Archiv für die Kategorie „Brauweiler“
Absperrungen an der Abteipassage: BVP bittet um Aufklärung
Warum ist der Gehweg gesperrt und wie lange bleibt das so? Diese Fragen stellen sich derzeit viele Menschen in Brauweiler. Rund um die ehemalige Abteipassage sind größere Gehwegflächen abgesperrt worden. Zwei eingerichtete Zebrastreifen ermöglichen Fußgängern den Wechsel auf die gegenüberliegende Straßenseite. Eine Erklärung für die umfangreichen Absperrungen und deren voraussichtliche Dauer ist bislang jedoch nicht erkennbar.
Möglicherweise stehen die Absperrungen bereits im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für den geplanten Abriss der Abteipassage und die anschließende Errichtung des Abtei-Quartiers. Daher wäre es für alle hilfreich zu erfahren, aus welchem konkreten Anlass die Maßnahmen erfolgt sind, ob mit weiteren Beeinträchtigungen zu rechnen ist und vor allem, wie lange die Einschränkungen voraussichtlich bestehen bleiben.
„Dass notwendige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden, steht außer Frage. Aber gerade bei einer so auffälligen Veränderung mitten im Ortszentrum sollten die Menschen auch wissen, warum diese erforderlich sind und wie lange sie damit rechnen müssen“, erklärt BVP-Fraktionsvorsitzende Birgit Liste-Partsch.
Der BVP hat sich deshalb mit einer entsprechenden Anfrage an die Stadtverwaltung gewandt und um kurzfristige Aufklärung gebeten. Zugleich regt die Fraktion an, die Menschen zeitnah über die Hintergründe und den weiteren Ablauf zu informieren.
„Eine kurze Information schafft Klarheit. Das sollte im Interesse aller Beteiligten sein“, so Liste-Partsch abschließend.
Flüchtlingsunterkünfte: Weiterer Bau wird errichtet
Die vierte Wohnanlage auf der Fläche an der Bernhardstraße in Brauweiler wird im kommenden Jahr errichtet. Der Rat der Stadt Pulheim hat in seiner gestrigen Sitzung die Mittel in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro, die im Haushalt bereitstehen, freigegeben. In geheimer Abstimmung sprachen sich 35 Ratsmitglieder dafür aus, 26 stimmten dagegen, zwei enthielten sich.
Der Bau des vierten Containers ist erforderlich geworden, um ausreichend Plätze für Geflüchtete – insbesondere Familien – vorzuhalten. Damit soll zukünftig nach Möglichkeit vermieden werden, Notunterkünfte in Turnhallen einrichten zu müssen. Diese Hallen sollen für den Schul- und Vereinssport nutzbar bleiben.
Aus der Wohnanlage in Brauweiler werden Schulgebäude
Mit dem nun beschlossenen Bau des neuen Containers auf dem ehemaligen Tennenplatz an der Bernhardstraße in Brauweiler entstehen bis zu 100 Plätze, die nach Bedarf belegt werden. Die gesamte Unterkunft wird weiterhin nur als temporärer Standort dienen: Während des Neubaus der Richezaschule kann die Schule in den vier Wohnanlagen auf der Fläche untergebracht werden.
Schon im Jahr 2017 hatte der Rat der Stadt Pulheim beschlossen, dass das Grundstück „Sportplatz Bernhardstraße“ mit dem Ziel vermarktet werden soll, dass dort öffentlich geförderter Wohnungsbau entsteht. Dies soll im Anschluss an die Nutzung als Interimsstandort der Richezaschule erfolgen.
Pufferkapazität schaffen
Zum Hintergrund: Als der Rat in einer Sondersitzung am 7. Mai 2024 den Bau der Flüchtlingsunterkünfte in Sinnersdorf, Stommeln und Brauweiler beschlossen hatte, war zunächst auf den vierten Container auf dem ehemaligen Tennenplatz an der Bernhardstraße verzichtet worden.
Aus mehreren Gründen ist der Bau nun geboten: Zwar sind die Zahlen in diesem Jahr rückläufig, dennoch leben aktuell mehr als 1.400 Geflüchtete in Pulheim. Davon sind 831 Menschen in städtischen Unterkünften untergebracht (Stand: 2. Oktober 2026). Die Höchstzahl lag im Dezember 2024 bei 1.050 Personen in städtischen Unterkünften. Als Notunterkunft ist weiterhin das alte Hallenbad im Zentralort mit 43 Menschen belegt. Angesichts der globalen politischen Lage soll ein Puffer von rund 100 Plätzen vorgehalten werden. Damit soll möglichst vermieden werden, dass erneut Turnhallen für die Unterbringung Geflüchteter genutzt werden müssen.
Hinzu kommt, dass die rechnerisch vorhandenen Kapazitäten in den Unterkünften in der Praxis nicht vollständig ausgeschöpft werden können. Gründe hierfür sind insbesondere unterschiedliche Familiengrößen und -konstellationen, notwendige Notfallkapazitäten sowie organisatorische und soziale Erfordernisse bei der Belegung.
Dauerhafte Unterkünfte im Zentralort geplant
Der vierte Container in Brauweiler wird auch benötigt, um Kapazitäten für notwendige Umzüge zu schaffen: So sind die Interimsgebäude an der Straße „Zur Offenen Tür“ im Zentralort am Ende der maximal möglichen Nutzbarkeit. Bevor dort jedoch die Gebäude freigezogen und abgerissen werden können, müssen die Menschen an anderer Stelle untergebracht werden.
Darüber hinaus werden die zusätzlichen Plätze gebraucht, um andere Projekte rund um die Straße „Zur Offenen Tür“ realisieren zu können. So hat der zuständige Umwelt- und Planungsausschuss in seiner Sitzung am 8. Juli 2026 den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 171 gefasst. Dieser umfasst das Gebiet rund um das alte Hallenbad im Zentralort und sieht nicht nur Flächen für das neue Schulzentrum auf der sogenannten Reiherwiese vor. Vielmehr sollen auf dem Gelände am alten Schwimmbad, auf dem heute bereits Flüchtlingsunterkünfte stehen (Zur Offenen Tür Nr. 1 und Zur Offenen Tür Nr. 3), dauerhafte Unterkünfte für Geflüchtete gebaut werden.
In diesem Gebiet steht noch ein weiteres Projekt an: Auf dem Tennenplatz an der Ecke Peter-Kanters-Allee / Zur Offenen Tür soll eine neue Sporthalle entstehen. Dafür sind Parkplätze auch auf einer Fläche vorgesehen, auf der heute ebenfalls noch Unterkünfte stehen (Zur Offenen Tür Nr. 17), in denen vor allem Familien wohnen. Deshalb müssen auch diese Gebäude abgerissen werden, um die gesamte geplante Parkplatzanlage errichten zu können. Somit werden diese Unterbringungsplätze zukünftig wegfallen und somit fehlen.
Die aktuelle Vorlage ist auf der Homepage der Stadt Pulheim unter www.pulheim.de zu finden.
100 Gäste feiern den Tag der Deutschen Einheit in der Abtei Brauweiler
Dr. Helmut Rönz spricht über „Die Bonner Republik und die Deutsche Einheit“ – Frauenchor Stommeln gestaltet den musikalischen Rahmen
Rund 100 Bürgerinnen und Bürger kamen am 3. Oktober zur traditionellen Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit im Kaisersaal der Abtei Brauweiler zusammen. Eingeladen hatten die CDU-Ortsverbände Brauweiler und Pulheim gemeinsam mit der CDU-Fraktion in der Landschaftsversammlung Rheinland.
Im Mittelpunkt stand die Festrede von Dr. Helmut Rönz, Leiter des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte. Unter dem Titel „Die Bonner Republik und die Deutsche Einheit“ widmete er sich einem zentralen Kapitel der deutschen Zeitgeschichte. Den musikalischen Rahmen gestaltete der Frauenchor Stommeln, der der Veranstaltung im historischen Kaisersaal eine festliche Atmosphäre verlieh.
Seit vielen Jahren bietet die gemeinsame Feierstunde Gelegenheit, an die deutsche Wiedervereinigung zu erinnern und die Bedeutung von Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt zu würdigen. Auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung bleibt der 3. Oktober ein Anlass, die friedliche Überwindung der deutschen Teilung ins Bewusstsein zu rufen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Veranstalter dankten Dr. Helmut Rönz für seinen Festvortrag, dem Frauenchor Stommeln für die musikalische Gestaltung. Ein besonderer Dank galt der Jungen Union Pulheim, die sich um die Bewirtung der Gäste kümmerte.
Mühlentag in Brauweiler
Am 20. September 2026 wird die Brauweiler Mühle für die Bevölkerung geöffnet.
Neben den Mühlen-Führungen, wird das weitere Programm gemeinsam mit der Brauweiler Bücherstube gestaltet.
Märchen, in Mühlen spielend, werden in Rollen verteilt in historischen Kostümen, mit Musik untermalt, in der Mühle gelesen.
Kindern bietet sich die Möglichkeit, in einem kleinen Zelt, diese Märchen nach Vorlagen bunt zu gestalten.
Wie bei jedem Mühlenfest können Kinder mit römischen Getreidemühlen Korn zu Mehl malen, jeweils so viel, dass nach Rezept zwei Pfannkuchen daraus gebacken werden können.
Natürlich ist wie immer für das leibliche Wohl gesorgt!
Der Mühlenverein Brauweiler e.V.hofft auf viele Gäste in der Zeit von 11.00 bis 18.00 Uhr!
Tag der Offenen Tür des Löschzugs Brauweiler
Der Tag der Offenen Tür des Löschzugs Brauweiler der Feuerwehr Pulheim findet am Sonntag, 13. September 2026, statt. Dafür wird an diesem Tag die Alfred-Brehm-Straße von der Ecke Kaiser-Otto-Straße bis zum Friedhofsweg von 8 Uhr bis 20 Uhr gesperrt. Eine Umleitungsbeschilderung wird nicht eingerichtet.
Donatusstraße – Verkehrseinschränkung wegen Arbeiten an der Flüchtlingsunterkunft
Die Arbeiten an der neuen Flüchtlingsunterkunft auf der Donatusstraße 58 in Brauweiler schreiten voran. In der Vergangenheit gab es hier bereits eine Unterkunft, die zurückgebaut worden ist. Die neue Unterkunft besteht aus vier einzelnen, freistehenden, rechteckigen und zweigeschossigen Wohnblöcken. Insgesamt können in der Einrichtung maximal etwa 100 Personen untergebracht werden.
Aufgrund der Bauarbeiten für die Unterkunft kommt es in Kürze zu einer Einschränkung auf der Donatusstraße. Von Montag, 7. September 2026, bis voraussichtlich Freitag, 11. September 2026, wird diese in Höhe der Hausnummer 58 zwischen der Einmündung Kastanienallee und Ohmstraße halbseitig gesperrt. Im Anschluss erfolgt voraussichtlich von Montag, 14. September 2026, bis Freitag, 18. September 2026, eine Vollsperrung des genannten Bereiches. Während der Maßnahmen bestehen flächendeckende Halteverbote im Baustellenbereich.
CLASSIC NIGHTS 2026 – Das Sommerfestival in der Abtei Brauweiler steht in den Startlöchern
Erleben Sie vom 27. August bis 19. September ein musikalisches Sommerfestival der Extraklasse in der Abtei Brauweiler! Die CLASSIC NIGHTS verbinden Open-Air-Konzerte im stimmungsvollen Wirtschaftshof mit besonderen Konzertabenden in der historischen Abteikirche.
Highlights im Überblick:
- 27.8. Orgelnacht: Drei Konzerte mit Orgel solo, Panflöte & Orgel sowie dem Ensemble Vox Nostra – ein klangvoller Auftakt voller Atmosphäre.
- 29.8. Uwaga! & Thomas Leleu: Crossover pur – von Mozart bis Metallica, mit dem „Paganini der Tuba“.
- 2.9. Kölner Klassikensemble: „Sommernachtsmusik“ mit Werken von Vivaldi, Boccherini, Tschaikowsky, Piazzolla und mehr.
- 4.9. Lautten Compagney BERLIN: „Dancing Queen“ – Barock trifft ABBA, Saxofonistin Asya Fateyeva als Stargast.
- 5.9. 10forBrass: „Zu den Sternen“ – eine musikalische Reise von Händel bis Star Wars.
- 10.9. Jan Liebermann: Junges Orgel-Talent mit einem Programm von Bach bis Liszt.
- 19.9. amarcord: Vokalensemble mit „Immortal Beauty“ – zeitlose Musik von Renaissance bis Moderne.
Karten gibt es noch im Vorverkauf über die Ticketplattform Reservix, die angeschlossenen Vorverkaufsstellen und den Abtei-Shop sowie an der Abendkasse jeweils 1 Stunde vor Beginn der Veranstaltung (falls nicht ausverkauft).
Die 14. Brauweiler Open Sommer 2026 starten am Montag, den 20.07.2026 mit vielen guten Nachwuchsspielern
Von Montag, den 20.07.2026 bis zum Donnerstag, den 23.07.2026 erwartet der Tennisclub Brauweiler wieder Spitzentennis im Damen und Herren Bereich, wenn es wieder heißt „Brauweiler Open“!
Eingeläutet wird die Turnierwoche am Sonntag, den 19.07.2026 mit dem „1002 Jahre Abtei Brauweiler Cup“, einem Tages – Leistungsklassen – Turnier, wo alle Altersklassen und Spielstärken sich unter Beweis stellen können.
Die Leistungsklassen im Tennis sind vergleichbar mit dem Handicap im Golf.
Ab Montag starten dann die Profis und Nachwuchstalente in die Brauweiler Open Sommer 2026 um 4000€ Preisgeld.
Turnierdirektor Max Randerath freut sich besonders, dass auch in diesem Jahr viele erfolgsversprechende Nachwuchstalente in Brauweiler aufschlagen werden. Hier kann man besonders hervorheben, dass der TTC Brauweiler mit zahlreichen Eigengewächsen, wie z. B. Lara Wasserfuhr, Marc Stephan und Julian Andras vertreten ist. Des Weiteren steht auf der Meldeliste Tennis Influencer Felix Mischker, der unter seinem Künstlernamen „Tennis Brothers“ mit über 280.000 Followern auf YouTube bekannt geworden ist. Er dokumentiert seinen Weg zum Tennisprofi und kooperiert unter anderem mit den größten Tennisturnieren der Welt. Außerdem hat sich der Brauweiler Tennisprofi John Sperle angekündigt, der seinen Titel verteidigen möchte.
Vielversprechend ist auch die Teilnehmerin Viviane Nowottny, die Turnierdirektor Max Randerath eine Woche später bei den Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften U14 im Kreis Düren wieder als Turnierdirektor begrüßen darf. Hierbei handelt es sich um ein Tennis Europe Super Category Turnier in der Altersklasse U14, welches weltweit zur höchsten Kategorie in dieser Altersklasse gehört. Bei diesem Turnier triumphierte unter anderem Alexander Zverev vor genau 15 Jahren!
Ein besonderer Anreiz für die Teilnehmer in Brauweiler ist außerdem, dass der Sieger / die Siegerin neben dem Preisgeld auch eine Wild Card für ein 25.000$ UTR Pro Tennis Tour Event bekommt.
Der TTC Brauweiler hofft auf gutes Wetter und faire und spannende Matches. Es lohnt sich also vorbeizuschauen, und das ohne Eintritt.
Die Finalspiele werden am Donnerstag, den 23. Juli ab 18 Uhr ausgetragen. Es folgt die Siegerehrung und eine After Tournament Party mit dem Duo Soulgeflüster aus Köln.
Am Finaltag verwöhnt die Clubgastronomie „Lieblingsplatz“ die Teilnehmer und Zuschauer mit einem leckeren Grillbuffet zu fairen Preisen.
3,15 Millionen Euro: Rat vertagt Entscheidung zur Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft
Der Rat der Stadt Pulheim hat die Entscheidung über die Freigabe von 3,15 Millionen Euro für die geplante Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft an der Bernhardstraße vertagt. Statt einer unmittelbaren Beschlussfassung sollen nun zunächst in einer Sondersitzung die offenen Fragen geklärt werden.
„Eine Investition von 3,15 Millionen Euro verdient eine vollständige Entscheidungsgrundlage und den bewährten Beratungsweg über die zuständigen Fachausschüsse. Genau dafür haben wir uns eingesetzt“, erklärt die Fraktionsvorsitzende des Bürgervereins Pulheim (BVP), Birgit Liste-Partsch.
Bereits im Vorfeld der Ratssitzung hatte der BVP beantragt, die Vorlage zunächst in den zuständigen Fachausschüssen zu beraten. Hintergrund war die Beschlusslage des Rates aus dem Jahr 2024. Danach sollte der ursprünglich geplante vierte Gebäuderiegel nur dann errichtet werden, wenn die Zahl der geflüchteten Menschen weiter steigt und keine anderen Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Zu Beginn der Sitzung erläuterte die Verwaltung den aus ihrer Sicht bestehenden Handlungsbedarf und verwies dabei unter anderem auf den baulichen Zustand einzelner Unterkünfte sowie auf Auflagen des Gesundheitsamtes. Im Verlauf der Debatte zeigte sich jedoch fraktionsübergreifend weiterer Klärungsbedarf. Kritisch hinterfragt wurden unter anderem die bislang fehlende Beratung in den zuständigen Fachausschüssen, der Umgang mit Erkenntnissen aus Ortsterminen und Fachbehörden sowie die Frage, weshalb bereits im Jahr 2025 ein Bauantrag gestellt und genehmigt wurde, obwohl nach der Beschlusslage des Rates zunächst eine erneute politische Entscheidung vorgesehen war. Der Rat entschied deshalb, die Beschlussfassung zu vertagen und zunächst eine Sondersitzung anzusetzen.
„Soll von der Beschlusslage des Rates aus dem Jahr 2024 abgewichen werden, erwarten wir eine nachvollziehbare Begründung und eine vollständige Entscheidungsgrundlage. Genau dafür bietet die Sondersitzung jetzt die Gelegenheit.“
„Eine menschenwürdige Unterbringung geflüchteter Menschen und eine transparente Entscheidungsfindung gehören für uns zusammen. Bürgerinnen und Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass Ratsbeschlüsse gelten – oder dass Änderungen transparent begründet und nachvollziehbar entschieden werden.“
Flüchtlingsunterkunft Bernhardstr in Brauweiler: 3,15 Millionen Euro ohne Vorberatung? BVP fordert Behandlung in den Fachausschüssen
Über die Freigabe von 3,15 Millionen Euro für die Erweiterung der Flüchtlingsunterkunft an der Bernhardstraße soll nach dem Willen der Verwaltung unmittelbar im Rat entschieden werden. Der Bürgerverein Pulheim (BVP) fordert stattdessen, die Entscheidung zunächst in den zuständigen Fachausschüssen zu beraten und hat hierzu einen entsprechenden Antrag eingebracht.
„Eine Entscheidung dieser Tragweite verdient eine sorgfältige Vorbereitung, eine vollständige Entscheidungsgrundlage und die Beratung in den zuständigen Fachausschüssen. Genau dafür setzen wir uns mit unserem Antrag ein“, erklärt die Fraktionsvorsitzende des BVP, Birgit Liste-Partsch.
Der Rat hatte im Mai 2024 nach intensiven Beratungen und Bürgerinformationsveranstaltungen beschlossen, die ursprünglich geplante vierte Wohnanlage zunächst nicht zu errichten. Eine spätere Erweiterung sollte nur nach einer erneuten politischen Entscheidung erfolgen, wenn die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge weiter steigt und keine geeigneten Alternativen zur Verfügung stehen.
„Die damalige Beschlusslage und die öffentliche Kommunikation haben bei vielen Bürgerinnen und Bürgern die Erwartung geweckt, dass eine Erweiterung nur unter den damals genannten Voraussetzungen erneut zur Entscheidung gestellt wird. Wenn heute von dieser Beschlusslage abgewichen werden soll, erwarten wir, dass die Gründe hierfür offen dargelegt und zunächst in den zuständigen Fachausschüssen beraten werden.“
Der Antrag des BVP sieht vor, dass der Rat seine Entscheidung erst nach einer Beratung in den zuständigen Fachausschüssen trifft. Damit bleibt der bewährte Beratungsablauf erhalten und die fachliche Abwägung erfolgt dort, wo sie hingehört. Für den BVP stehen dabei insbesondere zwei Fragen im Mittelpunkt:
Warum wird eine Entscheidung über 3,15 Millionen Euro und die Erweiterung einer der größten Flüchtlingsunterkünfte Pulheims weder in den zuständigen Fachausschüssen noch im Haupt- und Finanzausschuss beraten, obwohl dieser bereits eine Woche vor der Ratssitzung tagt?
Und warum wurde bereits im Mai 2025 ein Bauantrag für die vierte Wohnanlage gestellt und im Juli 2025 genehmigt, obwohl der Rat die Entscheidung über deren Errichtung ausdrücklich einer erneuten Beschlussfassung vorbehalten hatte?
Auch der Zeitplan spricht aus Sicht des BVP für eine Beratung in den zuständigen Fachausschüssen. Diese tagen unmittelbar nach der Sommerpause. Eine abschließende Entscheidung des Rates wäre bereits am 6. Oktober möglich und würde damit weiterhin innerhalb der von der Verwaltung genannten Frist liegen. Mit seinem Antrag bittet der BVP die Verwaltung außerdem, die wesentlichen offenen Fragen – insbesondere zur aktuellen Kapazitätsplanung, zum bereits im Mai 2025 gestellten Bauantrag sowie zur langfristigen Unterbringungsstrategie – vor einer Entscheidung zu beantworten.
„Eine menschenwürdige Unterbringung geflüchteter Menschen ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich sollte es sein, Entscheidungen dieser Größenordnung transparent vorzubereiten und sorgfältig abzuwägen. Vertrauen entsteht dort, wo Entscheidungen nachvollziehbar sind und auf einer umfassenden fachlichen Beratung beruhen.“
