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Pulheimer Schullandschaft – Nach dem Scheitern der Sekundarschule in Brauweiler

Am Montag nach dem Scheitern der Sekundarschule in Brauweiler. Maria Machnik resümiert lapidar im Kölner Stadtanzeiger, jetzt müssten die Politker sich aber etwas anderes einfallen lassen. Allerdings unter dem Eindruck der Ereignisse von einem „Ergebnis gelebter Demokratie“ zu sprechen, dürfte zumindest unter denen, die näher am Geschehen waren, für einen Aufschrei des Entsetzens sorgen. Im Folgenden dokumentiere ich zwei weitere Einschätzungen der Lage. Zunächst Hermann Schmitz, Vorsitzender CDU Brauweiler, Dansweiler, Freimersdorf und Mitglied im Rat der Stadt Pulheim. Und dann Professor Christian Forkel aus Brauweiler. Er fordert: „Die neuerliche Umgestaltung der Bildungslandschaft kann nur unter Beteiligung aller Interessensgruppen – und zwar nicht nur pro forma – funktionieren. Die Schulen und Bürger in Pulheim sind bereit für diesen Prozess.“ Das ist nicht zu viel verlangt, denn Bürgerbeteiligung funktioniert in anderen Teilen NRWs schon lange.

 

Die Einführung der Sekundarschule ist gescheitert. Ich begrüße, dass sich der Eltern- und Bürgerwille doch noch durchgesetzt hat, wenn auch über Umwege. Das Scheitern war vorhersehbar. Bereits im Vorfeld der Entscheidung über eine Sekundarschule standen die Zeichen auf Ablehnung. In Brauweiler wurde vor Kurzem bei einem Bürgerentscheid die Einrichtung einer Gesamtschule abgelehnt. Warum sollte man jetzt der Einführung einer Sekundarschule zustimmen? Damals wie heute war eine Schule in Brauweiler in Gefahr. Jeder mag sich seine Gedanken über die Art und Weise, auch über den Standort machen, dabei aber nicht den Blick auf das Schulzentrum im Zentralort vergessen. Der gesamte Vorgang hat gezeigt, dass man in Pulheim besser alle Schulen beibehält, so wie sie sind. Es sind gute Schulen mit guten Ergebnissen. Sie sind anerkannt bei Eltern, Lehrern, Schülern und in der Bevölkerung, auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Und diejenigen Schüler, die eine Pulheimer Schule verlassen, finden Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, eben weil die Qualität der Schulen hoch ist. Never change the winning team.

Hermann Schmitz, Vorsitzender CDU Brauweiler, Dansweiler, Freimersdorf

 

 

Die Sekundarschule in Brauweiler ist gescheitert – trotz des auf vier Wochen verlängerten Anmeldezeitraums, trotz der Verschiebung und Verkürzung des Anmeldezeitraums für Real- und Hauptschule und trotz intensiver Werbemaßnahmen der Pulheimer Schulverwaltung. Woran liegt es? Sicherlich nicht am politischen Willen der etablierten Parteien, der war nachhaltig zu spüren. Vielleicht am theoretischen Grundkonzept, denn dies ist, zumindest für die vorhandene Schullandschaft vor Ort, strittig. Sicher aber an handwerklichen Fehlern in der Vorbereitung der praktischen Umsetzung – insbesondere was die Absicherung der erforderlichen zusätzlichen Raum- und Lehrressourcen und den Übergang von den bisherigen auf die zukünftige Schule betrifft. Ja, man hat 3 Jahre an der neuen Bildungslandschaft gearbeitet, hierbei aber 3 verschiedene Schulmodelle (Gesamtschule, Gemeinschaftsschule, Sekundarschule) theoretisch durchgespielt; die Vorbereitung der praktischen Umsetzung der letztendlich ausgewählten Schulform Sekundarschule kam dann am Ende der 3 Jahre Vorbereitungszeit eher zu kurz. Entscheidend für den Erfolg einer neuen Schulform ist aber nicht allein ihr theoretisches Grundkonzept oder gar ihre Bezeichnung, sondern vor allem die gute Vorbereitung ihrer praktischen Einführung bzw. Umsetzung.

Noch wesentlicher für den Misserfolg der Sekundarschule war jedoch, dass man es im letzten Jahr versäumt hatte, auf die Kritik Betroffener vor Ort einzugehen bzw. sie im Entscheidungs- und Umsetzungsprozess mitzunehmen. Hiermit sind die Schulen und ihre Kinder, Eltern und LehrerInnen gemeint, aber auch die Brauweiler BürgerInnen insgesamt. Es reicht eben nicht aus, bei den Eltern eine theoretische Bedarfsabfrage zur möglichen Einführung der Sekundarschule durchzuführen; entscheidend ist eher die Frage „neue Sekundarschule vs. bewährte und gut funktionierende Haupt-/Realschule vor Ort“. Es reicht auch nicht aus, die LehrerInnen von Haupt- und Realschule und das Jugendhaus Zahnrad pro forma an „Konzeptgruppen“ zu beteiligen und deren früh geäußerte Kritik an dem Vorgehen dann schlichtweg zu negieren. Die Sekundarschule ohne Nachbesserung der Vorbereitung schließlich gegen den erklärten Willen vor Ort durchdrücken zu wollen, war dann letztendlich der gravierendste politischer Fehler. Denn das funktioniert heute nicht mehr in Zeiten, in denen sich Bürger immer stärker in derartige Prozesse einbringen wollen und sollen – insbesondere dann, wenn die Bürger über ihr Anmeldeverhalten noch ein Wort mitzureden haben. Dies gilt insbesondere für Brauweiler, wo man sich ja nicht zum ersten Mal über die Ergebnisse bzw. auch Nicht-Ergebnisse der Pulheimer Politik (Stichworte Verkehrskonzept & Guidelplatz) ärgert.

Der Blick zurück taugt aber höchstens, um aus den Fehlern zu lernen. Die Probleme der Pulheimer Bildungslandschaft sind durch die Entscheidung vom vergangenen Freitag nicht geringer geworden. Eine Veränderungsnotwendigkeit ergibt sich allein schon aus der Entwicklung des Anmeldeverhaltens, welches den Bestand der Pulheimer Hauptschule mittelfristig gefährdet. Schon aus der Pflicht heraus, allen Pulheimer Kindern eine geeignete Schulbildung anzubieten, aber auch aufgrund des absehbaren Mangels in diversen Lehrberufen ist die Stadt weiterhin gut beraten, an einer entsprechenden Alternative zu arbeiten. Wie auch immer diese aussieht und wo in Pulheim auch immer sie realisiert wird: wichtig ist es nun, die vergangenen Fehler nicht zu wiederholen, sondern die Betroffenen frühzeitig einzubinden und ihre möglichen Kritikpunkte ernstzunehmen, die Einführung und Umsetzung exzellent vorzubereiten und mit den erforderlichen Ressourcen abgesichert auszustatten. Die neuerliche Umgestaltung der Bildungslandschaft kann nur unter Beteiligung aller Interessensgruppen – und zwar nicht nur pro forma – funktionieren. Die Schulen und Bürger in Pulheim sind bereit für diesen Prozess.

Prof. Christian Forkel, Brauweiler

1 Kommentar to “Pulheimer Schullandschaft – Nach dem Scheitern der Sekundarschule in Brauweiler”

  • Karl Müller:

    Zwei gegensätzliche Meinungen. Der eine zieht die Schlussfolgerung, dass diese Entscheidung doch zeige, dass am besten alles so bleiben soll, wie es ist und der andere erkennt, m.E. zurecht, dass die Problemlage sich nicht verändert hat.
    Die Frage dies sich aber kurzfristig stellt, und die in 14 Tagen beantwortet werden wird: wie sehen die Kollatralschäden aus? Es ist nicht ausgeschlossen, dass Haupt- und Realschule aus diesem Streit mit sehr schlechten Anmeldezahlen herausgehen werden.

    Für die Hauptschule könnte das schon das vorgezogene Ende bedeuten – und selbst die Brauweiler Realschule könnte in ihrem Bestand nachhaltig gefährdet sein.

    Und dann? Eine sterbende Hauptschule und eine gefährdette Realschule? Es gibt für solche Situationen nur 2 Lösungsoptionen: eine Sekundarschule oder eine Gesamtschule. Die Sekundarschule ist krachend gescheitert. Eine Gesamtschule für Pulheim – es ist zu vermuten, dass diese Schulform nicht an fehlenden Anmeldezahlen scheitern würde.

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