Brief an unseren Bürgermeister

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Keppeler,

mit großer Verwunderung habe ich diese Pressemitteilung gelesen. Wo sind denn hier die Prioritäten bei einem Blackout? Ich mache mir da wirklich Sorgen.

Die Sauna ist irrelevant, die kann geschlossen bleiben, ebenso ist die Weihnachtsbeleuchtung irrelevant, Dioden brauchen nun mal fast keinen Strom.

Dass die Feuerwehr auch bei einem Blackout (großflächiger Stromausfall über mehrere Tage) funktioniert, dass sollte selbstverständlich sein, sonst haben dort gewisse Personen ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Man kann doch erwarten, dass die Feuerwehr in Pulheim genügend Stromgeneratorcontainer hat. Das hatten wir beim Malteser Hilfsdienst schon vor 40 Jahren. Ebenso sollten batteriebetrieben Funkgeräte und Relaisstationen vorhanden sein mit denen man ganz Pulheim abdecken kann. Zur Not gräbt man halt die alten FuGe 7, 8, 9 und so weiter wieder aus, und zwar noch heute.

Viel wichtiger ist die Versorgung der Pulheimer! Kein Strom heißt auch, dass es kein Leitungswasser gibt. Hat sich von der Stadt einer bei den Versorgen umgehört? Nach wieviel Stunden Stromausfall fällt die Wasserversorgung aus? Gibt es in den Pumpstationen Notstromaggregate? Oder gibt es dort Dieselpumpen? Wieviel Wassertankfahrzeuge besitzt die Stadt Pulheim? Hat man genug Diesel für die Fahrzeuge und die Generatoren eingelagert? Für Gas stelle ich die gleichen Fragen.

Ein Blackout bedeutet kein Wasser und somit keine Toilettennspühlung. Das bedeutet aber nach ein paar Tagen auch gesundheitliche Probleme!

Wie sieht es mit der Lebensmittelversorgung aus? Die Türen der Supermärkte kann man ja auch ohne Strom aufmachen aber die Kassen funktionieren nicht. Das heißt, um einen funktionierenden Betrieb der Supermärkte zu gewähren, müssen alle Produkte mit Preisen ausgezeichnet werden, da die Scannerkassen nicht funktionieren werden. Die Kassierer werden Taschenrechner brauchen und Quittungen per Hand ausstellen müssen und das will geübt werden.

Das sind die Probleme, die Pulheim haben wird, falls es wirklich zu einem Blackout kommen sollte, nicht die Weihnachtsbeleuchtung!

In wenigen Wochen über die Ergebnisse zu beraten, wie es in der Pressemitteilung steht, dass liest sich wie Hohn, denn diese Zeit haben wir nicht. Die Stadt darf sich nicht auf den Kreis verlassen und muss eigene Initiative ergreifen.

Ich hoffe, dass alle diese Probleme rechtzeitig angegangen werden und natürlich, dass es nicht so weit kommen wird, aber wir müssen vorbereitet sein.

Mit freundlichen Grüßen

Moritz Grosse

1 Kommentar to “Brief an unseren Bürgermeister”

  • Joe:

    Sehr geehrter Herr Grosse,

    danke für Ihren Brief diesen kann man nur so unterzeichnen!
    Ich hoffe auf eine zufriedenstellende Antwort.
    Auch wenn wir vom Schlimmsten ausgehen müssen!
    Die Augenwischerei mit Eisparmaßnahmen bei Weihnachtsbeleuchtung ist offensichtlich ablenkung von mangelender kompetenz und vorbereitung für einen ernstfall!

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