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Brief aus Eckernförde – Umleitung

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Moin, moin,
ich weiß ja nicht, wie Sie es mit den Tugenden halten. Ich halte streng an ihnen fest. Also, zumindest an einigen. An der Pünktlichkeit zum Beispiel. Kommt jemand zu spät zu einer Verabredung, reagiere ich ungnädig. Komme ich zu spät zu einer Verabredung, neige ich zur Selbstkasteiung. Nicht in mittelalterlichen Dimensionen, versteht sich. Aber doch so, dass ich leide. Ich versage mir mein Lieblingsgetränk, oder gar ein sicheres Solo beim Doppelkopf.
Vorgestern wäre es beinahe wieder soweit gewesen. Fiete chauffierte mich zu einer Verabredung. Wir hatten die Abfahrtszeit so gewählt, dass wir einen 10-Minuten-Puffer hatten. Doch dann: Umleitung. Und glauben Sie mir, wir waren nicht die einzigen auf der Umleitungsstrecke. Wir krochen durch den Hamburger Speckgürtel. Im Schneckentempo! Ich litt. Fiete spielte Schlager der 50er-Jahre. Fröhlich. Schlimmer war nur, dass er referierte, wie auch ich diese Zeit des Lebens, diese unwiederbringliche Lebenszeit nutzen könne. Durch Gespräche mit ihm, das Betrachten der Landschaft, oder durch Mitsingen. Ich kochte. Es würde eine peinliche Begegnung werden. Insgeheim wünschte ich, den Zug genommen zu haben.
Mit über zwanzig Minuten Verspätung traf ich am Ort der Verabredung ein. Gleichzeitig mit Professor von Kranz-Mitscherlich, meinem seinerzeit hochgeschätzten Kollegen, der am Bundesverwaltungsgericht einen Ruf wie Donnerhall hatte. Über das ganze Gesicht strahlend kam er auf mich zu: „Mir scheint, auch Sie konnten den Verkehr nicht in seine Schranken weisen“, scherzte er und setzte fort: „Mein Stau kam mir sehr zu Pass. Ich konnte noch das Ende von Paul Temple hören. Sie wissen schon, Durbridge. Köstlich.“ Und dann hakte er sich bei mir unter, um das von ihm gewählte Café zu betreten. Ohne unser beider Verspätungen weiter zu erwähnen. Ich war einigermaßen – irritiert.
Im Nachhinein bin ich, der Wahrheit muss ich auch hier die Ehre geben, sehr froh, dass ich mir keine unmittelbare Strafe auferlegte. Die Sachertorte war nämlich ein außerordentlicher Genuss.

Schönes Wochenende
Ihre Margarete Brix
P.S. Der 3. GUMM-PRIX steigt zu den Sprottentagen (10. – 12. Juli 2015). Sicher wird es für Sport- und Kostümwertung wieder tolle Preise geben. Ich empfehle: Jetzt schon mal in den Kalender eintragen.

Rasmussen und die Brix. In: „Tod am Strand“ und „Die Schlei-Diva“.
Bei emons erschienen und überall im gutsortierten Krimi-Buchhandel erhältlich.

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