Bürgerinfo – Der Vorentwurfsplan für die Bernhardstraße in Brauweiler

Was im Vorwege der Bürgerinforsmations-veranstaltung Bernhardsstraße ruchbar wurde, klang gut. Das, was der Planer Dr. Peter Sienko dann im Schützenhaus Brauweiler vorstellte, klang noch besser. Sein Planungsbüro Isaplan hätte sich streng an die Vorgaben gehalten. Und diese Vorgaben hätten sie sich nicht aus den Fingern gesogen, sondern die Vorschläge seien allesamt in der Bürgerwerkstatt im September 2008 entstanden. Das erzeugte Wohlwollen bei den vielleicht 120 Zuhörerinnen und Zuhörern. Dr. Sienkos Anspielungen in Richtung Verwaltung darauf, dass es ja doch sehr lange gedauert hätte, bis man wieder in der Sache Bernhardstraße zusammengekommen sei, überhörte das Publikum geflissenlich. Es war gerade zu spüren, man wollte die Planungsfakten sehen. Das, was Olaf Kleine-Erwig, Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Pulheim als „Vorentwurfsplanung“ eingeführt hatte.

Die Planung von Isaplan ist in drei Abschnitte eingeteilt. Vom Ortsausgang bis zur Ecke Pfalzgrafenstraße, von dort bis zum Rosenhügel und von der Raiffeisenbank bis zur Einmündung Mathildenstraße/Ehrenfriedstraße. In den nächsten Tagen wird die Planung auf der Internetseite der Stadt Pulheim einsehbar sein. Von daher werden wir hier nicht ins Detail gehen. So viel. Bushaltenstellen werden verlegt. Die Fußgängerwege werden verbreitet. Es werden Fußgängerquerungen geschaffen, die jedoch nicht wie Zebrastreifen Vorrang vor dem fließenden Verkehr haben. Die Parkstreifen werden alternierend über die gesamt Strecke verteilt. Und an der Pfalzgrafenstraße und Mathildenstraße werden Minikreisel geschaffen. Insgesamt verspricht der Planer Sienko einen besseren Verkehrsfluß, nicht zuletzt durch die Einrichtung der Kreisel. Auf das Funktionieren des Kreisels in der Dorfmitte setzte er ein Monatsgehalt – nicht mehr als ein Moderationskniff. Bestimmte Dinge müssen Bürger den Planern einfach glauben. Das ist wohl so, – auch wenn die Feststellung, dass die verkehrliche Gesamtbelastung der Bernhardstraße als nicht besonders stark bezeichnet werden könne, fast schon höhnisches Gelächter erntete. Dadurch, dass Dr. Sienko sich aber sehr offen für Detailprobleme im Straßenverlauf zeigte, entstand eine sehr offene und einvernehmliche Athmosphäre. „Wenn Sie mich auf Kaffee und Kuchen einladen, dann zeichne Ihnen den Planungsverlauf vor Ihrer Haustür mit einer Spraydose auf.“ Sienko setzte damit seine gelungenen Moderationen der Bürgerwerkstatt von vor drei Jahren fort. Solch eine Planung gibt sich nicht nur bürgernah, sondern sie ist es auch.

Nun kommen wir zu dem offen zugegeben schwierigeren Part des Geschäftes. Wie steht es um die Realisierung eines solchen Plans? Noch reden wir über eine Vorentwurfsplanung, bis zu deren Präsentation es fast 36 lange Monate gebraucht hat. Im November soll diese Planung nun den politischen Gremien zur Abstimmung vorgelegt werden. Die versammelten Brauweiler Bürger drängten auf eine Abstimmung. Kleine-Erwig wusste das zu verhindern, denn diese hätte sicherlich falsche Erwartungen geweckt. Denn der Leiter des Tiefbauamtes und Achim Kapp, der Leiter Straßenbau und Verkehr des Rhein-Erft-Kreis, erläuterten im Folgenden die Klippen und Abgründe der Entscheidungsfindung und Finanzierung. Um es kurz zu machen: mit weiteren fünf Jahren bis zur Realisierung ist zu rechnen. So hat es zwar niemand der Beteiligten gesagt, aber dieser Zeitraum schien durch. Ein älterer Herr, der wiederholt die Frage nach dem Fertigstellungsjahr stellte, musste sich den zynischen Zuruf aus dem Publikum gefallen lassen: „Das wirst du wohl nicht mehr erleben.“

Wer sich ob dem Verlauf dieser Veranstaltung dazu erdreistet, auf die Gesamtlage hinzuweisen und sei es nur auf die insgesamtliche missliche verkehrliche Situation in Brauweiler, der gilt schnell als Nestbeschmutzer. „Die Veranstaltung heiße ja wohl Bürgerinformation Bernhardstraße,“ wurde geraunzt, was in diesem Rahmen solche Fragen wohl sollten. Die Bernhardstaße ist wenige Kilometer lang, hier wohnen einige hundert Menschen, bis zur Wiederaufnahme der „Causa Bernhardstraße“ hat es 36 Monate gedauert. Die täglichen Staus drücken auf die Stimmung. Eltern mögen ihre Kinder kaum allein auf die Straße lassen. Und dann gibt es eine Planung, die im Rahmen der Möglichkeiten alle Probleme löst. Die Frage ist nur: Wann geschieht das? Bei allen strukturellen Problemen, auf die Kleine-Erwig und Kapp hingewiesen haben. Das dauert alles viel zu lange. Und derjenige Verantwortliche, der noch einmal den Satz zur Entschuldigung von irgendetwas vorbringt: „Die Mühlen der Behörden mahlen bekanntlich langsam!“, sollte gnadenlos ausgebuht werden.

Es war eine einvernehmliche Veranstaltung im Schützenhaus in Brauweiler. Es war eine brave Veranstaltung. Auf dem Heimweg spielte mein Kopfradío: „Cuando, cuando, cuando,… sag mir wann?“ Ja, die wesentliche Frage blieb offen.

5 Kommentare to “Bürgerinfo – Der Vorentwurfsplan für die Bernhardstraße in Brauweiler”

  • Hermann Schmitz:

    Liebe Brauweiler, liebe Anwohner der Bernhardstraße,
    man muss der Brauweiler Bevölkerung positiv bescheinigen, dass sie doch sehr geduldig ist. Auf für alle notwendigen Belange angemessen Entscheidungen wartet Brauweiler nun schon Jahrzehnte, und es wird bis zu Realisierungen auch noch viel Wasser die Erft hinunter laufen.
    Dass die Veranstaltung im Schützenhaus einvernehmlich und harmonisch war, sollte wohl auch ein Signal an die Behörden sein: „Nun macht mal endlich und redet nicht länger“.
    Die Bürgerwerkstatt ist 2008 aus der „IG Bernhardstraße“ entstanden. Damals trafen sich einige Anwohner, um mal wieder aktiv gegen die Missstände vorzugehen. Die „Alteingesessenen“ haben sich angeschlossen. Die Volksvertreter haben sich eingebracht und die Verwaltung mit Anträgen bombardiert. Und um die Übersicht zu behalten (und vielleicht auch um Zeit zu gewinnen), wurde eine Bürgerwerkstatt ins Leben gerufen. Fast alle Vorschläge aus der Bevölkerung und von den Vertretern fanden Einzug in eine Studie, die heute Grundlage auch für die Gestaltung der Bernhardstraße sind. Das hätten man auch eher haben können.
    Aber ich will hier nicht nur negativ wirken. Ich glaube, dass alle Beteiligten froh sind, dass eine Verbesserung der Verkehrssituation nun doch erreicht werden wird. Auch wenn es wegen des behördlichen Ablaufs noch etwas dauert. Als sehr beruhigend hat wohl auch die Information gewirkt, dass die Anwohner für die Erneuerung der Bernhardstraße keine Anliegerkosten zu tragen haben,weil es sich hier um eine Kreisstraße handelt. Lediglich an eventuellen Erneuerungen von Gehwegen und Stellplätzen werden die Anwohner beteiligt. Hoffen wir auf eine zügige Bearbeitung und dass Niemand – z.B. durch sinnlosen Klagen – eine Realisierung weiter verzögert.
    Viele Grüße,
    Hermann Schmitz

  • wolfgang kromer:

    Ich kann Herrn Schmitz nur zustimmen, es war eine harmonische Veranstaltung im Schützenhaus und der einvernehmliche Wunsch der anwesenden Bürger, dass endlich etwas getan werden muss, war spürbar. Die von Dr. Sienko vorgelegte Planung stieß auf breite Zustimmung, wenn auch noch Detailfragen zu klären seien.
    BBedauerlich aus meiner Sicht war zum einen, dass sich gerade der Vertreter der Stadt Pulheim zurück hielt, als die Fragen aus dem Publikum kamen, wann mit dem Beginn der Arbeiten zu rechnen sei. Der Eindruck konnte entstehen, dass der Verwaltung der Stadt Pulheim wenig daran gelegen sein könnte, dass man hier sich für eine rasche Umsetzung der notwendigen Vorarbeiten einsetzen werde. Da wurde für mein Empfinden von Herrn Kapp, dem Leiter des Tiefbauamtes des Rhein-Erft-Kreises schon deutlich mehr Engagement gezeigt und auch die vorbereitenden Wege aufgezeigt. Es bleibt nur zu hoffen, dass nun die Politiker im Rat der Stadt Pulheim und hier insbesondere im TVA den notwendigen Druck machen und die entsprechenden Beschlüsse rasch auf den Weg bringen. Hier wäre ein ideales Thema für eine parteiübergreifende Initiative, denn der Wunsch der Anwohner der Bernhardstraße und anderer Brauweiler Bürger wurde in der Planung verwirklicht. Eine erneute Wartezeit von 36 Monaten bis wieder etwas getan wird, wie nach der Bürgerwerkstatt darf es nicht geben.
    Das Klagen von Herrn Neubauer ist nur bedingt nachzuvollziehen, denn es ging am Donnerstagabend in der Tat nur um die Gestaltung der Bernhardstraße. Aber ihm ist insofern zuzustimmen, dass mit der Kreiselplanung Mathilden-Ehrenfried- und Bernhardstraße auch die Verkehrssituation in der Mitte von Brauweiler betroffen sein dürfte. Hier wäre sicherlich eine weitere Konzeption wünschenswert. Wobei anzumerken ist, der Reiz und die Attraktivität der Ortsmitte wird nicht durch den Verkehrsfluss erhöht, sondern durch das Angebot, dass den Verkehr nach Brauweiler hinein anlockt. Damit meine ich aber nicht den Durchgangsverkehr, der die Brauweiler Ortmitte nur als Abkürzung nutzt. Für diesen Durchgangsverkehr müssen Lösungen her, die ihn um Brauweiler herum leiten.
    In sofern haben die Verantwortlichen von Stadt, Kreis und Land noch viel zu tun und zu planen. Wie hilfreich und sinnvoll die Einbeziehung der Bürger dabei sein kann, zeigen die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt für die Bernhardstraße
    Wolfgang Kromer

  • Ingo Bube:

    Leider konnte ich an der Veranstaltung so kurzfristig nicht teilnehmen. Ich gehöre zur IG Bernhardstraße und freue mich sehr, zu hören, dass dies eine konstruktive Veranstaltung war. Und, dass es offenbar gelungen ist, dass die Anwohner geschlossen eine Veränderung wünschen. Das war nicht immer so. Der Frust war gigantisch, zumal die Diskussionen seit Jahrzehnten geführt werden. Was wir allenthalben zu sehen und hören bekamen, war erst ein mildes Lächeln und dann die Auskunft ´bringt sowieso nichts´. Über die Jahre, in denen wir hier u.a. dem TVA Antragsinput verschafft haben, hat es sogar auch frustrierte Austritte aus Parteien gegeben, weil alles so unglaublich zäh verlief. An dieser Stelle – und wir unterstellen jetzt einfach mal den postiven weiteren Verlauf – möchte ich ausdrücklich Herrn Hermann Schmitz danken, der uns von Anfang an mit seinen Tipps, Informationen und Ausdauer begleitet hat. Auch zu Landrat Stump hat er uns seinerzeit begleitet, der eine seeehr dicke Akte zur Bernhardstraße beklagt hatte. Erwähnt sei auch, dass der Wahlkreis von Herrn Schmitz eigentlich woanders liegt. Auch in der Stadtverwaltung gibt es inzwischen (!) einige, die die Sache redlich vorwärts bringen wollen und unsere Mails und Anfragen immer freundlich beantwortet haben.

    Sind wir also guter Dinge, dass u.a. auch der Sachverstand von Herr Dr. Sienko hier zu einer Teillösung für die Bernhardstraße führen wird. Teillösung klar deshalb, weil wir natürlich aufpassen müssen, dass die angrenzenden Probleme (Ortskern – Umgehung) auch gelöst werden und man sich nicht zufrieden zurücklehnt, wenn ein Puzzleteilchen gelegt ist.

    Herzliche Grüße!

  • Ingo Bube:

    Nachdem seit der letzten Diskussion um den Straßenverkehr, u.a. in der Bernhardstraße, wieder ein Quartal vergangen ist und am Ortsausgang, Richtung Königsdorf, mächtige Bewegung in die Bauaktivitäten gekommen ist, möchte ich auf diesem Wege mal vorsichtig anfragen, ob irgendwo ein kleines Flämmchen der Entwicklung unseres Problems, bzw. eines Fortgangs einer Lösung, gesichtet wurde? Wir wollen ja schließlich unseren Interessenvertretern immer wieder signalisieren, dass es auch ein Leben außerhalb des Guidelplatzes gibt (wenn auch verständlich ist, dass das allen unter den Nägeln brennt). Wir befürchten aber in nicht allzu ferner Zukunft weiter zunehmenden Verkehr durch das Neubaugebiet und irgendwann ist das Fass halt mal voll und der Hinweis, darauf komme es jetzt auch nicht mehr an, greift nicht mehr!

  • […] geschrieben habe und bevor ich mich wiederhole empfehle ich einfach noch mal die Lektüre. Er ist erstaunlich aktuell. Für Berichterstatter ist Brauweiler wirklich ein hartes Brot, die […]

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