Sekundarschule Brauweiler – Anmeldefrist bis zum 1. März verlängert

Die Stadt Pulheim hat gestern eine Pressemitteilung versandt, die die Verlängerung der Anmeldefrist für die geplante Sekundarschule in Brauweiler um eine Woche bis zum 1. März verkündet. Warum werden wohl einmal vereinbarte Fristen gedehnt? Die Aktion spricht für sich. Anbei die Pressemitteilung der Stadt im vollen Wortlaut. Im Anschluss daran dokumentiere ich den Protest des Bügervereins Pulheim.

 

Stadt Pulheim

Mit einer Dringlichkeitsentscheidung ist das Anmeldeverfahren für die Sekundarschule im Schulzentrum Brauweiler bis Freitag, 01. März, verlängert worden. Die Beschlüsse des Rates vom 06. November und 18. Dezember 2012 sind damit abgeändert worden.
Die Anmeldeverfahren für die Arthur-Koepchen-Realschule und die Gemeinschaftshauptschule werden von Montag, 04. März bis Freitag, 15. März, durchgeführt, wenn die erforderliche Zahl von 75 Anmeldungen für die Sekundarschule nicht erreicht wird. Die Entscheidung erfolgt (gemäß Paragraph 60 (1) S. 2 GO NRW) im Wege der Dringlichkeit, weil weder der Rat noch der Hauptausschuss rechtzeitig einberufen werden können.
Die Verlängerung des Anmeldezeitraumes für die Sekundarschule ist wegen der zeitlichen Abläufe der Anmeldeverfahren für die umliegenden Gesamtschulen – insbesondere Köln-Bocklemünd und Bergheim – notwendig. Die Anmeldezeiträume für diese Schulen sind am Freitag, 15. Februar, zu Ende gegangen. In diesen Gesamtschulen werden traditionell zahlreiche Kinder aus Pulheim angemeldet. Viele von ihnen erhalten aber wegen des erheblichen Anmeldeüberhangs Absagen. Die Ablehnungen werden am Mittwoch, 20. Februar, verschickt. Die Eltern werden sie am Donnerstag/ Freitag, 21./ 22. Februar, oder noch später erhalten. Mit dem Ablehnungsbescheid bekommen die Eltern den Anmeldeschein zurück, den sie für eine Anmeldung an eine andere Schule benötigen. Weil nicht auszuschließen ist, dass die Briefe mit den Ablehnungen die Eltern erst nach Ablauf der bisher gültigen Anmeldefrist (22. Februar) erreichen, wird ihnen mit der Verlängerung des Anmeldezeitraumes die Möglichkeit gegeben, für ihr Kind das Angebot des längeren gemeinsamen Lernens an der Sekundarschule wahrzunehmen.
Der Schulträger berücksichtigt bei der Entscheidung, dass die Anmeldezeiträume für die Arthur-Koepchen-Realschule und die Gemeinschaftshauptschule Pulheim verkürzt werden, falls die erforderliche Zahl von 75 Anmeldungen für die Sekundarschule nicht erreicht wird. Bei beiden Schulen handelt es sich im Gegensatz zur Sekundarschule aber um etablierte Schulen, die den Eltern bekannt sind. In der Abwägung ist die Verkürzung deren Anmeldezeiträume besser zu vertreten, als der Nachteil, dass Eltern kein Angebot einer Schulform längeren gemeinsamen Lernens wahrnehmen könnten.

 

Gegen die Vorgehensweise der Stadt Pulheim protestiert der Bürgerverein Pulheim:

 

Die Fraktion des Bürgervereins ist fassungslos mit welchen Mitteln hier vom Team
der Hoffnungslosen versucht wird, mit dubiosen Tricks, das Spiel in letzter Sekunde
zu wenden. Stand das Ergebnis mangels ausreichender Anmeldezahlen für die
Sekundarschule bis gestern noch auf Sieg für die AKRS, soll ihnen dieser nun
genommen werden.
Das Thema Sekundarschule entwickelt sich immer mehr zu einem Possenspiel.
Verwaltung und die Mehrheitsfraktionen im Rathaus wollen mit allen Mitteln die
Einführung der Sekundarschule erreichen. Da werden auch grobe Fouls nicht
gescheut. Man bedient sich wild ins Feld geworfener Dringlichkeitsentscheidungen,
die mit Unterschrift des Bürgermeisters und nur einem Fraktionsmitglied ganze
Ratsbeschlüsse außer Kraft setzen.
Ein Landratskandidat der Politik auf Augenhöhe betreiben möchte, was aber nicht
nur aufgrund seiner Größe, sondern vor allem wegen seiner Vorgehensweise, nicht
der Realität entspricht und ein Bürgermeister, den man bald als Phantom
bezeichnen kann, da er fast nur noch auf Pressefotos zu sehen ist, sowie die
Mehrheitsfraktionen im Rat, die angeblich auf Transparenz und Bürger- bzw.
Elternwillen setzen, diesen aber gekonnt umdribbeln, spielen hier in einem Team
gegen die Kinder, Eltern und Bürger.
Wohin soll das noch führen? Zu einem Elfmeter für die Sekundarschule?
Aber wenn selbst die Schiedsrichter versagen, so gibt es dennoch einen Torwart
und das Publikum! Die Sekundarschule entwickelt sich bei diesen Methoden ganz
schnell zum Geisterspiel.
Da wird zum zweiten Mal in dieser Partie eine Dringlichkeitsentscheidung aus der
Brusttasche gezogen, der die Fraktion des Bürgervereins allerdings erneut die rote
Karte zeigt.
Einer Verlängerung der Anmeldefrist, also einer Nachspielzeit für die
Sekundarschule, werden wir nicht zustimmen. Wir wollen ein faires und offenes
Spiel ohne taktisches Geplänkel. Wir wollen ein Tor und einen Sieg für die Kinder
und deren Eltern und vor allen Dingen Fair Play!
Fraktion Bürgerverein Pulheim

2 Kommentare to “Sekundarschule Brauweiler – Anmeldefrist bis zum 1. März verlängert”

  • Christian Forkel:

    Offenbar nicht genügend „freiwillige“ Anmeldungen zur Sekundarschule

    Seitens der Stadt Pulheim wird derzeit nichts unversucht gelassen, um die erforderliche Anzahl an Anmeldungen für die Sekundarschule nahezu zu „erzwingen“. Begonnen hatte dies mit als „Informationsveranstaltungen“ getarnten Werbeveranstaltungen, auf denen sämtliche üblichen pädagogischen Ziele als Neuerung der Sekundarschule dargestellt wurden, auf denen die Sekundarschule ablehnende Institutionen fälschlicherweise als Unterstützer dargestellt wurden und auf denen schlichtweg alle bestehenden Probleme der Sekundarschuleinführung verschwiegen bzw. übergangen wurden. Angeschlossen hat sich dann die Entscheidung für ein vergleichsweise undemokratisches Anmeldeverfahren: die vom Schulministerium im strittigen Fällen vorgesehene vorgezogene Anmeldefrist wurde nicht genutzt und statt dessen ein Anmeldeverfahren gewählt, was eindeutig die Sekundarschule bevorzugt. SchülerInnen, die die Sekundarschule ablehnen und sich daher zumindest zunächst an anderen Schulen anmelden wollen, wurden mit der – zudem falschen – Aussage verängstigt, sie würden ggf. „weder hier noch dort“ einen Platz erhalten, wenn sie sich nicht direkt an der Sekundarschule anmelden (als ob es keine Schulfpflicht gäbe). Und in regionalen Zeitungen wird mit Anzeigen für die Sekundarschule geworben, als ob es diese schon gäbe („Willkommen in der Sekundarschule in Brauweiler!“), was angesichts der bislang nur schleppenden Anmeldungen (die Zahl der Anmeldenden liegt deutlich unter dem entsprechenden Zeitfortschritt) mehr als fraglich ist. Solche Methoden kennt man sonst nur von Butterfahrten, man fragt sich auch, aus welchen Quellen diese Werbung bezahlt werden. Schließlich wurde dann das Anmeldeverfahren im Schulzentrum Brauweiler auch noch durch externe Security-Kräfte und diverse Polizeieinsätze begleitet, wobei diese gar nicht wissen, was sie dort tun sollen. Die Krönung des ganzen ist nun das verlängerte Anmeldeverfahren, dessen Begründung selbst nach Aussage der Initiatoren dieser Verlängerung nur vorgeschoben ist. Tatsache ist, dass diese nur aufgrund der zu geringen Anmeldezahlen verlängert wurde. Auch dies wird aber nichts nutzen, wenn die Eltern weiterhin nicht dem Willen der Schulverwaltung, sondern ihrem eigenen Willen folgen. Aber was ist das für eine Schulformeinführungen, bei der die SchülerInnen nicht etwa mit einem überzeugenden und ausgereiften Einführungskonzept gewonnen werden, sondern statt dessen mit einseitigen und zum Teil falschen Informationen, undemokratischen Anmeldeverfahren, Angstkampagnen, butterfahrtenähnlichen Werbungen zur Anmeldung gezwungen werden sollen?

  • Karl Müller:

    Vielleicht ist’s ja auch Parteipolitik?
    Herr Herpel, mitverantwortlich für diese verfahrene Situation soll morgen zum SPD-Kandidaten für die anstehende Landratswahl gekürt werden. Bei einem Ende der Anmeldefrist mit heutigem Datum müsste er morgen vielleicht erklären, ob er als Landrat denn durchsetzungsfähiger sei denn als Pulheimer Beigeordneter.

    Und ist er erst mal Kandidat, dann ändert auch sein Scheitern in Pulheim nichts. (… und vielleicht finden sich ja bis Ende kommender Woche noch genug Kindern, dann ist er Kandidat und spielt den strahlenden Sieger.)

    Ob die Pulheimer so einen als Landrat wollen?

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