sich jetzt immer deutlicher abzeichnet (Einschränkungen in der Inneren Sicherheit usw.).

  • Carsten Kurz:

    Ohne andere konkrete Machbarkeitsüberlegungen diesbezüglich angestellt zu haben – es war schon früher in anderen Zusammenhängen im Gespräch, das ehemalige Kino in Brauweiler? Das wäre zentral, nicht so groß, müsste nur ausgebaut werden, und hat genug Platz drum herum für die notwendige Logistik und nötige Ausweichmöglichkeiten. Natürlich werden auch dort Anwohner erstmal nicht begeistert sein, aber je kleiner, desto konsensfähiger.

    So ein Ghetto-Riesenbau am Ortsausgang von Brauweiler, katastrophale Idee, das erinnert doch sehr an Ideen, Atomkraftwerke bevorzugt an Landesgrenzen zu bauen…

    – Carsten Kurz

  • Florian Nelle:

    Wir betreuen eine syrische Familie in der Donatusstr. und haben bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber Großeinrichtungen sind auf jeden Fall negativ zu beurteilen – auch in der völlig überbelegten Pulheimer
    Großeinrichtung sind unschöne Sachen gelaufen. Eine dezentrale Unterbringung ist auf jeden FAll zu bevorzugen, politisch ja aber wohl nicht gewollt bzw. schwerer zu organisieren.
    Wer sich übrigens für die Flüchtlingshilfe und alle Fragen um Flüchtlinge in Brauweiler interessiert kann gerne auch in unsere Facebookgruppe Refugees welcome to Brauweiler und Dansweiler kommen

    https://www.facebook.com/groups/1652331901650483/?fref=ts
    Florian Nelle

  • Stefan Dunker:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    nun regt sich auch in Sinthern und Geyen Widerstand gegen Unterkünfte in einer solchen Größenordnung (250 Personen).
    Entsprechend gibt es eine „Anregung und Beschwerde nach §24 der Gemeindeordnung“,
    die in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, den 19.01.2016 „beraten“ werden soll.

    Das entsprechende Schriftstück ist hier zu finden:
    https://sdnetrim.kdvz-frechen.de/rim4350/sdnetrim/Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayEYv8Tq8Sj1Kg1HauCWqBZo5Ok4KfyIfuCWsESn4Qm0Le-Ie1CXuCWn4Oi0Lg-IbvDauHTp8To1Ok0HbwHau8Vt6Pi4Nj2GJ/Haupt-_und_Finanzausschuss_19.01.2016_18-00_Uhr.pdf

    Aus meiner Wahrnehmung heraus und zusammenfassend würde ich sagen, dass die überwiegende Mehrheit der Pulheimer Bürger einsieht, dass in der jetzigen Situation neue/weitere Unterkünfte für Flüchtlinge geschaffen werden müssen;
    und für Flüchtlingsunterkünfte an sich, auch durchaus Verständnis hat – aber nicht in der geplanten Größenordnung von jeweils 250 Plätzen!

    Hier sind Konflikte in jeglicher Form – auf Jahre hinaus – vorhersehbar
    und spätestens seit den Vorfällen in der Silvesternacht (Köln) und des Angreifers von Paris (Recklinghausen) dürfte die Akzeptanz solcher, selbst von „Pro Asyl“ bezeichneten „Großlager“ gen Null tendieren.
    In der bisherigen Diskussion hier im brauweilerblog, sowie in zahlreichen Gesprächen mit Bürgen – hauptsächlich aus Brauweiler und Dansweiler – habe ich bislang jedenfalls noch keine einzige Stimme vernommen, die sich für eine Großunterkunft in der geplanten Größenordnung ausspricht.

    Entsprechend fordere ich unsere Politiker und damit die Verwaltung und den Rat der Stadt Pulheim auf, die Planung zur Errichtung von zwei weiteren Wohnanlagen mit jeweils 250 Plätzen sofort zu stoppen
    und unverzüglich nach Alternativlösungen zu suchen – im Sinne eines friedlichen Miteinanders und wirklicher Chance auf Integration!

    Stefan Dunker

  • Theo Koopmann:

    Pulheim hat derzeit ca. 850-900 zugewiesene Flüchtlinge und wird in einigen Wochen den 1000. begrüßen und danach ist wohl noch nicht Schluß. Es sind Menschen, die 2 bzw. 3 Jahre bleiben dürfen oder denen es in nächster Zeit gestattet wird. Sollte sich die Situation in den Heimatländern danach nicht verändert haben, wird der Aufenthalt verlängert. Diese Menschen werden die nächsten 5-6 Jahre mit Sicherheit in Pulheim bzw. Brauweiler bleiben. Ich wünsche diesen Menschen auch eine Unterbringung in kleinen Einheiten, ABER Fakt 1 ist: Es gibt keine Grundstücke/Häuser, denn wo wäre Platz verteilt über ganz Brauweiler beispielsweise für 20 Häuser a 12-15 Bewohner? Fakt 2 ist: Wer bietet bezahlbare Wohnungen zur Miete an?
    Noch eine Frage an die Kommunalpolitiker:Welcher Bebauungsplan läßt Mehrgeschoss-/Sozialwohnungsbau zu oder fordert es sogar?

  • Stefan Dunker:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    auf der Facebookseite „PulheimLiving“
    https://www.facebook.com/PulheimLiving
    lese ich gerade folgende Eintrag:

    Kein Flüchtlingsheim in Sinthern
    Ob es die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln waren ? Stadtverwaltung und Politiker scheinen vom Bau eines Flüchtlingsheim an der Grundschule Geyen/Sinthern in unmittelbarer Nähe eines Kindergartens Abstand zu nehmen.
    Die Geyener CDU Politikerin Dorothea Winkler :“ Uns hat die Nachricht erreicht, dass die Flüchtlingsunterkunft in Sinthern nach hoher Wahrscheinlichkeit nicht gebaut wird. Die Intervention bei der Stadt Pulheim hat anscheinend Erfolg.“

    und dazu noch einen Kommentar von Frau Winkler:

    Nur damit es allen klar ist: das ist keine Entscheidung gegen eine Unterbringung von Flüchtlingen in Geyen / Sinthern. Vielmehr ist der Bau der Großunterkunft derzeit gestoppt. Natürlich werden wir in Geyen / Sinthern unseren Beitrag zur Unterbringung von Flüchtlingen leisten. Und das ist auch gut so. Denn nicht alle Flüchtlinge missachten unsere Regeln. Menschen, die vor Terror und Krieg auf der Flucht sind, müssen wir helfen. Allerdings müssen diese Menschen, die wir aufnehmen, unsere Regeln befolgen und unsere Werte respektieren.

    Jetzt interessiert mich brennend was zum plötzlichen Sinneswandel der handelnden Personen bei der Stadt Pulheim geführt hat, was deren „Plan B“ ist
    und natürlich
    wie es nun mit den Plänen zur Errichtung einer Wohnanlage mit 250 Plätzen am Schützenplatz in Brauweiler aussieht?

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Dunker

  • Ingo Bube:

    Liebe Brauweiler,

    auf viele Rückfragen hin, möchte ich hier über den altuellen Stand zum Thema Unterbringung von Flüchtlingen informieren:

    Dr. Bartz und ich haben Anfang der Woche mehrere Schreiben bei der Stadt eingereicht. Zum einen ein Schreiben an den Bürgermeister, samt gesammelter Unterschriften aus dem Umfeld des Schützenhauses, zum anderen unsere Bürgeranträge nach § 24 Gemeindeordnung. Zu den Anträgen, über die in den Ausschüssen beschieden werden muss, gehören der Antrag auf Rücknahme der Entscheidung vom 11.11.15, in der drei Flächen, u.a. Schützenhaus, zur Potentialfläche für eine Großunterkunft erklärt wurde. Ferner haben wir beantragt, div. Gebäude auf deren Nutzungsmöglichkeiten zu prüfen. Was parallel wohl entschieden wurde, ist den ehemaligen Polizeiposten gegenüber der Krabbe für Flüchtlinge zu nutzen. Den Mietern wurde allen gekündigt. Wieviele dort untergebracht werden sollen, konnten wir nicht erfahren.

    Ferner haben wir alle Ratsmitglieder einzeln angeschrieben und unsere Bedenken gegen Großeinrichtungen kund getan. Eine unmittelbare Reaktion gab es vom Bürgerverein, der unser Anliegen unterstützt und auch in der Vergangenheit bereits für die kleinzellige Unterbringung eingetreten ist. Die anderen Fraktionen sind bis heute noch nicht an uns herangetreten.

    Die Großeinrichtungen Geyen/Sinthern ist zunächst wohl vom Tisch, zu der es auch einen Bürgerantrag gibt.

    Sobald wir weitere Informationen haben, informieren wir hier gerne wieder.

    Es grüßt, Ingo Bube

  • Ingo Bube:

    Am Dienstag, den 26.1.16 ab 18.00 Uhr findet eine z.T. öffentliche Ratssitzung statt. Unter TOP 11 findet sich der Punkt: Flüchtlingssituation in Pulheim, Konzepte zur Integration und Unterbringung in anderen Kommunen. – Im Rahmen der Diskussion um Sinn und Unsinn von Großeinrichtungen, ein wichtiger Punkt! Wer es sich kurzfristig einrichten kann, sollte kommen, um auch zu zeigen, wie wichtig den Bürgern dieses Thema ist… Leider habe ich auch eben erst davon erfahren.

  • Ingo Bube:

    Liebe Brauweiler,

    wer kein Stadtanzeiger-Leser ist, sei hier informiert; offenbar informieren sich doch immer mehr Brauweiler hier im Blog, was unsere Arbeit bestätigt. Das freut doch!

    Demnach hat die CDU Brauweiler/Dansweiler/Freimersdorf, namentlich Hermann Schmitz (Brauweiler), Birgit Maroske und Michael Weyergans nun auch reagiert. Mit einem Schreiben an den Bürgermeister formuliert man auch eine Ablehnung einer Großeinrichtung in der Bernhardstraße. Auch die CDU präferiert demnach kleinzelligere Unterbringungen und fragt bei der Verwaltung zudem an, welche weiteren Möglichkeiten der Unterbringung geprüft worden sind und noch geprüft werden.

    Es sind nach wie vor alle Bürger aufgerufen, Unterbringungsmöglichkeiten zu benennen. Der Druck des Zustroms von Flüchtlingen ist nach wie vor sehr groß. Bis Mai diesen Jahres werden weitere 800 Personen im Bereich Pulheim erwartet. Die Möglichkeit von Ghettobildungen in Großeinrichtungen muss auf jeden Fall verhindert werden!

    Wir begrüßen es sehr, dass nun neben dem Bürgerverein auch die hiesige CDU eingesehen hat, dass der Standort Bernhardstraße ein in vielerlei Hinsicht schlechter Standort wäre. Die Fraktionen der SPD, FDP und der Grünen halten sich, jedenfalls für uns nicht wahrnehmbar, bedeckt zum Thema. Vielleicht erreichen uns, über welche Medien auch immer, auch hier bald Vorschläge zur Problemlösung?!

    Es grüßt, Ingo Bube

  • Wolfgang Kromer:

    Liebe Brauweilerinnen und Brauweiler,

    die CDU Brauweiler, Dansweiler, Freimersdorf hat in einem Schreiben vom 22.01.2016 an den Bürgermeister die geplante Großunterkunft auf dem Schützenplatz in Brauweiler in der geplanten Form abgelehnt.
    Ziel der CDU Brauweiler, Dansweiler, Freimersdorf ist es, alternative Flächen zu finden, die es ermöglichen die Unterbringung der Flüchtlinge in kleineren Einheiten zu realisieren. Hierzu haben wir die Stadt aufgefordert entsprechende Flächen und Räumlichkeiten zu benennen, die sich im städtischen Besitz befinden.
    Wir halten sie informiert.

    Beste Grüße
    Wolfgang Kromer-von Baerle Kreistagsabgeordneter

  • Theo Koopmann:

    Liebe BrauweilerInnen,
    gegenwärtig sind schon schätzungsweise 200-250 Menschen in 4 Pulheimer Turnhallen untergebracht plus bis zu 170 in der 3-fach Turnhalle Brauweiler. Sollten weitere 800 bis zum Frühsommer kommen, dann werden alle Turnhallen und der Dr. Köster-Saal belegt sein.
    Ich halte auch nichts von Großeinrichtungen, aber gegenwärtig sehe ich in Brauweiler, Dansweiler, Geyen + Sinthern keine 20-30 Baulücken, die kurzfristig für den Bau kleiner Einheiten für jeweils 25-30 Bewohner genutzt werden können. Deshalb führt wohl kein Weg am Bau auf dem Schützenplatz vorbei.

  • Ingo Bube:

    Verehrter Herr Koopmann,

    wenn man eine Großeinrichtung als falsch erkennt, sollte man sie nicht damit rechtfertigen, dass es angeblich keine andere Lösung gäbe und man dazu quasi gezwungen sei. Es bleibt eine schlechte Variante und ob es eine Lösung ist, ist mehr als fraglich, wenn man sich überlegt, welche Probleme man sich einhandelt.

    Zudem geht ihre Schlussfolgerung auf falsche Annahmen zurück. Zum einen blenden Sie Pulheim aus (die Last tragen nicht doe Ortsteile alleine), zum anderen sollen und müssen keine 20-30 BAUlücken geschlossen werden. Die 800 Personen kommen nicht hinzu, sondern sind in der Gesamtzahl für ganz Pulheim schon enthalten und zum Teil ja schon untergebracht. Ferner werden zur Zeit noch Unterbringungen in bestehende Gebäude geprüft. Mögliche Zahlen kennen wir noch gar nicht. Lt. Aussage des Regierungspräsidiums nimmt der Verteilungsdruck auf Pulheim im Moment ab. Sollte sich das kurzfristig wieder ändern, kann die Konsequenz aber nicht lauten, ´dann bauen wir halt am Schützenhaus´, sondern kann dann nur lauten, dass man sich mit dem Bau von Großeinrichtungen mehr Probleme schafft, als man löst und genau das auch an die übergeordneten Stellen kommuniziert. – Die CDU Brauweiler hat mögliche und wahrscheinliche Probleme beschrieben. Die kann niemand wirklich wollen, auch nicht als vermeintliche Notlösung! Man löst nicht, man schafft neue Probleme!

  • Theo Koopmann:

    Hallo Herr Bube
    basierend auf Zahlen der Stadt von November (Einwohnerzahl) bzw. Dezember 2015 (Flüchtlingszahl) ergibt sich folgende proz. Verteilung:
    % Bewohner / % zugewiesene Flüchtlinge
    Pulheim 41 / 46
    Sinnersdorf 10 / 12
    Sinthern, Geyen, Manstedten 11 / 3
    Stommeln, St.-busch,Ingendorf 17 / 26
    Brauw.,Dansw.,Freimersdorf 21 / 12
    soviel zur Last der Ortsteile…

    Auch wenn der RP die Großstädte stärker belasten will und Pulheim deshalb bis in den Februar keine Zuweisungen erhält, geht es danach vermutlich wieder mit 20-30 pro Woche (= 80-120 pro Monat) weiter. Gegenwärtig leben schon ca.200-250 Menschen in Turnhallen.
    Außerdem leben ca. 300 Menschen in Unterkünften, die nach normalen Maßstäben abgerissen werden müßten. All diese Menschen leben schon hier oder kommen in den nächsten Monaten. Wir müssen ihnen eine Unterkunft geben – irgendwie.

    Welche Alternativen mit schneller Umsetzbarkeit (=3-6 Monaten) sind denkbar?
    A: Großeinheiten : unbeliebt und …
    B: „klass. Reihenhaus“ mit 3 Schlafzimmern: 6-12 Personen; fehlende Grundstücke in städt. Besitz; kein Baurecht,….
    C: Sozialer Wohnungsbau: keine Grundstücke mit Baurecht, da der Rat dies nicht als „nötig“ erachtet hat; neuer/geänderter Bebauungsplan soll mind. 1 Jahr dauern;
    D: andere Kommunen im Rhein-Erft-Kreis belasten funktioniert nicht, da alle die Zuweisungsquote nachrechnen und die Meldeadresse zählt;
    E: ??
    F: ??

    Für die von Ihnen und/oder der CDU Brauweiler genannten möglichen Probleme werden wir als Brauweiler Bürger, als Bundesland oder als Staat Lösungen finden (müssen, wenn sie denn auftauchen.
    Fakt ist: Diese Menschen sind hier und verschwinden nicht einfach, weil wir keine Wohnung für sie finden !!.

  • Stefan Dunker:

    Sehr geehrter Herr Koopmann,
    halten wir mal fest: Augenscheinlich möchte niemand in Pulheim „Großunterkünfte“ haben.

    Wenn ich Ihre Aussagen richtig interpretiere, ist für Sie die Errichtung einer Wohnanlage mit 250 Plätzen am Schützenplatz in Brauweiler aber anscheinend „alternativlos“.

    Leider habe ich den Eindruck gewonnen, das Rat und Verwaltung der Stadt Pulheim und die Politik im Allgemeinen völlig ratlos ist, was die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen in unserer Stadt angeht.
    So scheint in der hier diskutierten Ratsvorlage 470/2015 (Ratssitzung vom 10.11.2015) das Unterbringungsproblem rein „mathematisch“ gelöst worden zu sein.
    Folgt man den Erläuterungen, sind bis Ende Mai 2016 ca. 1.450 Menschen ist der Stadt unterzubringen.
    Gleichzeitig würden – bei Realisierung diverser Maßnahmen – aber nur ca. 938 Plätze zur Verfügung stehen.
    Somit fehlen auf Sicht ca. 500 Plätze.
    Dieses „Problem“ könne man lösen, indem man zwei Wohnanlagen mit jeweils 250 Plätzen baue… – rechnerisch!

    Nun gibt die Stadt bekannt, dass:
    „Die Planung für eine mögliche Erweiterung des Standortes der Flüchtlingsunterkunft am Fronhof in Sinthern/ Geyen wird zunächst zurückgestellt.
    Für dieses Vorhaben ist eine sehr intensive Bearbeitung und Vorbereitung erforderlich, für die die erforderlichen Ressourcen nicht zur Verfügung stehen.
    Darüber hinaus setzt ein Neubau an diesem Standort voraus, dass für die aktuell dort wohnenden Menschen eine sachgerechte Alternative, die es zurzeit nicht gibt, gefunden werden muss.
    Bei der weiteren Planung werden die Gegebenheiten des näheren Umfeldes mit Kindertagesstätte, Offene Ganztagsgrundschule und Grundschule selbstverständlich berücksichtigt.“

    Gibt es denn einen „Plan B“ bzw. „Plan A2“? – denn rein rechnerisch fehlen ja jetzt wieder ca. 225 Plätze bis Ende Mai 2016

    Schauen wir mal weiter in die Zukunft…
    Eine unveränderte (hohe) Zuweisung von ca. 30 Menschen pro Woche würde bis Ende Dezember 2016 einen weiteren „Bedarf“ von ca. 850 Plätzen auslösen.
    Dieser kann dann ja sicher mit dem Bau von zwei Wohnanlagen von jeweils 400 Plätzen in den Ortsteilen x,y,z aufgefangen werden, oder?

    Was ich damit sagen möchte, dass es letztlich um Integration und nicht um Unterbringung geht.
    Unterbringen kann die Stadt Pulheim die Menschen auch, indem „irgendwo“ eine Zeltstadt für 1.500 oder 2.000 Menschen errichtet wird.
    Und dann?

    Ich bin weiterhin der Meinung, dass es bei Unterkünften, die eine gewisse Größenordnung überschreiten, keine Integration geben kann und geben wird.
    Dabei ist die Diskussion um Ortsteile und „Quoten“ völlig zweitrangig.
    Es bedarf einer gemeinsame Anstrengung aller Pulheimer Bürger, aller demokratischen Kräfte; dabei ist neben der Kommunalpolitik natürlich auch die Landes- und Bundespolitik gefordert!
    Wünschenswert dabei wäre, dass unsere Politiker endlich einmal ihren Fraktionszwang, sowie persönliche Eitelkeiten ablegen – und – parteiübergreifend, eine gemeinsame Lösung, im Sinne der Sache, entwickeln!

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Dunker

  • Liebe Brauweiler,
    hallo Herr Dunker,

    ich bin der Meinung, dass man das Thema Flüchtlinge nicht rein rechnerisch sehen kann (obwohl es hilfreich ist), da die Zahlen der Zuunskommenden stark schwanken. Derzeit ist die Zahl der Flüchtlinge rückläufig. Somit sind auch die Prognosen hinfällig. Das kann sich jedoch auch wieder ändern.

    Z. Zt. sind ca 900 Flüchtlinge in Pulheim untergebracht. Davon 46 % in Pulheim-City, 28 % in Stommeln, 12 % in Brauweiler, 11 % in Sinnersdorf und 3 % in Sinthern/Geyen. Pulheim hält sich übrigens an den Verteilungsschlüssel, was längs nicht alle Städte und Gemeinden in NWR tun.

    Ich glaube – und dazu gibt es eindeutige Zeichen – dass sich alle Ratsvertreter einig sind, dass Flüchtlinge untergebracht werden müssen, und jeder sucht nach der besten Lösung für Bevölkerung und Flüchtling.

    Was aus fast allen 40 Schreiben vor diesem Kommentar erkennbar ist, ist wohl, dass es allen um Unterbringung und Integration geht, aber niemand weiß, wie der richtigen Weg ist. Deshalb bin ich für jeden Hinweis aus der Bevölkerung dankbar, der eine Lösung verspricht. Und eines ist auch dringend geboten: Wir müssen uns darüber klar werden, was Integration bedeutet.

    Viele Grüße,
    Hermann Schmitz
    (der aus Brauweiler)

  • Stefan Dunker:

    Sehr geehrte Damen und Herren Politiker,
    gibt es zwischenzeitlich Neuigkeiten zur Flüchtlingssituation in der Stadt Pulheim – insbesondere zu den Themen Unterbringung und Integration?

    In der Ratssitzung vom 26.01.2016 wurde im Rahmen der Einwohnerfragestunde die mangelnde Kommunikation, bzw. Transparenz kritisiert.
    Daraufhin hatte Herr Herpel versprochen, dass Stadt und Verwaltung mehr, zeitnah und pro aktiv informieren werden – selbst wenn es keine Neuigkeiten geben würde, was manchmal ja auch eine (gute) Nachricht ist!

    Eine Frage die sich mir immer wieder stellt, ist die
    warum es nicht mehr „zivilen Ungehorsam“ – auch gegenüber seinen „Parteifreunden“ in Düsseldorf oder Berlin gibt?

    Städte und Kommunen – besonders in NRW ächzen unter der Last – Unterbringungsmöglichkeiten schaffen zu müssen

    – Warum sollte sich an der Gesamtsituation etwas ändern, solange die Städte und Gemeinden brav und anscheinend widerstandslos jede Zuweisung akzeptieren?
    – Warum schicken nicht mehr Kommunen (auch die Stadt Pulheim!) eine „Überlastungsanzeige“ an die Bezirksregierung Arnsberg?

    Alles wird achselzuckend hingenommen…

    Geradezu grotesk wird es dann, wenn man exemplarisch mal einen Blick auf die aktuelle „Flüchtlingssituation“ der Stadt Heide in Holstein wirft.
    Dort stehen – wie in anderen schleswig-holsteinischen Kommunen übrigens auch – Unterkünfte leer!
    Die Stadt Heide hat Gebäude der Wulf-Isebrandt-Kaserne aus- und umbauen lassen.
    Es wurde investiert, ein Wachdienst engagiert – alles steht seit Januar 2016 bereit.
    Und dann – wurden statt der angekündigten 20 Flüchtlinge pro Woche, gerade einmal fünf Personen zugewiesen – im ganzen Monat Januar;
    während die neue Unterkunft für bis zu 240 Personen komplett leer steht..

    Von den maximal 25.000 Erstaufnahmeplätzen, die das Land Schleswig-Holstein bereithält, sind derzeit gerade einmal 6.000 belegt. In allen Einrichtungen wurden die Bettenkapazitäten bereits um die Hälfte reduziert.
    Im Kreis Dithmarschen landeten statt zuletzt ca. 100 Flüchtlingen pro Woche, im Januar 2016 nur noch 100 im ganzen Monat.
    Zumindest bis April, davon geht Bürgermeister Stecher aus, werde Heide wohl keine nennenswerten Flüchtlingskontingente mehr zugeteilt bekommen.
    In der vergangenen Woche sind im gesamten Kreis Dithmarschen (mit seinen ca. 130.000 Einwohnern) nur sieben Flüchtlinge registriert worden.

    Und in Pulheim werden „Großunterkünfte“ geplant…?
    Es ist was faul – nicht nur im Staate Dänemark!

  • Carsten Kurz:

    Tja, möglicherweise gibt es bei der Unterbringung von Flüchtlingskontingenten noch ganz andere Aspekte oder Motivationen zu berücksichtigen.
    Alles, was Geld kostet, bringt jemandem auch Geld, das ist ähnlich wie beim Energieerhaltungssatz – wo was abfließt, fließt auch was zu…

    – Carsten Kurz

  • Ingo Bube:

    Liebe Brauweiler,

    es ist soweit, am 1. März, 18.00 Uhr wird die öffentliche Haupt- und Finanzausschusssitzung stattfinden. Diese befindet u.a. über die nach § 24 Gemeindeordnung, u.a. durch uns (Dr. Ch. Bartz und mich) gestellten Bürgeranträge. Wir hatten verschiedene Anträge formuliert, die unser Anliegen unterstützen soll(t)en, die Unterbringung kleinzelliger vorzunehmen und Neubauten der angedachten Größe zu verhindern, wenn auch andere Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind. (siehe auch den Beitrag von Stefen Dunker oben) Um es kurz zu machen: Die Verwaltung lehnt ALLE Anträge ab. Die Stadt weist u.a. darauf hin, dass man sich der ´Solidarität´ der Städte untereinander nicht entziehen könne und wolle. Dies begründet es, dass die Stadt es ablehnt, Kapazitätsgrenzen zu kommunizieren (was ja andere Städte tun). Ich kann nicht nachvollziehen, warum einerseits Einrichtungen leer stehen und teuer bereitgehalten werden und man andererseits Einrichtungen zu bauen plant, nur, weil man nicht Willens ist, eine eigene Zuteilung abzulehnen.

    Das Signal, das hier eine Stadtverwaltung seinen Bürgern gibt, indem es sämtliche Anträge ablehnt, ist natürlich im Hinblick auf einen konstruktiven Dialog nocheinmal ein Thema für sich. Wer möchte, kann sich jederzeit an uns wenden. Wir versenden gerne die komplette Beschlussvorlage als PDF.

    Es grüßt, Ingo Bube

  • Stefan Dunker:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Brauweiler und Pulheimer,
    augenscheinlich sollen alle Anträge vom Haupt- und Finanzausschuss abgelehnt werden.
    Gleichzeitig sichert die Verwaltung aber zu: „…die Belange der Nachbarschaft frühzeitig in den Planungsprozessen zu berücksichtigen.“
    Welch ein Hohn!
    Der Planungsprozess läuft schon seit Herbst 2015,
    in der Vorlage 470/2015 wird ausgeführt, dass die beiden geplanten Großunterkünfte mit potentiell 500 Plätzen die bis Ende Mai 2016 für erforderlich gehaltenen Plätze schaffen könnten.
    Die Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft am Fronhof in Sinthern wurde bekanntlich zwischenzeitlich „zurückgestellt“. Entsprechend könnte man folgern, dass der (Zeit)Druck auf Brauweiler nicht unerheblich sein wird;
    und nun – im März 2016 – möchte man die Belange der Nachbarschaft FRÜHZEITIG berücksichtigen?

    Richten wir uns also langsam schon einmal auf die Großunterkunft Brauweiler I ein, der auf Sicht weitere folgen werden, da sich die Verwaltung der Stadt Pulheim ja der kommunalen Solidarität der Städte untereinander verpflichtet sieht, während über 40 Kommunen in NRW bereits im November 2015 eine Überlastungsanzeige an die Bezirksregierung in Arnsberg gestellt haben.
    Nur weiter so liebe Pulheimer Politiker!
    Als Bettlektüre empfehle ich einen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom 15.02.2016 mit dem Titel: „Du glaubst, hier kann es Frieden geben?“, der die Situation in großen Sammelunterkünften in Bayern beschreibt.
    Sicher nicht 1:1 auf Brauweiler übertragbar, allerdings soll bitte nachher niemand sagen, dass man völlig überrascht sei, dass es innerhalb von Großunterkünften zu „Konflikten“ kommen kann…
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/asyl-dicke-luft-1.2861005
    Aber es ist ja wieder einmal alles „alternativlos“…
    Oder vielleicht doch nicht?
    So bietet unsere Stadt im BP 113 (Planetenviertel) Bauträgern und Investoren – im Herbst 2015 – verschiedene Grundstücke zur Bebauung, u.a. mit Mehrfamilienhäusern,
    aktuell weitere 48 Grundstücke an Einzelinteressenten, an.
    Sicher ein wunderbarer Platz für eine neue, schöne Großunterkunft!
    Oder sollte eine solche Idee etwa Auswirkungen auf die Kaufpreise von 350-370€/qm haben,
    oder potentielle Käufer gar abschrecken?
    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

  • Hartmut Buntrock:

    Die Solidarität der Städte untereinander?

    Wohl eher Partei Gehorsam , der Partei Spitze in Düsseldorf folge leisten!

    MfG. Hartmut Buntrock

  • Stefan Dunker:

    Endlich ist es raus!
    “Deutschlands Kommunen fühlen sich durch die steigenden Flüchtlingszahlen weniger überfordert als bisher angenommen.“

    Dies geht aus einer breit angelegten aktuellen Umfrage unter Deutschlands Kommunen hervor, die das ARD-Magazin MONITOR durchgeführt hat. Nur 6 % der Städte und Gemeinden halten sich demnach bereits jetzt für überfordert.
    Der Deutsche Städtetag sieht sich durch die MONITOR-Umfrage in seiner Einschätzung bestätigt, dass die deutschen Kommunen zwar an der Grenze ihrer Belastbarkeit agierten, aber nicht überfordert seien.
    Die große Mehrheit, 50 % der Kommunen, antwortete, dass sie – trotz Kapazitätsproblemen – mit der aktuellen Zahl der Flüchtlinge klar komme. 16 % könnten laut eigener Einschätzung sogar noch mehr Flüchtlinge aufnehmen. 28 % wollten sich zu der Frage nicht äußern. An der Umfrage haben sich 373 der 700 größten Städte und Gemeinden Deutschlands beteiligt, die das ARD-Magazin in den letzten Wochen angefragt hatte.

    Pulheim kommt ja – wenn man den Ausführungen der Stadtvertreter Glauben schenkt – auch klar…

    Komisch nur, dass beispielsweise Ende 2015 im Bundesland Hessen mit seinen ca. 6Millionen Einwohnern „nur“ ca. 40 Turnhallen mit Flüchtlingen belegt waren, während aktuell in der Stadt Pulheim, mit seinen ca. 55.000 Einwohnern:
    Die Dreifachturnhalle in Brauweiler, die Turnhalle an der Kopfbuche in Stommeln, die Turnhalle der Horion-Schule in Sinnersdorf, die Turnhalle in der Steinstraße in Pulheim, sowie die Turnhalle der Marion-Dönhoff-Realschule in Pulheim, „belegt“ sind.

    Nur Mut liebe Pulheimer Politiker – ein Hilferuf ist keine Schande.

    Wie wäre es, wenn sich die Stadt Pulheim bereits jetzt für überfordert halten würde?
    Oder warten wir lieber bis die „inoffizielle Prognose“ des Bundeswirtschaftsministeriums eingetroffen ist, in der bis 2020 mit ca. 3.600.000 Flüchtlingen gerechnet wird, was für die Stadt Pulheim – legt man grob die Verteilungsquote des sogenannten „Königsteiner Schlüssel“ für 2015 zugrunde – bedeuten würde, dass im Stadtgebiet von Pulheim für ca. 2.500 Menschen eine Unterkunftsmöglichkeit zur Verfügung gestellt werden muss.

  • Stefan Dunker:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    da hatte die Verwaltung doch zugesichert:
    „…die Belange der Nachbarschaft frühzeitig in den Planungsprozessen zu berücksichtigen.“

    Wirft der geneigte Leser nun einen Blick in die Beschlussvorlage 93/2016 zur Ratssitzung, die am 15.03.2016 stattfinden soll, findet man folgenden Passus:
    … „In seiner Sitzung am 10.11.2015 hat der Rat der Stadt Pulheim die Verwaltung beauftragt die Schaffung von zwei großen Unterkünften für bis zu 500 Personen zu planen.
    Zu den in Frage kommenden Örtlichkeiten verweist die Verwaltung auf die Vorlage 95/2016 im nichtöffentlichen Teil, die sich mit den Baumaßnahmen befasst.“

    Somit wird wieder hinter verschlossenen Türen – im nichtöffentlichen Teil – diskutiert und wahrscheinlich auch entschieden. Vermutlich wieder mit Hinweis auf die „Geschäftsordnung“.
    Soweit zum Thema Transparenz und Berücksichtigung…

    Zum Schluss noch ein paar Summen die in Verbindung mit „Großunterkünften“ so aufgerufen werden…
    Die Kosten für ein „Objekt“ (Betreuung 24h am Tag, 7 Tage die Woche) belaufen sich auf durchschnittlich 37.000€/Monat
    Derzeit werden von den 21 Flüchtlingsunterkünften 6 Einrichtungen von Sicherheitsdiensten betreut
    (4 Turnhallen und 2 größere Gemeinschaftsunterkünfte).
    Für die innere und äußere Sicherheit der Unterkünfte sei dieser Einsatz zwingend erforderlich.
    Die Jahreskosten für diese Dienste belaufen sich auf 2,5 Mio. € für das Haushaltsjahr 2016.
    Nach Übertragung der Haushaltsreste 2015 fehlen für das laufende Jahr 1.181.000 €.

    Mit freundlichen Grüßen aus Brauweiler
    Stefan Dunker

  • Hallo Stefan Dunker, liebe Brauweiler,

    das, was da im nichtöffentlichen Teil der Vorlage 95/2016 behandelt wird, ist nichtöffentlich, weil dort Vertragspartner genannt werden. Die Verwaltung wird jedoch, wegen des bestehenden Informationsbedürfnis in anonymisierten Pressemitteilungen die Bevölkerung informieren.
    Also, so viel Transparenz wie möglich.
    Viele Grüße,
    Hermann Schmitz
    (der aus Brauweiler)

  • Ingo Bube:

    Es ist nicht unergründlich, warum unsere Regionalpolitiker sich weiter intensiv Gedanken über Neubauten zur Unterbringung von Flüchtlingen machen, obwohl lt. aktueller Presseberichte bis zu 50% der bundesweit geschaffenen Plätze leer stehen. Und wenn es nur ein Teil dieser Quote wäre, so widerspricht es jeglicher ökonomischer Vernunft, weitere Plätze zu schaffen (bauen!), nur um widerstandslos Zuteilungen abzuarbeiten, die offenkundig unkoordiniert ablaufen. Kein Unternehmer würde solche Entscheidungen verkraften können. Nur, wenn es um öffentliche Mittel geht, ist man da unkritischer. Dieses Vorgehen schadet in toto allen, denn es wird Kapital vernichtet, wo es sinnvoller eingesetzt werden könnte, wenn Unterbringungen endlich bundesweit koordiniert werden würden.

    Es grüßt, Ingo Bube

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