Brauweiler Bürgerinformation Ortsmitte – »Das Interesse war riesengroß… Meine Empfehlung für die Zukunft ist, im Zusammenstehen nicht nachzulassen.« Interview mit Holger Paulsen.

Abtei TristesseAm Donnerstagabend hat die Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema „Künstlerresidenz“ in der Abtei Brauweiler stattgefunden. Wir haben uns kurz danach mit Holger Paulsen unterhalten. Der Verkehrsplaner, der selbst in Brauweiler wohnt, hatte im November 2014 einen Offenen Brief an Bürgermeister Keppeler geschrieben, in dem er eine umfassende Planung für die Ortmitte des Abteiortes gefordert hat.

 
 
Brauweilerblog: »Herr Paulsen, was ist denn die gute Nachricht des Abends?«

Holger Paulsen: »Die gute und beste Nachricht ist die, dass die Bürger aus Brauweiler und der Umgebung den Gierdensaal zum Bersten gefüllt haben. Das Interesse war riesengroß, das zeigte sich auch bei der Vielzahl der gestellten Fragen. Es hat sich also gelohnt im Vorfeld ein wenig die Trommel zu rühren. Allein mit ihrer Anwesenheit haben die Bürger ein Zeichen gesetzt, nun kann die Verwaltung die lange praktizierte Hinhaltetaktik nicht mehr länger durchhalten. Informationen über den jeweiligen Sachstand in so einer zentralen Angelegenheit ist das Minimum, das einer Bürgerschaft an Beteiligung zusteht.«

Brauweilerblog: »Und gibt es auch schlechte Nachrichten?«
Holger Paulsen: »Die schlechte Nachricht ist die, dass es eine Vielzahl von schlechten Nachrichten gab. Im Fokus der Bürger und der Geschäftswelt steht eine zentrale Frage: Wo werden die wegfallenden Parkplätze neu errichtet? Wenn der erste Bauabschnitt (Guidelplatz) und der zweite Bauabschnitt (Ehrenfriedstraße und Kaiser-Otto-Straße) fertiggestellt sind, geht die Zahl der öffentlichen Stellplatz gegen Null. Es ist eigentlich unbegreiflich, dass ein solches Bauvorhaben bewilligt wird. Denn für den momentanen Parkraum wird kein Ersatz geschaffen. Und dieser müsste eigentlich bereits bei Beginn der Baumaßnahme schon zur Verfügung stehen.
Auch zu den Fertigstellungsterminen wurden keine genaueren Zeitangaben gemacht. Die Bauarbeiten im Rahmen der sogenannten Künstlerresidenz werden frühestens im Sommer oder Herbst 2016 einsetzen. Für die Ortsmitte ist aber der zweite Bauabschnitt noch wichtiger, denn dieser Teil verbindet den Bestand rund um die Abteipassage mit der neuen Bebauung des Guidelplatzes. Wir reden hier über das Gelenkstück der neuen Ortsmitte. Auch über diesen Bauabschnitt wurden keine Zeitangaben gemacht. Und das, obwohl uns allen bewusst sein muss, dass nach dem Abbruch der Bestandsgebäude entlang der Ehrenfried- und Kaiser-Otto-Straße die Besucher über einen neu angelegten Schotterparkplatz direkt auf die Hinterhauskulisse der Guidelarkaden zusteuern. Wollen wir möglicherweise jahrelang mit so einem Provisorium leben? Ist das dann unsere neue Ortsmitte?«
 
Brauweilerblog: »Wie lautet Ihre Empfehlung für die nahe Zukunft Brauweilers? Was können und sollten Brauweiler Bürger tun?«

Holger Paulsen: »Die Brauweiler Bürger sollten zusammenstehen. Der Donnerstagabend war ein Auftakt. Meine Empfehlung für die Zukunft ist, im Zusammenstehen nicht nachzulassen. Brauweilers Zukunft passiert nicht von selbst. Es müssen weitere Info-Abende gefordert werden, die Bürgerschaft muss diese Baumaßnahme begleiten. Wir müssen auch den noch vorhandenen Einzelhandel wirksam unterstützen. Wenn wir das nicht tun, wird Brauweiler langsam dahinsiechen und ein toter Ort werden. Damit ist keinem gedient auch wenn wir ein noch so schönes Baudenkmal in unserer Mitte haben.«

8 Kommentare to “Brauweiler Bürgerinformation Ortsmitte – »Das Interesse war riesengroß… Meine Empfehlung für die Zukunft ist, im Zusammenstehen nicht nachzulassen.« Interview mit Holger Paulsen.”

  • Norbert Neu:

    Ich war gestern auch anwesend…und bin eigentlich nicht schlauer als vorher, außer das wir wohl keinen Guidelplatz sondern eine Guidelgasse bekommen. Man saß vor einer Reihe von Leuten die von Visionen, und Brauweiler „aus einem Guss“ sprachen, und einem Architekten der noch nicht einmal den Namen unserer Kirche wusste und auch ansonsten nicht besonders motiviert aussah. Man möchte etwas schaffen, das es in Deutschland noch nicht gibt….große Worte. Das alle Geschäfte hochwertige Waren anbieten und von Inhabern geführt werden sollen…und man habe bereits eine Bäckerei. Die Frage bleibt wie viele Brötchen lassen sich denn in Brauweiler noch so verkaufen..:-) Inhaber eines Geschäftes müssen natürlich von Ihren Geschäften auch leben, aber wie soll das geschehen, wenn man dort nicht parken kann? –und die Kundschaft aus mittellosen Künstlern besteht. Jeder weiß doch wie viele Geschäftslokale leer stehen und wie viele Jahre es gedauert hat den Neubau am Guidelplatz zu vermieten. Ich bin wirklich kein Gegner der Guidelplatz Gestaltung, aber dieses Vorhaben wird ein Desaster für alle Brauweiler und die Stiftung. In der Bauphase gibt es kaum Parkplätze und unendlich viele Baufahrzeuge, die das Geschäftsleben komplett lahmlegen. Viele werden dann doch lieber in Glessen, Sinthern oder Widdersdorf in Ruhe parken und einkaufen. Wer soll denn dann in Brauweiler so ca. 2020-22 noch ein Geschäft eröffnen wollen…wer ein wenig wirtschaftliches Verständnis hat, der wird wissen, das dies nicht funktionieren kann. Man sollte die Geschäfte die sich noch im Ortskern befinden lieber unterstützen, anstatt der Vision wegen, deren Existenzen zu gefährden. Die Stiftung wäre gut beraten das Geld nicht zu verschwenden. Es sind noch so viele Dinge unklar, auch das der neue Bauantrag erst in 9 Monaten gestellt werden kann, also sich mindesten 1 Jahr nichts bewegen wird. Die Stadt scheint froh zu sein einen Investor zu haben und versucht alles schön zu reden, wie viel denen Brauweiler wirklich wert ist, hat man ja gesehen als mal soeben die komplette Mathildenstraße für 14 Tage gesperrt wurde, ohne an Geschäft, Hotel oder medizinische Einrichtungen zu denken…aber vielleicht bin ich auch nur so negativ, weil ich über Malen nach Zahlen nicht hinausgekommen bin….

  • H.Paßmann:

    Hallo Norbert,
    ich kann das was Du geschrieben hast nur bestätigen. Es scheint der
    Èlite` aus Pulheim wirklich am A..vorbeizugehen, was mit den kleinen
    Einzelhändlern (wie Du und ich) in Brauweiler während deren gedanklicher Überfliegerphasen geschieht. Wir können aber leider von Visionen, Gedankenspielen und möglichen Konzepten nicht leben.
    H.Paßmann

  • Liebe Brauweiler,

    für mich und viele meiner Freunde und Bekannte war der Informationsabend positiv. Ich kann diesen Pessimismus nicht mehr hören. Dr Gierden und Herr Ruland habe es auf den Punkt gebracht: Die Alternative ist nichts tun. Und wenn wir nie etwas bewegt hätten, säßen wir noch im Urwald. Und ich frage mich, warum ständig Bürgerinformationen gefordert werden, man den Worten der Informierenden keinen Glauben schenkt.
    Viele Grüße,
    Ihr
    Hermann Schmitz

    • wulf:

      Herr Schmitz,
      mittlerweile stossen Sie in das selbe polemische, unsachliche Horn wie ihr Fraktionsvorsitzender im Rat.
      Herrn Gierden hier zu zitieren ist ein Witz, denn er ist kein Entscheidungsträger der Stiftung.
      Das einzige was zählt ist, ob die Stiftung den Bauantrag stellt. Nach den Aussagen auf der Infoveranstaltung kann es ja noch bis zu zwei Jahren dauern bis die Stiftung soweit ist.
      Im übrigen bleibt abzuwarten was nach den Wahlen sich tut. Ich bin skeptisch und stehe damit nicht alleine in Brauweiler. Nicht mal ihre Partei ist da auf ihrer linie einheitlich.

  • Norbert Neu:

    Lieber Herr Schmitz,

    auf Ihrer Internetseite finde ich „Volksvertreter, kein Politiker“, also bitte, von was reden wir denn hier. Wenn Sie die Sorgen von Bürgern nicht mehr hören können…das ist Ihr Problem als Volksvertreter.
    Sollten Sie meine Ausführungen, als allzu pessimistisch ansehen, dann ist das auch eine Frage der Kompetenz.
    Wenn ich nach 25 Jahren Selbstständigkeit, die Wirtschaftlichkeit des Projektes in Frage stelle, können Sie mir glauben, dann weiß ich schon wovon ich rede.
    Bürgerinformationen sind gut, keine Frage, aber dürfen diese dann nicht mehr kommentiert werden? Wir sind doch nicht im „Urwald“.

    Ich würde auch sehr gerne auf einem sehr schönen Platz, in einer ansprechenden Gastronomie sitzen, mir die Abtei ansehen, und mich wohlfühlen….aber das sehe ich einfach nicht..Punkt…meine Meinung

  • Karl:

    Werter Herr Schmitz,

    wollen sie ein Vertreter der Bürger sein?

    Wenn ja, müssen Sie sich wiederholte, pessimistische Äußerungen ertragen, weil diese den Unmut und die Angst der Bürger vor einer Dauerbaustelle in der Ortsmitte darstellen. Im Klartext: Brauweiler Bürger und Geschäftsleute haben berechtigte Existenzangst.

    Ich kann jeden verstehen, der nach Baubeginn das Dorfzentrum für die nächsten drei bis fünf Jahre meidet, da in der näheren Umgebung (Glessen, Geyen, Widdersdorf und Königsdorf) Geschäfte für den täglichen Bedarf und kostenfreie Parkmöglichkeiten in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis im Dorfzentrum die Lichter ausgehen.

    MFG

    Karl

  • Hartmut Buntrock:

    Guten Tag,
    Frage an die Politik der Stadt Pulheim :
    wie viel Jahre brauchen die Stadt Pulheim und die Gold Krämer Stiftung noch um den Guidelplatz fertig zu stellen ?

    MfG. Hartmut Buntrock

  • Hartmut Buntrock:

    Sorry hab ich vergessen ,

    Visionen haben Leute die keinen Plan haben .

    MfG. Hartmut Buntrock

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