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Brief aus Eckernförde – Gemengelage #64

Ich bin gerade eben vom Frühstückstisch aufgestanden und habe die Tageszeitung aus der Hand gelegt. Erst lese ich immer den Sportteil und dann  Rhein-Erft. Eigentlich interessiert mich nur Pulheim und insbesondere Brauweiler, aber das muss ich ja nicht noch betonen. Und gerade trudelte auch der Brief aus Eckernförde in meinem Postfach ein. Margarete Brix hört Radio und erregt sich über den inflationären Gebrauch des Begriffes „Gemengelage“. Genau das dachte ich aber, als ich den heutigen Artikel im Kölner Stadtanzeiger über die Sekundarschule gelesen habe. Das Abteigymnasium Brauweiler hat nach dem Beschluss der Schulkonferenz der Stadt Pulheim die Zusammenarbeit mit der neuen Sekundarschule verweigert. Ist das ein Racheakt dafür, dass das Gymnasium sich in Sachen Gesamtschule übergangen und angegriffen fühlte? Kann sein,  es ist aber vielleicht auch der antiquierte Politikstil der Stadt, das Regieren nach Vorschrift, der immer wieder Widerstand erregt. Wann merkt die Stadt Pulheim endlich, dass man Bürgerinnen und Bürger von Anfang an in einen sachlichen Dialog einbinden muss und dass man zudem die betroffene Öffentlichkeit nicht mit Frontalveranstaltungen überfahren kann? Ob nun Bäderlandschaft, Schullandschaft, Guidelplatz, es ist immer wieder dasselbe Muster. Die Stadt behauptet: Wir handeln transparent. Die Bürgerschaft hält dagegen: Wir werden nicht informiert. Wir haben hier in der Stadt Pulheim drei Großfeuer. Im Schulzimmer, im Vorgarten Guidelplatz und im Badezimmer. Man könnte auch von einer „Gemengelage“ sprechen. Maggie schreibt: „Die „Gemengelage“ ist das Synonym unserer Zeit für komplizierte Situationen, deren Zustandekommen man nicht versteht und für deren Entwirrung man keinen Lösungsvorschlag hat.“ Einverstanden, aber hat sie denn eine Lösung? Lesen Sie selbst. (Illustration: Meike Teichmann)

Moin, moin,
mit der Zeit zu gehen, Schritt zu halten, ist sicher richtig, wenn man nicht einigermaßen allein auf der Strecke bleiben will. Aber es gibt in meinem Leben Gewohnheiten, die ich nicht aufgeben möchte. Zu diesen gehört das regelmäßige Anhören bestimmter Radiosendungen. Braucht irgendjemand die NDR-2-Morgenshow, in der sich Moderatorin P. und Moderator P. drei Stunden lang orgiastisch bespaßen? Ich höre Sender, die noch nicht die Nachrichten mit Dauerrauschen unterlegen und nicht jeden Moderator, der fehlerfrei 10 Sätze aneinanderreihen kann, zum Sortieren der Langspielplatten in den Keller verbannen. Es sind Sender wie der Deutschlandfunk, die wegen der Qualität der Beiträge Orientierung bieten. Oder sollte ich sagen – „boten“?
Allein schon der Sprachgebrauch verrät so einiges. In letzter Zeit registriere ich eine Häufung des Wortes „Gemengelage“. Die Reporterin aus Brüssel schildert die Verhandlungen der Troika, spricht von der nächsten Tranche aus dem Rettungspaket für Griechenland, beschreibt die Positionen von Schäuble und Christine Lagarde, kommt auf den Schuldenschnitt und dann, dann fällt es wieder, das böse Wort von der Gemengelage. Die „Gemengelage“ ist das Synonym unserer Zeit für komplizierte Situationen, deren Zustandekommen man nicht versteht und für deren Entwirrung man keinen Lösungsvorschlag hat. Bankenkrise, Eurokrise, Klimawandel, Israel, Syrien, Gaza. Gemengelagen, allesamt. Früher sagten Arzt, Apotheker und Lehrer wo es lang geht. Und heute? Twitter, Google und facebook sind jedenfalls ratlos. Nicht sprachlos, aber eben ratlos.
Warum ich das in die Runde schicke? Angesichts der wachsenden Ratlosigkeit spüre ich den Wunsch mancher Mitmenschen nach einfachen Lösungen und das war noch nie gut. Wir sollten uns in klaren Worten eingestehen, dass wir nicht alles verstehen und im Zweifel auch mal einen mutigen Schritt zurück machen. Auch das kann nämlich Fortschritt sein.
In diesem Sinne hoffe ich, dass die ein oder andere gezückte Waffe einfach wieder weggesteckt wird.
Eure Margarete

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