Einkaufen in Brauweiler – Schüler befragten 500 Bürger

„Brauweiler darf nicht sterben!“ Unter diesem Slogan stand das sozialwissenschaftliche Projekt, das 11 Schülerinnen und Schüler des Abteigymnasiums Brauweiler unter der Leitung ihres Lehrers Marius Katz durchgeführt haben. Nach wochenlangen Vorbereitungen, Umfragen und Auswertungen folgte am Mittwoch, den 2. Februar, die Präsentation der Umfrageergebnisse, für die die Brauweiler Interessengemeinschaft der Unternehmer e.V. (BIG) 500,00 Euro ausgeschrieben hatte.

Der Einzelhandel in Brauweiler leidet offensichtlich unter dem Umbau des Guidelplatzes und der Parkplatznot im Abteidorf. Entsprechende Spannung herrschte in dem Klassenraum des Abteigymnasiums, in dem sich die Jury zur Präsentation der Ergebnisse versammelt hatte. Monika Cennamo und Iris Meißner als Elternvertreter, Silvia Weber und Marius Katz als Fachlehrer Sozialwissenschaft und Hendrik Neubauer als Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft verfolgten über zwei Stunden die Vorträge der fünf Gruppen, die sich des Themas „Einkaufen in Brauweiler“ per Umfrage angenommen hatten und nun Präsentationen erarbeitet hatten. Kriterien der Beurteilung waren Präsentationsstil, Aufbau und Inhalt, die Analyse der Daten und schlussendlich Verbesserungsstrategien.

Die Neuntklässler präsentierten durchgehend auf hohem bis sehr hohem Niveau. Erhoben wurden die Daten an Werktagen und am Wochenende, insgesamt wurden 500 Bürger zu ihren Lebensumständen und ihrem Einkaufsverhalten befragt. Drei Kerngruppen traten dabei hervor: Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren, Erwachsene im Alter von 35 bis 50 Jahren und Senioren ab 60 Jahren. Die beiden ersten Gruppen verlassen zum Einkaufen auffallend häufig Brauweiler, die dritte Gruppe ist Brauweiler verhältnismäßig treu. Gerade Senioren vermissen jedoch ein auf ihre täglichen Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot. Aber auch die Fußwege und die Aufenthaltsqualität für Fußgänger im Zentrum werden als nicht sehr vorteilhaft beurteilt. Die Einschätzung mangelnder Angebote  teilen sie mit den Jugendlichen, die ihre Einkäufe zum überwiegenden Teil in Köln tätigen. Die 35- bis 50-Jährigen decken vor allem ihren kurzfristigen Bedarf in den Geschäften Brauweilers, Großeinkäufe werden zumeist außerhalb der Ortsmitte getätigt, die Discounter Lidl und Aldi sind hier ausgenommen. Die Mehrheit der Kunden fährt das Zentrum Brauweilers mit dem Auto an, an zweiter Stelle liegen die Fußgänger, Fahrrad und Bus landen abgeschlagen auf den letzten Plätzen.

Während diese Ergebnisse aufgrund der momentanen Park- und Verkehrssituation nicht weiter überraschen, erscheint es vielversprechend, sich mit den Daten der Kundenzufriedenheit und der Kundenwünsche für die Zukunft zu beschäftigen. Die Zufriedenheit der Kunden mit dem Service und den bestehenden Angeboten liegt durchweg bei 50 bis 60 Prozent, was für bestehenden Einzelhandel spricht. Diese Bestätigung macht Mut. Sehr aufschlussreich sind die Aussagen über das, was die Kunden in Brauweiler vermissen. Zum Teil offenbart sich hier, dass die Kunden nicht alle Angebote kennen. Es werden beispielsweise Textilgeschäfte vermisst, derer es vier in der Ortsmitte gibt. Dies erklärt sich aber auch daraus, dass es vor allem jugendliche Käufer sind, die diesen Wunsch äußern. Von daher überrascht auch der „Traum“ von einem „H&M“ in der Ortsmitte nicht, sogar „ein Einkaufszentrum“ wird von vielen Befragten gefordert. Diese Wünsche sollte man aber ernst nehmen und vor allem in die weitere städtebauliche und infrastrukturellen Planung Brauweilers miteinbeziehen. Ein Filialist im Zentrum könnte ein Anziehungspunkt werden, erinnert sei an die „C&A“-Filiale in Pulheim.

Die Jury beriet eingehend die Leistungen der einzelnen Gruppen und sprach Tanja Sauer und Yvonne Lövenich sowie Christian Koperski und Christian Räuchle jeweils einen ersten Platz zu. Emily Reuter und Michelle Wolber landeten auf dem zweiten Platz. Jeweils einen dritten Platz errangen Diana Brittlinger, Jessica Hoffmann und Elena Jaeger sowie Melissa Charles und Merle Mindermann. Großer Dank gebührt den Schülerinnen und Schülern des Abteigymnasiums, denen Hendrik Neubauer im Namen der BIG einen Scheck in der Höhe von 500,00 Euro überreichte.

2 Kommentare to “Einkaufen in Brauweiler – Schüler befragten 500 Bürger”

  • w.mertel:

    Sehr geehrter Herr Latzke

    Es ist ja sehr schön, das in Brauweiler ihre Schüler

    Befragungen durchführen !!! ???

    Ich wurde nur gefragt, wie lange besteht die Abtei !!!

    Habe Ihre Schüler eine kurze Zeit beobachten können.

    Was ist mit den Größen keiner da ?. 500 € ( Bic )für Sie schön.

    Super schöne Abtei: Und Brauweiler stirbt.

    MfG werner mertel

    • Jürgen Latzke:

      Sehr geehrter Herr Mertel, die Aktion wurde vom Abteigymnasium durchgeführt. Unter fachlicher Anleitung. Wir glauben, dass es für Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse ein großer persönlicher Schritt ist, solche Befragungen durchzuführen. Es war von Anfang an nicht davon auszugehen, dass diese Studie sozialwissenschaftlich belastbare Daten liefert. In der Summe sind jedoch 500 Bürgerinnen und Bürger befragt worden. Das ist bei ca. 8.000 Einwohnern schon eine Hausnummer. Vergessen Sie bitte nicht, es ist eine Aktion von jungen Brauweilern für alle. Das ist wohl einen Lohn wert. Die BIG sagt, dass diese Aktion ein Anfang sei und bestimmte Erkenntnisse in die nächsten Diskussionen mitnehmen wird. Darauf darf man gespannt sein. Brauweiler ist momentan zwar sehr durch die Baustelle und fehlende Parkplätze gebeutelt. brauweilerblog.de vertritt eher die Position: Da müssen wir durch. Und wenn wir uns alle zusammenraufen, dann klappt das auch. – Die BIG ist allem Anschein nach dabei sich zu reformieren. Das Blog hier ist ein weiterer Versuch rund um die Abtei einen frischen Wind wehen zu lassen. Warten wir ab, was sonst noch passiert. Bis bald, wir freuen uns über jeden Kommentar – Ihr brauweilerblog!

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