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Gastbeitrag Prof. Christian Forkel – Vor dem Pulheimer Schulfrieden stehen wohl noch ein paar Kompromisse

Brauweiler Schulzentrum 2Vor einigen Wochen wurde durch den Rat der Stadt Pulheim der Beschluss getroffen, statt der gescheiterten Sekundarschule nun eine Gesamtschule in Brauweiler einzurichten. Hiervon ist nunmehr nicht nur die Realschule in Brauweiler, sondern auch das Gymnasium in Brauweiler betroffen. Der Beschluss erging einstimmig über alle Parteigrenzen hinweg und wurde von der Politik als Schulfrieden für Pulheim bezeichnet. Dies wird nicht von allen Brauweilern so gesehen, zumindest nicht auf der bisherigen Beschlussbasis. Weitere Beschlüsse stehen nun im Bildungsausschuss am 10.9. und im Rat am 24.09. an. Der nachfolgende Gastbeitrag von Professor Christian Forkel ist ein Versuch, zwar die kritisierten Punkte der bisherigen Entscheidung offen darzulegen, aber auch die mit der Einführung einer Gesamtschule in Brauweiler durchaus vorhandenen Chancen darzustellen und Wege aufzuzeichnen, wie die Einführung der Gesamtschule nicht in einer Konfrontation wie bei der Sekundarschule münden würde, sondern in Kooperation zwischen allen Beteiligten gelingen könnte.

„Ein Schulfrieden in Pulheim?

Nachdem die Sekundarschule gescheitert ist, soll nun also eine Gesamtschule in Brauweiler den Pulheimer Schulfrieden ermöglichen. Die Gesamtschule soll vierzügig sein, das Abtei-Gymnasium soll auf 4 Züge (derzeit 5 bis 6-zügig) beschnitten werden. Die Entscheidung des Rats kam äußerst kurzfristig und umfasst lediglich zwei dürftige Sätze. Zum Vergleich: Die Entscheidung zum Schulexperiment Primusschule umfasst 5 Unterpunkte nebst umfangreichen Anlagen.

Die Gründe für die einstimme Entscheidung des Rats sind sicher vielschichtig. Einige wollten schon immer eine Gesamtschule und nehmen dafür auch den Standort Brauweiler in Kauf. Bei Anderen herrschte wohl die Meinung vor: „Das habt ihr in Brauweiler nun von eurer Sekundarschulablehnung“. Ob der politisch vereinbarte Schulfrieden damit auch bei den betroffenen Schulen, Kindern, Eltern und vor Ort in Brauweiler eintritt, ist jedoch noch fraglich.

Die im Schulausschuss vom Schulentwicklungsplaner vorgelegte Begründung für die Standortentscheidung ist dann doch zu verquer: Die Gesamtschule muss – trotz höherer Kosten – nach Brauweiler, „weil damit weniger Pulheimer Kinder betroffen sind“. Diese Begründung in mehrfacher Hinsicht absurd und schädlich: Sie diskreditiert die Qualität der ansonsten so hoch gelobten Gesamtschule (ansonsten würde man sie ja gerade den Pulheimer Kindern anbieten wollen). Sie diskreditiert den Schulstandort Brauweiler und die Brauweiler SchülerInnen und Kollegien. Und sie diskreditiert das Markenzeichen Bildung, mit dem Pulheim für sich werben will. Eigentlich sollte die Stadt Pulheim stolz darauf sein, dass die Brauweiler Schulen viele SchülerInnen aus dem Umland anziehen, da sie im Umland so einen guten Ruf haben. Stattdessen wird dies von Pulheim als ein Manko angesehen. Das ist nicht nachzuvollziehen. Bezüglich der immer wieder ins Feld geführten Kosten für „fremde“ SchülerInnen stellt sich die Frage, ob entsprechende Ausgleichsabgaben von den umliegenden Kommunen nicht eingefordert werden.

Die zentrale Frage ist aber: Wie geht es weiter? Kommt erneut eine Gegenbewegung in Brauweiler wie bei der Sekundarschule, oder finden die unterschiedlichen Beteiligten trotz des schlechten Anfangs noch einen guten gemeinsamen Weg? Eine Gesamtschule mit einem potenziellen Abitur nach 9 Jahren parallel zum Gymnasium mit dem Abitur nach 8 Jahren kann funktionieren – kann sogar gut funktionieren und bietet viele Möglichkeiten zur Kooperation. Es kommt jedoch darauf an, ob der gemeinsame Wille in der Politik und den Schulen vorhanden ist.

Der Rat könnte bzw. sollte hierzu seine bisherige, sehr dürftige Ratsentscheidung entsprechend ergänzen: Es muss – anders als dies bei der Sekundarschule der Fall war – sichergestellt werden, dass das vorhandene gute Potenzial der Realschule genutzt wird und sich die Gesamtschule aus der Realschule heraus und gemeinsam mit der Realschule entwickelt. Dies umfasst auch die Integration des Lehrkörpers der zu schließenden Schulen in die neue Gesamtschule (vorrübergehend mit Teilabordnungen), wodurch der Schulbetrieb aller Schulen auch in der 6jährigen Übergangszeit qualitativ abgesichert wird. Alle SchülerInnen müssen sicher sein können, dass sie an der von ihnen gewählten Schule und an dem gewählten Standort weiter vollständig und mit einem ausreichenden Lehr(erInnen)angebot beschult werden. Hierfür muss sich die Stadt bei der Bezirksregierung deutlicher als bisher einsetzen. Zum anderen müssen Eigenständigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten des Abtei-Gymnasiums erhalten bleiben. Sofern das Gymnasium trotz des parallelen Angebots der Gesamtschule so attraktiv ist, dass es  mehr als 4 Züge bilden kann, dann sollte man dies auch zulassen. Die entsprechende Passage im bisherigen Ratsbeschluss ist vieldeutig und zu vage. Der Bildungsstandort Pulheim würde dann durch eine weitere Schulform gestärkt, nicht geschwächt. Schließlich müssen die erforderlichen finanziellen Mittel für den Um-/Ausbau in einem Ratsbeschluss klar benannt und entsprechend abgesichert werden. Dies war bei der Primusschule möglich und sollte dann doch auch für das Schulzentrum Brauweiler möglich sein.

Aber nicht nur der Rat, auch die betroffenen Schulen müssen agieren, in diesem Fall vor allem kooperieren. Wenn die Stadt Pulheim die notwendigen Beschlüsse tätigt, könnten und sollten m.E. auch die Schulen diese Beschlüsse mittragen, sie unterstützen und die Neuausgestaltung des Brauweiler Schulzentrums gemeinsam, engagiert und motiviert nach vorne treiben. Beide Parteien – Stadt und Schulen – sind nun zu einem konstruktiven Miteinander aufgefordert. Nur dann haben die SchülerInnen eine wirkliche Wahlmöglichkeit unter qualitativ hochwertigen Bildungseinrichtungen, nur dann wird nicht nur ein politischer, sondern auch ein von allen Beteiligten getragener Schulfrieden möglich.

Prof. Christian Forkel, Brauweiler“

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