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Elfter Elfter Elf – Brief aus Eckernförde oder: Mit Kapuze wäre das nicht passiert.

(red) Unsere Urlaubsbekanntschaft Margarete Brix aus Eckernförde ist schon ganz aufgeregt. Nächste Woche wird sie in Rulands Zehnthof in Dansweiler auftreten und ihre Kolumne live darbieten. Am Freitag, so gegen 21.00 Uhr, wird sie vor das Brauweiler Publikum treten. Mit Damenhut und ihrem natürlichen Charme. Noch aber betrachtet sie das Treiben im Rheinland aus der Entfernung, und da ist ihr ein junger Mann aus Köln aufgefallen. Pius Heinz, der Poker-König. Der Meister im Tarnen, Täuschen und Aufdecken. Hat  er sich etwa die ersten beiden Eigenschaften im Karneval erworben? Eine berechtigte Frage für Rheinländer, nix für die Brix. Beim Resümee rücken die Ansichten dann wieder zusammen: „Alles nur Psychologie.“ (Illustration: Meike Teichmann).

Moin, moin,

der 22-jährige Pius Heinz aus Köln ist jetzt reich. Er wurde in Las Vegas Weltmeister im Pokern und konnte das Preisgeld in Höhe von 8,7 Millionen Dollar abräumen. Die Rheinländer, die haben es faustdick hinter den Ohren. Das weiß ich, seit ich vor vielen Jahren meine beste Freundin Marie aus Köln kennen lernte. Die hat auch immer noch ein Ass im Ärmel.

Wir Nordlichter sind ja eher schlichten Gemüts. Das konnte ich letzten Dienstag wieder erleben. Wenn Sie erlauben, hole ich kurz aus. Nach meiner Pensionierung als Richterin, zog ich ins Ykaernehus in Eckernförde. Eine schöne Anlage mit seniorengerechten Wohnungen in toller Lage nah am Hafen. Dort lebe ich in informeller „Wohngemeinschaft“ mit meinen alten Freunden Jörn Jensen, Fritze Köppen und Fiete Burmester. Allesamt ältere Herren, mehr oder weniger alleinstehend und Mitglieder meiner Lebensabschnittsfamilie. Zu unseren Ritualen gehört es, dass wir an einem Abend jeder Woche Doppelkopf spielen. Das bringt das Blut in Wallung und hält den Geist rege. Jedenfalls ist das bei mir so. Was die Herren angeht, darf man so seine Zweifel haben.

Hierzu nun die kleine Geschichte vom letzten Dienstag, an die mich der Triumph des jungen Mannes aus Köln erinnerte. Wir waren bei Fiete zusammen gekommen (im wöchentlichen Wechsel ist immer ein anderes Mitglied unserer Kartensportgruppe Gastgeber), hatten die aktuellen Ereignisse des Tages diskutiert (wie spekulierten über die dritte Karriere des Silvio Berlusconi und einigten uns auf Palliativ-Gigolo), das obligatorische Fischbrötchen genossen und schon einige Runden absolviert. Insofern, business as usual. Noch führte ich nicht, gedachte das aber alsbald zu ändern. Und dann wurde Fiete Opfer seines kindlichen Ehrgeizes.

Nicht-Doppelkopfspielern sei verraten, dass bei vier Mitspielern üblicherweise Zwei gegen Zwei spielen. Die Konstellationen wechseln, was mit der Verteilung der Kreuz-Damen zu tun hat. Eine Spielvariante, die ziemlich selten gespielt wird, ist die „Stille Hochzeit“. Dabei verfügt ein Spieler über zwei Kreuzdamen, verrät das aber nicht und spielt in der Hoffnung gegen die drei anderen, dass er als einziger gewinnt und die gesamten Punkte kassiert. Dazu braucht er ein vernünftiges Blatt, Spielwitz und – ich komme nun endlich zum Kern – und er braucht so etwas wie Blufferqualitäten. Man darf ihm seinen Versuch nicht anmerken.

Was Fiete versuchte, war natürlich kein klassischer Bluff. Eigentlich war es viel schlimmer. Er wagte bei genauerem Hinsehen das sogenannte „Bet the Pot“. Er setzte, jedenfalls im stillen Kämmerlein, für sich ganz allein den Einsatz des gesamten Pots. Kann man machen, wenn man – siehe oben – Blufferqualitäten hat. Der Blick, die Körperhaltung, der Muskeltonus, die Hautfarbe, die Sprachmelodie, die Atmung. All das und noch viel mehr können verräterisch sein. Ich mache es kurz: Fiete schwitzte, seine Haut war gerötet.* Ich wusste nach zwei Stichen was lief und Fiete verlor krachend. Ach ja, die Männer. Selbst mit über 70 werden die meisten noch Opfer ihrer Hormone.

Muss ich erwähnen, dass ich auch an diesem Abend als Queen of bluff vom Tisch ging?

Ihre Margarete Brix

*  Was dem neuen Poker Weltmeister seine Kapuze, ist mir mein Damenhütchen. Mir gibt es Sicherheit und die anderen schüchtert es ein. Alles Psychologie.

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