Bücherstube Brauweiler präsentiert: Hendrik Neubauer signiert »Die Schlei-Diva« auf dem Brauweiler Nikolausmarkt.

DSC_0852_2_2Vor einem Jahr ist der Ex-Brauweiler Hendrik Neubauer seinen Kriminalromanen, die beide in Eckernförde spielen, »hinterhergezogen« – er lebt nun in Altenholz bei Kiel. Gemeinsam mit seinem Kollegen Arnd Rüskamp hat er »Tod am Strand« und »Die Schlei-Diva« geschrieben. Am 6. Dezember um 14.00 Uhr hält Neubauer, der vielen Menschen im Abteiort durch das Brauweilerblog in Erinnerung ist, eine Signierstunde im Lesezelt auf dem Brauweiler Nikolausmarkt. Moritz Grosse hat den Autoren interviewt.

BrauweilerBlog: Willkommen in der alten Blogger-Heimat, Hendrik Neubauer! Vor einem Jahr bist du weggegangen. Wie lebt es sich im Norden?
Hendrik Neubauer: Ich bin nun näher dran an den Morden im Norden. Und so ist im Spätsommer auch ein neuer Küstenkrimi erschienen. »Die Schlei-Diva«.
BB: Stimmt, wir Brauweiler bekommen das ja alles durch den freitäglichen »Brief aus Eckernförde« mit.
HN: Ja, eigentlich wollten wir zum diesjährigen Gumm-Prix in Eckernförde „Die Schlei-Diva“ am Start haben. Wir waren fleißig wie immer, aber es gab ein paar Hindernisse.
BB: Für die Rasmussen-und-die-Brix-Unkundigen ergänze ich eben mal. Der Gumm-Prix ist das verrückte Gummibootrennen, das in »Tod am Strand« erfunden wurde und tatsächlich seit 2013 jedes Jahr im Eckernförder Hafenbecken stattfindet.
HN: Und auch 2015 sind wir wieder mit dem Gumm-Prix am Start. Wir setzen eigentlich darauf, dass sich im nächsten Jahr auch ein Brauweiler Team anmeldet. Nicht umsonst haben wir neben der Sportwertung auch eine Kostümwertung eingeführt. Rheinländer kommt zuhauf zum Gumm-Prix. Wir brauchen euch Jecken auch auf der Ostsee.
BB: Aber sag mal, worum geht es denn nun in dem neuen Krimi?
HN: Wir haben uns die Frage gestellt, wie denn die Beate Uhse des 21. Jahrhunderts ausehen könnte und welchem Gewerbe so eine Dame nachgehen könnte? Mit dem Verschicken von Katalogen voll mit anstößigem Kram wird heute keiner mehr reich und berühmt. Und da haben wir uns Caroline von Iven ausgedacht. Sie kommt in Ivenstedt bei Eckernförde zur Welt. Sie wird nur zarte 29 Jahre alt. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere mit der Firma eroque, die ihren Sitz in Antwerpen hat, mischt sie den Internethandel mit erotischen Dessous, Kostümen und Accessoires auf.
BB: Dessous und so weiter? Das ist alles?
HN: Warum nicht? Denn heutzutage steht das Produkt auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite steht die Frage, ob du die Menschen für dein Produkt begeistern kannst und das läuft heute zum großen Teil auch über soziale Medien. Caroline und ihre Geschäftspartner haben ein gutes Produkt und sie wissen sehr gut, wie sie dieses inszenieren können und haben dabei noch einen Riesenspaß. Sie stellen barocke Gemälde wie den »Raub der Sabinerinnen« nach und tragen dabei Mode von »eroque«. Diese Bilder stellen sie ins Netz und werden dabei zu Klickmillionären. Außerdem veranstalten sie exklusive »eroque«-Masken- und Kostümparties. So sparen sie sich Flagshipstores. Auf diesen Parties trifft sich die Elite aus Wirtschaft und Kultur. Und es geht dabei überhaupt nicht jugendfrei zu. Geh davon aus, dass jede Menge Leute davon träumen, mal bei solch einer Party dabeizusein. Der erste Schritt ist, ich kaufe so ein Produkt und dann schaue ich mal weiter.
BB: Und auf so einer Party passiert dann das Unglück?
HN: Ja, Caroline feiert eine dieser Kostüm-Swinger-Parties in ihrem Elternhaus, dem Gut Ivenstedt. Und da passiert es. Sie wird auf dem Schreibtisch ihres Vaters gefunden. Nur spärlich bekleidet und tot.
BB: Wie kommt man auf solche Ideen? Und wie realisiert man das zu zweit – du schreibst ja gemeinsam mit deinem Kollegen Arnd Rüskamp?
HN: Du fragst ja Lukas Podolski auch nicht, warum er diesen einen tödlichen Pass spielt, oder? Eigentlich ist es ganz einfach. Auch wir trainieren und beschäftigen uns mit möglichen Themen für unsere Krimis. Zum Beispiel habe ich eine Biografie von Beate Uhse gelesen. Und ich beschäftige mich ständig mit Sozialen Medien. Einer von uns wirft ein Thema in den Ring und dann ergibt ein Gedanke den anderen.
BB: Damit ist das Buch aber noch nicht geschrieben?
HN: Ja, und damit kommen wir zu der Frage, die uns schon so oft gestellt wurde. Wie geht das zu zweit. Und in der Regel sage ich dann so etwas wie: Bei uns werden zwei Horizonte zu einem. Das klingt ein bisschen ausgedacht, ich weiß aber nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Wenn ich meinen Kompagnon manchmal so erlebe, dann frage ich mich, wie das eigentlich alles so zusammengeht. Komischerweise geht es aber. Wir müssen doch irgendetwas Gemeinsames haben.
BB: Aber im Prinzip geht es doch gar nicht um euch beide. Es geht doch um das Personal in euren Krimis. Hat sich da viel von der ersten zur zweiten Episode verändert?
HN: In Tod am Strand haben wir das Milieu entwickelt. Maggie und die Knilche, Hans Rasmussen, sein Team, seine Kumpels, seine Frauengeschichten. Auf dieser Basis konnten wir im zweiten Krimi weiterarbeiten und sind in der Tat auch ein wenig knapper geworden. Um die 280 Seiten sind heraus gekommen.
BB: Und gibt es einen Nachfolger?
HN: Aller guten Dinge sind mindestens Drei.
BB: Vielen Dank für das Gespräch. Und viele Grüße an deinen Kollegen Arnd.

Nikolausmarkt Brauweiler. Signierstunde im Lesezelt. 6. Dezember 2014, 14.00-15.00 Uhr.
Der 3. GUMM-PRIX steigt zu den Sprottentagen (10. – 12. Juli 2015). Sicher wird es für Sport- und Kostümwertung wieder tolle Preise geben.
Rasmussen und die Brix. In: „Tod am Strand“ und „Die Schlei-Diva“.
Bei emons erschienen und in der Bücherstube Brauweiler erhältlich.

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