Brief aus Eckernförde – Ringelpiez # 106

RudB_Vignette_final_2Brauweiler, ich muss mich entschuldigen, dass ich den Brief aus Eckernförde jetzt erst veröffentliche. Aber über den heutigen Beitrag aus Ecktown musste ich erst einmal ein wenig sinnieren. Meint Margarete Brix, Amtsrichterin a.D. etwa, dass es beim Ringelpiez im Kegelclub, Tennisverein und Rat einer Stadt keinen Unterschied gäbe? Ich dachte immer die einen kegeln, die anderen schlagen Bälle über die Leine und die noch anderen führen Entscheidungen vor möglichst breitem Konsens herbei? Gerade letzteres hat Susanne Gaschke, Kieler Oberbürgermeisterin, wohl nicht getan, sie hat Eilentscheidungen getroffen, ohne sich bei den Fraktionsvorsitzenden in der Kieler Ratsversammlung rückzuversichern. Wenn ich so über die Geschehnisse dort oben im Norden nachdenke, dann versuche ich mich an die letzte Affäre hier in Brauweiler zu erinnern. In der Politik bezeichnet die Affäre meist einen Skandal. Dazu gehört, dass es Leute gibt, die den Skandal aufdecken. Dieser Drang zum Aufdecken scheint hier nicht so ausgeprägt zu sein. Denn bevor hier mal was auffliegt, hat man den Stein des Anstoßes längst weggeklüngelt. Ich wünsche ein schönes Wochenende. Mit und ohne Ringelpiez und meinetwegen dürfen Sie sich auch anfassen. Auch wenn das oft zu Affären in anderen Bereichen als der Politik führt. Diese Art Affären sind dann doch eher bei denen angesiedelt, die kegeln oder Bälle über die Leine schlagen. (Illustration: Meike Teichmann)

 

 

Moin, moin,
im Buch der Affären lesen wir seit ein paar Wochen in einem neuen der unüberschaubar zahlreichen Kapitel. Mutter Gaschke hat mit Doktor Uthoff die Schulbank gedrückt. Tochter Gaschke erlässt Doktor Uthoff 3,7 Mio. Euro Steuerschulden. Uuh, wenn das nicht nach Vetternwirtschaft riecht! Rufen zumindest politische Gegner und interessierte Kreise. Gaschkes Ehemann und MdB Hans-Peter Bartels (SPD) schaute zuletzt sehr genau auf das, was Minister Thomas de Maizière (CDU) drohnenmäßig tat und tut. Manchem gefiel das nicht und nun, so kurz vor der Bundestagswahl bietet sich eine gute Gelegenheit mal durch Gaschkes Schubladen zu stöbern. Staub aufwirbeln, beschuldigen, vehement dementieren, süffisant lächeln, Übergangsgeld kassieren und – Abgang.
Wenn dann Gras über die Sache gewachsen ist, sitzen sie mit einem ehemaligen Bundespräsidenten bei einem ehemaligen Anlage-Finanz-Investment Unternehmer aus Hannover zum Austernessen in Kiels Partnerstadt Brest und prosten einem ehemaligen französischen Staatspräsidenten mit hohen Schuhen zu, der am Nebentisch mit einem ehemaligen französischem Leinwandstar beeindruckender Leibesfülle, einem ehemaligen lupenreinen Demokraten aus dem Osten und einem ehemaligen Bundeskanzler aus – schon wieder – Hannover eine Flasche Bier trinkt.
Aber vielleicht stimmt das auch gar nicht und alles ging und geht mit rechten Dingen zu. Ehrenfrauen, Ehrenmänner. Stets in Diensten des Volkes und der guten Sache. Wäre ich einer der anständigen Politiker, so ärgerte ich mich Tag und Nacht. Über dies und das, vor allem aber über die Nestbeschmutzer, bei denen Ringelpiez immer nur mit Anfassen geht.
Ihre und Eure Margarete Brix

P.S. Sonntag: Wählen. Trotzdem!

Rasmussen und die Brix: das neue Duo am Krimi-Himmel. In: Tod am Strand.
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