Dieses Thema brennt den Brauweilern unter den Nägeln!

Abtei Passage

(Gertrud Kirchartz-Weber) – Die Abteipassage in Brauweiler ist Anfang des Jahres an die Objektgesellschaft Brauweiler GmbH & Co. KG, GEG GmbH Göttsch verkauft worden. Dieser Investor will die Abteipassage abreißen und fast die gesamte Fläche mit einem großen Supermarkt (mindenstens 1800 qm Verkaufsfläche, im Juni diesen Jahres waren noch 2400 qm geplant) plus Anlieferbereiche für LKW bebauen. Geplant sind auch einige Ladenlokale (ca. 400 qm gesamt), Wohnungen und eine 2-stöckige Tiefgarage mit Ein/Ausfahrt Bernhardstraße und/oder Ehrenfriedstraße. (Planskizzen des Investors sind zu finden im Ratsinfosystem der Stadt Pulheim, Planungsausschuss 22. Sitzung,am19.09.2018 Es handelt sich hier um einen großen Teil des Ortskerns (ca. 4000 qm) mit derzeit noch 17 Betrieben, die, da es in Brauweiler keine weiteren anzumietenden Geschäftsräume gibt, um ihre Existenz fürchten.

In der Abteipassage sind im Moment noch folgende Einzelhandelsgeschäfte/Gastronomiebetriebe, sonstige Dienstleister und die Postfiliale vorhanden:

Bäckerei Schneider
Park Apotheke
Bedis Änderungsschneiderei
Eiscafe Bez
Moden Maiwald-Franke
Damenmode dunkHermanns
Hörakkustik Jonen
Obstkörbchen
Sunpoint
Praxis für med. Fußpflege Buda Bozena
Imbiss: Der Grieche
Der Wokmeister
Schreibwaren Niermann
RN Druck Niermann
Brauweiler Foto-& Serviceshop Paßmann
Schuhmacher Willi Schad
Provinzial Schlich

Diese gemischte Angebotsstruktur wird den Bürgern bald, für lange Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen wenn der Abriss Wirklichkeit wird. Das trifft besonders diejenigen, die nicht mehr mobil genug sind, ihre Besorgungen in benachbarten Orten oder in Köln zu erledigen. Das integrative Wohnquartier der Gold-Krämer-Stiftung auf dem Guidelplatz hat sich sicher auch für diesen Standort entschieden, weil die zukünftigen Bewohner ein breites Angebotsspektrum zur Selbstversorgung vorfinden können. Ob sich in Brauweiler nach Abriss und Neubebauung wieder ein solch ausgewogenes Angebot etablieren kann ist fraglich.

Auf der Ratssitzung, am 19.09.2018 wurde die Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes von den Fraktionen mehrheitlich beschlossen.
Auch Bündnis 90/Die Grünen stimmten für diesen Beschluss. Der Bürgerverein Pulheim stimmte dagegen. Die SPD dafür, allerdings unter der Bedingung, dass zeitgleich ein Gesamtkonzept für Brauweiler in Zusammenarbeit mit den Bürgern erstellt wird.

Auf der Homepage der SPD, (www.spd-pulheim.de) ist folgender Text eingestellt:

„Abteipassage Brauweiler: Gesamtkonzept und Bürgerbeteiligung sind Voraussetzung für neue Planung

Verärgerung und Unmut waren bei vielen Zuhörern und auch bei den Fraktionen in der Sitzung des Planungsausschusses des Pulheimer Stadtrates deutlich zu vernehmen. Denn in der Sitzung stellte die Stadtverwaltung die Pläne eines Projektentwicklers vor, die an Stelle der bisherigen Abteipassage einen großflächigen Lebensmittelmarkt und Wohnungen errichten will. Diese Planung soll dazu führen, dass das Brauweiler Zentrum wieder attraktiver wird und weitere Parkmöglichkeiten in einer Tiefgarage entstehen.

Viele Bürgerinnen und Bürger sind gegenüber diesem Vorhaben sehr skeptisch, weil schon 2015 mit dem Stimmen aller Fraktionen beschlossen wurde, einen Rahmenplan für die Entwicklung des Ortskerns zu erstellen, bei dem auch die Einwohner und die ortsansässigen Geschäftsleute mitwirken sollen. Obwohl zwei Ausschüsse einstimmig für dieses Vorgehen stimmten, wurde dieser Rahmenplan von der Stadtverwaltung nie erstellt. Mit der vom neuen Eigentümer der Abteipassage beantragten Änderung des Bebauungsplans würden nun ohne jede Bürgerbeteiligung Fakten geschaffen, ohne dass bisher das erforderliche Gesamtkonzept vorliegt.

Die SPD drängt seit Jahren darauf, den Brauweiler Ortskern attraktiver zu gestalten. Ein gut sortierter Lebensmittelmarkt ist zweifellos ein zentrales Element in diesem Konzept. Es gehören aber auch weitere Bausteine dazu. Die können aber nicht allein den Rendite-Interessen eines Investors überlassen bleiben. SPD-Ratsmitglied Walter Lugt: „Für uns stehen die Bedürfnisse der Brauweiler und Dansweiler Menschen sowie die Existenz der Geschäftsleute im Ortskern im Vordergrund. Mit ihnen muss nun umgehend geklärt werden, wie sich Brauweiler in die nächsten zehn bis zwanzig Jahren entwickeln soll. Wir stimmen der weiteren Planung für das neue Abteiquartier mit dem REWE-Markt zu, unter der Bedingung, dass nun zeitgleich endlich das lange beschlossene Gesamtkonzept erstellt wird, und zwar unter aktiver Beteiligung der Brauweiler Bevölkerung. Die gesetzlich verpflichtenden Mitwirkungsmöglichkeiten reichen dazu nicht aus. Die Form einer neuen Bürgerwerkstatt beispielsweise ist für uns die geeignete Form der Beteiligung. Nur unter dieser Voraussetzung werden wir die weitere Planung für das Abteiquartier mittragen.“

Fragen doch auch sie nach Informationen, einem Gesamtkonzept und Bürgerbeteiligung nach:

Z.B. bei:

Ralf Ritter,
Amtsleiter, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Demografie Pulheim
Zimmer-Nr. 2.18
Tel.: 02238 / 808 346
e-mail: ralf.ritter@pulheim.de


Kopieren sie einfach diesen Mustertext und versenden ihn an die E-mail Adresse
unseres Amtsleiters für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Demografie Pulheim oder rufen Sie einfach an.

Mustertext:

Sehr geehrter Herr Ritter,

Das Thema „Neugestaltung Abteipassage Brauweiler“ interessiert mich/uns.
Bitte teilen Sie mir/uns mit, ob bzw. wann eine Informationsveranstaltung zum Thema „Abteipassage Brauweiler“ statt finden soll und ob eine erweiterte Bürgerbeteiligung
geplant ist.

Mit freundlichen Grüßen

Mustertext Ende

Natürlich können Sie auch direkt unseren Bürgermeister Frank Keppeler fragen.

Bürgermeister
Frank Keppeler, Rathaus,
Alte Kölner Str. 26, 50259 Pulheim
Telefon: 02238/808 101
Vorzimmer:
Ilona Zirkler, Telefon: 02238/808 102
Ute Suteu, Telefon: 02238/ 808 101
Sprechstunden nach Terminvereinbarung

2 Kommentare to “Dieses Thema brennt den Brauweilern unter den Nägeln!”

  • Amadeus Franke:

    Wenn wie geplant die objektbezogene Bebauungsplanänderung unmittelbar angestoßen wird ist die Gesamtplanung in Nachhinein doch ohnehin nur noch eine Farce, da doch das wesentliche Ortskernzentrum dann schon mit einer völligen Überbauung schlicht zubetoniert ist. Sinnvoller Weise plant man ERST ein Gesamtkonzept und ändert DANN den Bebauungsplan entsprechend. Hier wird eine den Bürgern nutzende Gesamtplanung den Interessen des Immobilienentwicklers geopfert, der möglichst schnell gewinnmaximierend möglichst viel Fläche bauen und verkaufen will, der Einzelhandel wird dabei auf der Strecke bleiben.
    Ob das Konzept hinterher aufgeht interessiert die Entwicklungsgesellschaft dabei nicht mehr, wichtig ist nur, dass das Geschäft abgewickelt ist.
    Dem nächsten Termin im Planungsausschuss ( 12.12.18 ? ) kommt daher zentrale Bedeutung zu.

    Dr. Amadeus Franke

  • Gabriele Lennartz:

    Ich beziehe mich auf den Beitrag von Frau Kirchartz-Weber vom 21.10.2018.
    Dankenswerterweise hat Frau Kirchartz-Weber das wichtige Thema der geplanten Neugestaltung der Abteipassage in Brauweiler nochmals aufgegriffen und Brauweiler Bürgern die entsprechenden Informationen zusammengetragen hat.
    Ich hoffe, dass sich auch andere Brauweiler Bürger für die Mitbestimmung bei der Gestaltung ihres Lebens- und Wohnumfeldes einsetzen.
    Ich habe folgende Fragen:
    Was plant der Rat für die Inhaber der 17 Betriebe zu tun, deren Existenz gefährdet ist?
    So wie ich verstanden habe, ist eine 2-stöckige Tiefgarage geplant. Ist gesichert, dass durch die dazu nötigen Bauarbeiten die angrenzende Bebauung nicht in Mitleidenschaft gezogen wird?
    Wann wird das, von der SPD-Fraktion geforderte, lange beschlossene Gesamtkonzept
    Realisiert?
    Aus welchen Gründen wurde der Rahmenplan, der schon 2015 einstimmig beschlossen wurde, bis heute nicht auf den Weg gebracht? Wo hakt es da?
    Nach welchen Kriterien erfolgte die Vergabe der Neugestaltung an den jetzigen Investor? Ich nehme an, dass es noch weitere Interessenten für dieses Projekt gab.
    Mir kommt die ganze Entwicklung rund um die Neugestaltung der Abteipassage sehr unübersichtlich vor. Hier fehlt es bei den entsprechenden Entscheidungen seitens des Amtes für Stadtentwicklung an Transparenz.
    In der letzten Zeit wir über eine zunehmende Politikverdrossenheit der Bürger geklagt.
    Wenn die Bürger, wie in diesem Fall, nicht miteinbezogen werden, wird sich diese Entwicklung verstärken.

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