Archäologische Sicherungsmaßnahmen in der Kaiser-Otto-Straße und der  Ehrenfriedstraße

Herstellung des provisorischen Parkplatzes verzögert sich

Das Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) hat der Stadtverwaltung Pulheim mitgeteilt, dass die Abbrucharbeiten in der Kaiser-Otto-Straße und der  Ehrenfriedstraße in Brauweiler mit Erreichen der Fundamente und Bodenplatten unter Aufsicht und Weisung einer archäologischen Fachfirma stattzufinden haben, weil damit gerechnet wird, dass beim Entfernen der Fundamente Bodendenkmäler aufgedeckt werden. Einschlägig ist in diesem Zusammenhang § 29 DSchG (Denkmalschutzgesetz) NRW. Danach unterliegen u.a. vermutete Bodendenkmäler bei deren Veränderung oder Beseitigung einer Verpflichtung zur vorherigen wissenschaftlichen Untersuchung, Bergung und Dokumentation, verbunden mit einer Kostenübernahme durch den Bauherren (Verursacher). Die Arbeiten sind daraufhin vorübergehend eingestellt worden.
Mit der Durchführung der archäologischen Sicherungsmaßnahmen wird die Stadtverwaltung eine Fachfirma beauftragen. Die Vergabe dieser Leistungen wird derzeit vorbereitet. Die Kosten trägt die Stadt. Sie wird die zu erwartenden Bodendenkmäler durch eine Fachfirma untersuchen und dokumentieren lassen.
Die Abrissarbeiten sind bislang zügig und ohne Probleme vorangeschritten. Weil die Stadtverwaltung  die Abbrucharbeiten frühzeitig beauftragt hat, stellen die archäologischen Untersuchungen für den weiteren Fortgang der Baumaßnahmen kein Problem dar. Auch wenn sich die Herstellung des provisorischen Parkplatzes verzögert – der zeitliche Umfang der Verzögerung ist abhängig von Umfang der Erdeingriffe und von der archäologischen Situation – verbleibt bis zum Baubeginn auf dem Guidelplatz genügend Zeit. Dies ist auch in der Bürgerversammlung am 2. Juli in der Abtei thematisiert worden.
Die Grundstücke liegen gegenüber der Abtei innerhalb des historischen Ortskerns von Brauweiler, der erstmalig 1052 urkundlich erwähnt wird. Ausschnitte aus der Tranchotkarte von 1807 mit der Lage der aktuellen Baustelle zeigen dort eine größere Hofanlage.
Die archäologischen Untersuchungen in den Jahren 2001, 2005 und 2010 im Bereich des Guidelplatzes und zwischen der Kaiser-Otto-Straße 4 und 8 lieferten bereits neue Erkenntnisse zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Topografie von Brauweiler. Auf historischen Karten des 19. Jahrhundert ist zu sehen, dass sich in der Neuzeit die Bebauung entlang der Ehrenfriedstraße und der Bernhardstraße orientiert, wobei in den rückwärtigen Parzellen die Wirtschaftsbereiche gelegen haben. Die archäologischen Untersuchungen machen deutlich, dass im Mittelalter die Bebauung zwischen Ehrenfriedstraße und Langgasse lag und sich nicht an Straßenzügen orientierte. Dies bestätigen die Untersuchungen in der Ehrenfriedstraße in Höhe des Guidelplatzes, bei denen die Keller der Häuser Lohscheider und Bücker freigelegt wurden, die 1959 und 1988 abgerissen worden sind.
Im Zuge der Untersuchungen in der Kaiser-Otto-Straße, die unmittelbar an die Grundstücke der jetzt abgerissenen Gebäude grenzen, wurden mehrere hoch- und spätmittelalterliche (11. bis 15. Jahrhundert) Erdkeller, neuzeitliche (16. bis 19.Jahrhundert) Gebäudefundamente sowie mit umfangreichen Fundmaterial verfüllte Abfallgruben gefunden. Diese archäologischen Befunde grenzen direkt bis an die noch nicht untersuchten Grundstücke in der Kaiser-Otto-Straße und belegen, dass sie sich hier fortsetzen.
Nach Ansicht der Denkmalpfleger ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich im Bereich der Grundstücke Kaiser-Otto-Straße 2, 2a, und 4 sowie Ehrenfriedstraße 34 und 36  neben den Kellern und Fundamenten der abgerissenen Häuser noch mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde erhalten haben.
Im Zuge der Abrissarbeiten der Kellerwände und –sohlen sind bereits in den Baugruben archäologische Strukturen, ältere Bauphasen, ältere Erdkeller erkennbar, die dokumentiert werden müssen. Eine archäologische Begleitung der Erdarbeiten ist daher erforderlich.

2 Kommentare to “Archäologische Sicherungsmaßnahmen in der Kaiser-Otto-Straße und der  Ehrenfriedstraße”

  • dieckmann:

    das mag ja alles gut sein das mann in brauweiler wieder in die geschichte eintauchen kann ,aber das dieser schutthaufen solange liegen bleibt ist eine zumutung ,erst der guidelplatz hat die nerven der bürger strapaziert nun noch ein weiteres ,den schutt auf die freie wiese und dort kann mann in aller ruhe ohne die bürger weiter die nerven zu belasten, weil bei regen und wärme dieser haufen zum himmel stinkt, die leute die dies veranstaltet haben wohnen ja nicht in brauweiler, und zweitens sieht es aus wie nach einem bomben angriff eine schande für diesen ort.

  • Anwohner:

    Die grösste Abscheulichkeit, die man sich vorstellen kann.

    Und warum das alles? Doch nur, weil „wie aus heiterem Himmel“ ein lange gültiges Gesetz dahergeschneit kommt, dass dem Eigentümer die Kosten der Untersuchungen auferlegt.

    Stinkt alles nach einer grossen politischen Sauerei.
    Hat die Stadtverwaltung Ihre Hausaufgaben nicht gemacht, oder will man die Anwohner bewusst für dumm verkaufen ?
    Erst die alten Gemäuer billig einkaufen und eine Parkplatzlösung (provisorisch) versprechen, bekommen die Bürger nun ein Kostenpaket für die archäologischen Untersuchungen aufgebrummt, als ein Fass ohne Ende, scheinbar völlig unerwartet und plötzlich … aus dem Guideldesaster also nichts dazugelernt und so gibts dann eine traumhafte Fortsetzung des Martyriums Guidelplatz als Folge 2 Kaiser Otto.

    Schandfleck als Dauerlösung, so kann man den Wert der umliegenden Immobilien fein weiter nach unten drücken und am Schluss
    Hat die Stadt ihre Hausaufgaben nicht gemacht ?

    Ehrliche Arbeit im Dienste der Bürger sieht anders aus

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