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Brauweiler Ortsmitte: Das Versprechen der Bürgerbeteiligung steht immer noch aus

Guidelplatz SchotterDer Verkehrsplaner Holger Paulsen meldet sich wieder zu Wort. Der Brauweiler hatte sich im November 2014 mit einem Offenen Brief an Bürgermeister Keppeler an die Pulheimer Öffentlichkeit gewandt. In seinem „Brief, der auch hier auf dem Blog veröffentlicht wurde, schrieb Paulsen: „Es geht nicht nur um die Errichtung von 3 Gebäuden und einer privaten Tiefgarage der Stiftung, sondern um das Gesamtkonzept unseres Ortskernes mit der Einbeziehung der Bürger, der Brauweiler Interessengemeinschaft der Unternehmer e.V. (BIG) und der Beschlussfassung einen Masterplan zu installieren, der von erfahrenen Projektentwicklern gesteuert werden muss.“ Letzte Woche gab es hier auf dem Brauweilerblog einen Post, der forderte, dass vor allen anderen Fragen die Parkplatzproblematik geklärt sein müsse – bevor der erste Spatenstich für die Bebauung getan wird.

Dem Artikel vom 19. 02. 2015 „ Wie die Zeit vergeht“ kann vollinhaltlich nur zugestimmt werden

Die Gesamtsituation Brauweiler Ortsmitte ist auch nach der Planvorstellung im Januar 2015 nicht transparenter geworden. Es bleiben auch weiterhin viele Fragen offen.
Normalerweise wird ein Projekt dieser Tragweite Schritt für Schritt entwickelt und nach allen Seiten abgesichert. Damit entsteht für den Investor ein tragfähiges, mit kalkulierbaren Risiken behaftetes Bauvorhaben, das er umsetzen und anbieten kann.
Für das Projekt Brauweiler Ortsmitte wird allerdings dieses tausendfach erprobte Verfahren nicht angewandt. Mit dem Ergebnis, dass bis heute kein absolut schlüssiges Modell vorliegt, mit dem sich die Bürgerschaft und die Geschäftswelt solidarisch erklären kann.
Brauchbare Ansätze wie der Masterplan aus 1998 waren vorhanden, sind aber, aus welchem Grund auch immer, nicht weiterentwickelt worden.
Die jetzt verabschiedete Teilbebauung mit nochmals verringerter Bausubstanz der Gold-Kraemer-Stiftung wird die derzeitig desolate Situation nicht gravierend verbessern. Auch der 2. Bauabschnitt auf den städtischen Grundstücken entlang der Kaiser-Otto-Straße bleibt unklar. Dem Vernehmen nach sind die Überlegungen, bis auf die Anlegung einer vorübergehenden Parkplatzfläche, noch nicht viel weiter gediehen. Und dabei käme diesem Teil der Ortskerngestaltung die so wichtige Aufgabe zu, den alten Ortskern um die Abteipassage herum und den neugestalteten Guidelplatz als Scharnier zu verbinden.
Die ortsansässigen Händler brauchen eine Vorstellung und eine Zusage eines funktionierenden Ortskerns. Wir haben engagierte Geschäftsinhaber mit attraktiven Angeboten. Ihnen bürden wir die jahrelangen Lasten der Bauarbeiten rund um den Guidelplatz auf. Um diesen langen Tunnel zu durchschreiten, haben diese Unternehmer aber eigentlich nur eine abschließende existenzielle Frage: Hat der neugestaltete Ortskern gut erreichbare Parkplätze und sind diese in ausreichender Anzahl vorhanden?
Die Kundschaft, die neu angeworben werden soll, verlangt eines und das ist der Dreh und Angelpunkt. Parkplätze. Kein rational kalkulierender Investor wird Ladenlokale errichten, die er aus Mangel an Interessenten nicht langfristig vermieten kann.
Bevor nun der Bauantrag gestellt wird, muss dieses Problem gelöst werden, denn die derzeitigen Geschäftsleute werden sicherlich einen 4-5 jährigen Überlebenskampf, während der Bauzeit, durchstehen müssen.

Die Planungssituation für den ruhenden Verkehr, sprich Parkraum, stellt sich nach meinem Kenntnisstand momentan so dar. Nach dem Wegfall der öffentlichen Tiefgarage unter dem Guidelplatz wäre es naheliegend gewesen, auf den Grundstücken rund um das alte Kino einen Parkplatz oder ein Parkhaus zu errichten. Diese Grundstücke stehen aber für diese Art Nutzung in den nächsten 10-20 Jahren nicht zur Verfügung. Von daher bleibt nur eine Möglichkeit, die Ortsmitte Brauweiler attraktiv zu gestalten und am Leben zu erhalten:

der Guidelplatz muss als Parkfläche erhalten bleiben, bis eine annehmbare Ersatzlösung gefunden und umgesetzt worden ist.

Das bedeutend allerdings auch eine einschneidende Verringerung der Baufläche des Hauses Nr.4 Hier sprechen wir über den geplanten Gebäuderiegel gegenüber den Guidelplatzarkaden, der an der Gaststätte Alte Abtei ansetzt. Diese Forderung kalkuliert wohlweislich ein, dass damit eine erneute Änderung der Gesamtplanung einhergeht. Jede Projektentwicklung muss, wie eingangs erwähnt, auch unbequeme bis hin zu negierenden Fragen und Forderungen aushalten. Letztendlich ist die Parkplatzfrage so entscheidend, dass ein erneutes Nachdenken und Planen – auch vom Punkt Null aus – kein Tabu sein dürfte. Fehler, die jetzt schon klar erkennbar sind, müssen unter allen Umständen vermieden werden.
Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass die jetzt beschlossenen Baumaßnahmen richtungsweisend für die nächsten 50-70 Jahre sein werden.
Dazu gehören auch die dringend zu klärenden Fragen, wie mit der Verkehrssituation im Ortskern umgegangen werden soll. Es reicht in keinem Fall der Hinweis, dass die Fahrbahn der Ehrenfriedstrasse im Bereich des Guidelplatzes nach den Plänen des Büros Fritschi angehoben und einen einheitlichen Belag erhalten soll.
Für diese, jetzt als Kreisstrasse gewidmete Fahrbahn,müßte vom künftigen Kreisverkehr ,Einfahrt Bernhardstr., bis zum alten Brauweiler Rathaus eine plausible Lösung entwickelt werden, die den derzeitigen Durchgangsverkehr massiv behindert und zur Umfahrung des Ortskerns zwingt.
Vielleicht müssen wir uns auch einfach noch mal sortieren, über welche Zukunft Brauweilers wir reden. Es war zu Beginn der Planung mit der Gold-Kraemer-Stiftung immer mal wieder von einem „kleinen Bayreuth im Westen Kölns“ die Rede. Das klingt toll, nur Kultur am Abend und an den Wochenenden allein hält einen Stadtteil Brauweiler nicht am Leben. Was passiert werktags in dem Abteiort? Wie wird die Nahversorgung gesichert? Welche zusätzlichen Angebote braucht der Ortskern, um zukunftsfähig zu sein? Desgleichen fehlt eine eindeutige Aussage zur künftigen Nutzung der Guidelplatzfläche. Hierüber wurden die widersprüchlichsten Angaben gemacht. Wenn es eine öffentliche Verkehrsfläche ist, kann nur die Stadtverwaltung die alleinige Instanz sein, die Genehmigungen erteilt.
Zusammenfassend muss nochmals betont werden, die Entwicklung der Ortsmitte Brauweiler kann nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger und vor allem die Unternehmer am Planungsprozess zeitnah und aktiv beteiligt werden. Hierzu hatte sich der Vertreter des Investors der Gold-Krämer-Stiftung in der Veranstaltung am 15.01.2015 bereit erklärt. Eine entsprechende Erklärung der Stadt Pulheim steht bislang aus.
Wenn es uns im Vorfeld nicht gelingt, alles Notwendige zu „besprechen“ und all das zu vermeiden, was zu einem Desaster führen kann, sollten wir es ganz lassen und dieses Vorhaben einer späteren Generation überlassen, die damit vielleicht besser umgehen kann.
Holger Paulsen, Brauweiler, 26. Februar 2015.

2 Kommentare to “Brauweiler Ortsmitte: Das Versprechen der Bürgerbeteiligung steht immer noch aus”

  • Ich finde die Grundidee der Gold-Krämer-Stiftung nicht schlecht. Ein Kunst- und Kulturzentrum gegenüber der Abtei kann Brauweiler nur gut tun. Die Planung gefällt sicher nicht jedem. Und daß die Gold-Krämer-Stiftung die Zügel in der Hand behalten möchte, verstehe ich auch. Wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird.

    Wir sollten auch nicht vergessen, daß die Gold-Krämer-Stiftung schon einiges an Geld ausgegeben haben dürfte, um die Situation für uns Brauweiler erträglicher zu machen. Sie hat zunächst das Brachgelände als kostenlosen Parkplatz zur Verfügung gestellt. Dann hat sie die Guidelgrube wieder verfüllen lassen und so zusätzlich kostenlosen Parkraum geschaffen.

    Viele wollen mitreden. Die Gold-Krämer-Stiftung. Die Stadt. Die Anwohner. Die Denkmalpfleger. Die Geschäftsleute. Die Brauweiler.

    Viele Köche verderben den Brei, so heißt es.

    Aber: Vier Augen sehen mehr als zwei. Und bei vielen Ideen können auch viele gute Ideen dabei sein. Workshop, Bürgerbeteiligung, was auch immer. Liebe Verantwortliche, seht es als Chance, nicht als Bedrohung.

    Brauweiler ist nicht gegen die Gestaltung des Guidelplatzes. Brauweiler ist nicht gegen die Gold-Krämer-Stiftung. Liebe Verantwortliche, nehmt die Brauweiler mit ins Boot. Davon werden alle profitieren.

  • Carsten Kurz:

    Herr Paulsen,

    inhaltlich bin ich zwar voll bei Ihnen, was die Idee eines Masterplans angeht.

    Allerdings dürfte auch klar sein, dass nach den Vorgängen der letzten drei-vier Jahre niemand mehr das Gesamtprojekt erneut auf den Prüfstand stellen wird. Die Weichen für eine Integration des Guidelplatz-Vorhabens in einen Masterplan hätten schon vor 10-15 Jahren unwiderruflich gestellt werden müssen, und der Kurs hätte stringent beibehalten werden müssen.

    Jetzt kann man nur sagen: Augen zu und durch, die Kuh muss vom Eis, sonst reden wir in Bezug auf den Guidelplatz von Brauweiler 2100…

    So sehr ich nachvollziehen kann, dass die Brauweiler Geschäftswelt die gegenwärtige Parkplatzsituation als vorteilhaft empfindet – man kann aus dem Bestehen einer temporären planierten Baubrache keinen Anspruch auf Beibehaltung eines solch üppigen Parkplatzangebotes aus städteplanerischer Sicht herleiten. Das Gelände direkt gegenüber der Abtei im Zentrum Brauweilers kann und darf kein Großparkplatz werden.

    Ich war selbst überrascht, als ich nach der Freigabe des Guidelplatzes für den temporären Parkplatzbetrieb festgestellt habe, in welchem Umfang dort und auf den angrenzenden Flächen nun Parkmöglichkeiten genutzt werden, und auch mir kam natürlich sofort der Gedanke, was wohl geschehen wird, wenn im Zuge der Baumaßnahmen der größte Teil davon wieder wegfallen wird, zumal zu diesem Zeitpunkt der Wegfall der öffentlichen Tiefgarage aus den Planungen schon feststand. Aber es müssen andere Lösungen gefunden werden als ein Großparkplatz in der Mitte des Abteiortes.

    Die Bedenken des ortsansässigen Gewerbes kann ich dabei zu 100% nachvollziehen.

    Die Zielrichtung kann hier aber nur sein, den Druck auf die Stadtplaner zu erhöhen, hier möglichst schnell viele Alternativen zu erschließen, und während der Bauphase größtmögliche Rücksicht auf die Parkplatzinteressen zu nehmen, das bedeutet auch, dass z.B. die Parkplatzbewirtschaftung ausgesetzt werden muss und verfügbare Parkflächen ausgewiesen werden müssen.

    Die Gold-Kraemer-Stiftung wird ihr Projekt nicht auf eine Randbebauung eines Großparkplatzes eindampfen, die vehement vertretene Vorgabe, den Guidelplatz enger an die Abtei heranzurücken spricht hier eine deutliche Sprache.

    – Carsten Kurz, Brauweiler

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